Bamberg
Basketball-Bundesliga

Brose Bamberg: Kracher kurz vor Silvester

Im Spitzenspiel hat Brose Bamberg am Sonntag den Meister und Pokalsieger FC Bayern München zu Gast.
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Nikos Zisis wehrte sich in der vergangenen Saison vehement gegen das Halbfinalaus gegen die Münchner um Devin Booker (links) und Nihad Djedovic. Daniel Löb
Nikos Zisis wehrte sich in der vergangenen Saison vehement gegen das Halbfinalaus gegen die Münchner um Devin Booker (links) und Nihad Djedovic. Daniel Löb

Wessen Serie reißt? Im letzten Spiel des Jahres 2018 stehen sich am Sonntagabend (20.30 Uhr/kostenloser Livestream bei www.telekomsport.de) in der ausverkauften Brose-Arena mit Brose Bamberg und dem FC Bayern München im Süd-Gipfel der Basketball-Bundesliga zwei Teams gegenüber, die erfolgreiche Wochen hinter sich haben. Die Bamberger haben acht Spiele in Folge gewonnen (jeweils vier in Bundesliga und Champions League), der Meister aus München steht in der Bundesliga nach zwölf Spieltagen noch ohne Niederlage da.

Dass der Tabellenführer aber nicht unbezwingbar ist, bewies unlängst Alba Berlin. Die Hauptstädter warfen kurz vor Weihnachten mit ihrem 78:70-Erfolg im Audi-Dome die Münchner aus dem Pokalwettbewerb. Drei Tage vor ihrer ersten Saisonniederlage auf nationalem Parkett war der FC Bayern in der Euroleague in Mailand im Einsatz, und auch nach Bamberg kommt der Meister mit der Bürde, ein Euroleaguespiel in den Knochen stecken zu haben. Denn am späten Freitagabend stand er noch gegen Buducnost Podgorica auf dem Parkett.

Müde Münchner erwarten die Bamberger aber nicht. Denn Bryce Taylor weiß aus seiner Zeit bei den Bayern, dass Spiele gegen Brose auch für den FCB etwas Besonderes sind. "Als ich in München war, haben wir immer gegen Bamberg verloren. Spieler wie Danilo Barthel oder Nihad Djedovic haben das bestimmt immer noch im Kopf", meint der Flügelspieler, der einen hochmotivierten Gegner erwartet, der schwer zu bezwingen sein wird. "Die Bayern spielen sehr physisch und schnell. Darauf müssen wir aufpassen. Und sie haben auf jeder Position zwei Spieler mit Bundesliga- oder Euroleagueerfahrung."

Viele Offensivwaffen

Neuzugang Derrick Williams (13,4), Danilo Barthel (11,7), Vladimir Lucic (10,9) und der derzeit verletzte Center Devin Booker (10,6) punkten im Schnitt zweistellig beim Meister, der mit dem finnischen Scharfschützen Petteri Koponen (8,9), und Aufbauspieler Stefan Jovic (8,2) weitere Waffen in der Offensive besitzt. Doch auch verteidigen kann die Mannschaft von Trainer Dejan Radonjic. Nur knapp 73 Punkte lässt sie zu und stellt damit die beste Defensive der Liga.

Große Leistungsschwankungen

"Wir spielen gegen das talentierteste Team in Deutschland. Jeder Bayern-Spieler kann scoren. Wenn wir es nicht schaffen, sie zu stoppen, dann haben wir ein Problem. Deshalb müssen wir so physisch wie möglich spielen. Immer wenn uns das gelungen ist, haben wir in dieser Saison gut ausgesehen", meint Brose-Coach Ainars Bagatskis. Trotz der jüngsten Erfolgsserie vermisst der Lette in seinem Team Stabilität. Die großen Leistungsschwankungen wurden zuletzt beim Doppelpack gegen die BG Göttingen über Weihnachten wieder deutlich. Dem souveränen 83:64-Pokalerfolg folgte vier Tage später ein 78:77-Zittersieg, bei dem die Bamberger im dritten Viertel binnen zweieinhalb Minuten einen Zwölf-Punkte-Vorsprung verspielten. Angesichts von elf Ballverlusten in der zweiten Halbzeit mahnt Bagatskis: "Wir dürfen den Ball nicht wieder so oft verlieren, Bayern wird solche Fehler bestrafen."

Während das Brose-Team in Göttingen hart um den zweiten Sieg kämpfen musste, haben die Münchner mit einem klaren 87:69-Heimerfolg gegen s.Oliver Würzburg die Pokalniederlage gegen Berlin gut weggesteckt.

Dabei zeigte sich, dass beim FC Bayern, der in der Euroleague nach Vorrundenende gute Chancen hat, sich für die Play-offs zu qualifizieren, auch der zweite Anzug passt. Den in dieser Partie geschonten Jovic vertrat Braydon Hobbs glänzend. 15 Punkte, sechs Rebounds und drei Assists standen für den Aufbauspieler, der sonst zumeist kaum Einsatzzeit bekommt, in knapp 20 Minuten zu Buche. Robin Amaize steuerte zwölf Zähler bei. Mit Maodo Lo (vier Punkte/zwei Assists) und Leon Radosevic (fünf/vier Rebounds) standen zwei Spieler, die in der vergangenen Saison noch das Brose-Trikot trugen, gegen die Unterfranken in der Startformation. Wie werden die beiden Ex-Bamberger wohl in der Brose-Arena empfangen werden? Auf jeden Fall werden die Fans in diesem Spiel ein wichtiger Faktor sein. "Wir brauchen sie auf jeden Fall. Mit ihrer Unterstützung haben wir eine gute Chance zu gewinnen", meint Taylor.

Spiel gegen Oldenburg verlegt

Wegen des Halbfinaleinzugs von Brose Bamberg im Pokalwettbewerb wurde das für Freitag, 18. Januar, angesetzte Bundesligaspiel in Oldenburg verschoben. Ein neuer Termin ist noch nicht bekannt. Die Partie gegen die Telekom Baskets Bonn um den Einzug ins Pokalendspiel findet am Sonntag, 20. Januar, um 18 Uhr in der Brose-Arena statt.

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