Bamberg
Basketball-Bundesliga

Brose Bamberg macht es spannender als nötig

Brose Bamberg verspielt beim Mitteldeutschen BC mehrmals eine beruhigende Führung, gewinnt aber nach Verlängerung mit 99:96. Louis Olinde glänzt mit einer Karrierebestleistung.
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Der kanadische Nationalspieler im Trikot des MBC, Kaza Kajami-Keane (rechts), zieht an den Bambergern Paris Lee und Christian Sengfelder (links) vorbei; im Hintergrund Louis Olinde Foto: Andreas Bez
Der kanadische Nationalspieler im Trikot des MBC, Kaza Kajami-Keane (rechts), zieht an den Bambergern Paris Lee und Christian Sengfelder (links) vorbei; im Hintergrund Louis Olinde Foto: Andreas Bez

21 Punkte bedeuteten für den 21 Jahre alten Louis Olinde einen Karrierebestwert. Der überragenden Leistung des A2-Nationalspielers hatten es die Bamberger Brose-Basketballer zu verdanken, dass sie sich am Sonntag in einer nervenaufreibenden Partie in Weißenfels mit 99:96 (88:88/39:42) nach Verlängerung glücklich durchsetzten und damit den zweiten Sieg in der noch jungen Bundesligasaison landeten.

Über weite Strecken der Partie lag die Mannschaft von Trainer Roel Moors in Führung, schaffte es aber nicht, sich entscheidend abzusetzen. "Uns fehlt noch der Killerinstinkt. Wenn wir uns ein Polster aufbauen, müssen wir es auch schaffen, davon zu zehren und ein Spiel souverän zu Ende zu bringen", meinte Olinde, dessen Team es - wie schon vor einer Woche gegen Alba Berlin - dem Gegner erlaubte, im vierten Viertel wieder in die Partie zurückzufinden.

MBC zeigt Nehmerqualiäten

Erstmals zweistellig führten die Gäste in der 32. Minute (76:66), doch mit einem 10:0-Lauf glich der Mitteldeutsche BC aus. Nehmerqualitäten hatten die Hausherren schon zuvor gezeigt, und auch in der Verlängerung stemmten sie sich bis zur letzten Sekunde gegen die Niederlage. 1:17 Minuten vor Schluss lagen die Bamberger nach einem Halbdistanzwurf von Christian Sengfelder zum 97:90 komfortabel in Führung, doch nach zwei weiteren von insgesamt 14 Ballverlusten hatte der MBC im letzten Angriff die Chance, eine zweite Verlängerung zu erzwingen. Der Dreier von Strahinija Micovic prallte aber vom Ring ab. "Phasenweise spielen wir richtig guten Basketball. Dann machen wir zwei, drei Fehler, und schon ist der Gegner wieder dran. Es war ein schweres Spiel. Es zeigt uns, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben. Ich bin froh, dass wir den Sieg einfahren konnten", sagte Moors.

Das Team des Belgiers zeigte Licht und Schatten. Lediglich Olinde war auf beiden Seiten des Feldes konstant effektiv. Center Assem Marei kam als zweitbester Bamberger auf 18 Punkte, war aber erst nach der Pause ein Faktor im Spiel der Gäste. In der ersten Halbzeit hatte der Ägypter maßgeblichen Anteil daran, dass die Freiwurfquote bei den Oberfranken magere 43 Prozent betrug. Sechs der 14 Fehlwürfe gingen auf das Konto des Centers. Paris Lee kam zwar auf elf Assists, der Aufbauspieler traf aber am Ende der regulären Spielzeit einige schlechte Entscheidungen, die den Mitteldeutschen die Verlängerung bescherten. Kameron Taylor erzielte zehn seiner zwölf Punkte nach der Pause, musste im letzten Viertel aber nach seinem fünften Foul vom Feld.

Moors: Charakter gezeigt

Letztlich setzte sich mit den Bambergern aber die Mannschaft durch, die die bessere Teamleistung zeigte. Sowohl bei den Rebounds als auch bei den Korbvorlagen hatten sie klar bessere Werte. Im Ergebnis spiegelte sich das zwar nicht wider, Moors freute sich aber, dass sein Team angesichts des spannenden Spielverlaufs "Charakter gezeigt hat".

Als nächstes steht für die Bamberger eine weitere Auswärtspartie an. Am Mittwochabend (18.30 Uhr) starten sie beim tschechischen Rekordmeister ERA Nymburk in ihre zweite Champions-League-Saison.

Spieler des Spiels

Louis Olinde war der Matchwinner für die Bamberger. 21 Punkte und zwölf Rebounds, davon vier unter dem gegnerischen Korb, bedeuteten ein "Double-Double". Der 21-Jährige traf fünf seiner neun Dreierversuche und sorgte mit zwei geblockten Würfen in der Verlängerung dafür, das sein Team die Nase vorne hatte.

Die Statistik

Mitteldeutscher BC - Brose Bamberg 96:99 n.V.

(17:22, 25:17, 22:31, 24:18, 8:11) Weißenfels Gbinije (25 Punkte/2 Dreier), Warren (19/5), Kajami-Keane (17/1), Micovic (17/3), Kerusch (9/1), Jackson (4), Novak (2), Turudic (2), Zylka (1), Eberhadt Bamberg Olinde (21/5), Marei (18), K. Taylor (12/2), McLean (10/2), Lee (9/1), Sengfelder (9/1), Carrera (8), Harris (6), Weidemann (4/1), Stuckey (2), B. Taylor SR Fritz, Hack, Bohn Zuschauer 2200 Gesamtwurfquote Weißenfels 49 Prozent (32 Treffer/65 Versuche), Bamberg 53 (33/62)

Dreierquote Weißenfels 46 Prozent (12/26), Bamberg 46 (12/26) Freiwurfquote Weißenfels 91 Prozent (20/22), Bamberg 68 (21/31) Rebounds Weißenfels 27 (22 defensiv/5 offensiv), Bamberg 39 (28/11) Ballgewinne/-verluste Weißenfels 9/14, Bamberg 7/17 Assists Weißenfels 22 / Bamberg 29 Fouls Weißenfels 23/ Bamberg 21

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