Bamberg
Basketball

Brose Bamberg: Moors passt ins Profil

Der neue Trainer von Brose Bamberg soll wie schon in Antwerpen junge Spieler besser machen. Der 40-Jährige erhält einen Zweijahresvertrag.
Artikel drucken Artikel einbetten
Roel Moors. Foto: Daniel Löb
Roel Moors. Foto: Daniel Löb

Ein belgisches Duo soll die Brose-Basketballer auf den "Bamberger Weg" führen. Nach Sportdirektor Leo de Rycke hat der neunfache deutsche Meister wie erwartet auch Trainer Roel Moors von den Telenet Giants Antwerpen losgeeist. Der 40 Jahre alte ehemalige belgische Nationalspieler hat seinen Kontrakt aufgelöst und bei den Bambergern einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Zusammen mit de Rycke soll Moors nach dem Viertelfinal-Aus in der Bundesliga bei Brose den Neuaufbau der Mannschaft mit vorrangig jungen Spielern vorantreiben. Er übernimmt das Traineramt von Federico Perego, der zum italienischen Erstligisten VL Pesaro wechselte.

"Brose Bamberg möchte sich neu aufstellen. Das betrifft insbesondere die Entwicklung und Einbindung junger Spieler. Für dieses mittelfristige Projekt haben wir nach einem Trainer gesucht, der in dieses Profil passt", sagt de Rycke. "Roel Moors hat in Antwerpen bewiesen, dass er ein Team formen und entwickeln kann. Er ist ein Arbeiter, der für den Basketball lebt. Wir alle sind der Auffassung, dass er der richtige Mann am richtigen Ort ist, um unsere Ziele in der Bundesliga und der Champions League zu erreichen."

Gründlich durchleuchtet

Nach Auskunft von Geschäftsführer Arne Dirks haben sich seit der Trennung von Ainars Bagatskis im Januar über 50 Coaches um den Job beworben. Die Wahl fiel letztlich auf Moors, "weil wir ihn gründlich durchleuchtet haben und er in Antwerpen genau das getan hat, was wir uns vornehmen". So habe der 40-Jährige zusammen mit de Rycke ein Jugendzentrum ins Leben gerufen, sich persönlich regelmäßig Jugendspiele angeschaut und es geschafft, die größten Talente in die erste Mannschaft zu integrieren. "Roel Moors hat als Trainer schon eine gewisse Erfahrung, ist aber noch jung und bereit, den nächsten Schritt zu machen. Daher verkörpert er das, was wir auch von unseren künftigen Spielern erwarten", meint Dirks. Ob der Belgier einen Assistenzcoach seiner Wahl mitbringt, stehe noch nicht fest.

Für Moors war die Entscheidung, erstmals als Trainer ins Ausland zu wechseln, "sehr emotional und schwierig. Ich habe lange gezweifelt, den Verein meines Herzens zu verlassen." Dass er es dennoch tat, begründet der Belgier wie folgt: "Die Möglichkeit, als relativ junger Trainer in einem der Topklubs und in einem der Topwettbewerbe in Europa zu arbeiten, war sehr schwer zu ignorieren. Daher wollte ich diese Chance nutzen."

Trainer des Jahres

In der belgischen Hafenstadt war der 40-Jährige recht erfolgreich. In weniger als vier Jahren führte er die Telenet Giants in zwei Meisterschafts- und zwei Pokalfinals. In der vergangenen Saison gewann Moors den belgischen Cup. Zudem führte er Antwerpen als Qualifikant auf Platz 3 in der Champions League. Dafür wurde er zum Trainer des Jahres gekürt.

Über 100 Länderspiele

Moors spielte zu seiner aktiven Zeit als Aufbauspieler für verschiedene Teams in Belgien und Frankreich, wurde drei Mal Meister, holte einmal den Pokal und bekam vier Mal die Auszeichnung zum Spieler des Jahres. Zudem absolvierte er über 100 Partien für die belgische Nationalmannschaft, darunter Spiele bei den Europameisterschaften 2011 und 2013. Seine letzte Station als Aktiver war bei den Giants Antwerpen. Seit seinem Karriereende 2015 wird die Nummer 4 in Antwerpen nicht mehr vergeben. Bei den Giants war er anschließend zunächst Assistenzcoach, ehe er im November 2015 nach der Entlassung Paul Varvaecks zum Cheftrainer befördert wurde.

In Bamberg übernimmt Moors das Amt von Perego. "Wir haben Federico Perego viel zu verdanken. Der Pokalsieg in der vergangenen Saison war zu einem Großteil sein Verdienst. Aber anschließend gab es einige, teils unglückliche Niederlagen, und daher ist bei uns die Idee gereift, einen kompletten Neuanfang zu wagen", erklärt Dirks. Damit versucht seit Februar 2018, als sich Brose von Andrea Trinchieri getrennt hatte, nun schon der fünfte Trainer, in Bamberg eine neue Ära einzuleiten.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren