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Basketball

Brose Bamberg hat viele Waffen für die Offensive

Die Stärken von Brose Bamberg liegen im Angriff. Die Zahl der Ballverluste muss aber noch sinken.
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Neuzugang Tyrese Rice (rechts) war in der Vorbereitung mit 14,4 Punkten im Schnitt der korbgefährlichste Bamberger Spieler. Foto: Daniel Löb
Neuzugang Tyrese Rice (rechts) war in der Vorbereitung mit 14,4 Punkten im Schnitt der korbgefährlichste Bamberger Spieler. Foto: Daniel Löb
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Die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele lassen darauf schließen, dass sich die Fans von Brose Bamberg in der kommenden Saison auf viele Körbe ihrer Mannschaft freuen können. 797 Punkte erzielten die Basketballer des neunfachen deutschen Meisters in den neun Testbegegnungen, von denen sie immerhin acht gewannen. Im Schnitt waren es somit 88,6 Zähler pro Partie.

Beim 91:70-Sieg über den polnischen Meister Anwil Wloclawek wurde offensichtlich, über welche Offensivpower das neu formierte Team verfügt. Nach schwacher erster Hälfte erzielte es in der zweiten Halbzeit 59 Punkte. Insgesamt fanden 17 Dreier ihr Ziel. Sechs steuerte Arnoldas Kulboka bei, vier Stevan Jelovac, vier weitere Spieler trafen mindestens jeweils einen - die Trefferquote von jenseits der 6,75-Meter-Linie betrug überragende 61 Prozent. Doch auch die Quoten aus anderen Testspielen (gegen Bayreuth 59 Prozent, gegen Krasnodar 47 Prozent) lassen den Schluss zu, dass der Distanzwurf eine der gefährlichsten Waffen der Bamberger in der kommenden Saison sein dürfte.

Eine weitere Stärke: Brose scheint offensiv nicht von einem Spieler abhängig zu sein. Aufbauspieler Tyrese Rice war in der Vorbereitung mit 14,4 Punkten im Schnitt der korbgefährlichste Spieler, aber mit Kulboka (11,3), Cliff Alexander (11), Augustine Rubit (10,9) und Elias Harris (10,1) punkteten vier weitere Spieler zweistellig. Erste Optionen im Angriff werden wohl zwei Spieler sein: Rice, der sowohl mit dem Ziehen zum Korb als auch per Distanzwurf abschließen kann, und Kulboka. Der 20-jährige litauische Scharfschütze nahm in den Testspielen kaum weniger Würfe als Aufbauspieler Rice und erhielt dafür von Trainer Bagatskis auch "grünes Licht".

Mit Stevan Jelovac und Maurice Stuckey verfügt der lettische Coach aber noch über zwei weitere Spieler, die jederzeit heiß laufen können, was den Angriff der Bamberger noch unberechenbarer macht. Sich im Angriff einen guten Korbabschluss zu erspielen, ist ihnen bislang oft gelungen. Bagatskis resümierte nach der Generalprobe gegen Wloclawek: "Wenn wir die richtige Balance von Innen- und Außenspiel finden, wird es sehr schwer sein, gegen uns zu spielen."

Woran der Coach mit seinem Team aber noch arbeiten muss: Es sollte besser auf den Ball aufpassen. Die Zahl der Ballverluste war im Schnitt bislang fast zweistellig. Gerade beim Einleiten von Schnellangriffen agieren die Bamberger bisweilen fahrig. Weitere Baustellen sind der Offensivrebound - Bamberg war mit 7,1 im Schnitt in der vergangenen Saison in dieser Kategorie das schlechteste Bundesligateam - und die Verteidigung. Obwohl Brose in der Vorbereitung lediglich 68,7 gegnerische Punkte zuließ, gibt es noch Nachlässigkeiten beim Aushelfen. Zudem fehlt der defensive Anker unter dem Korb. Cliff Alexander ließ sich in der Zone schon einige Male herumschieben, das Defensivverhalten von Leon Kratzer ist foulanfällig. Allerdings hat der junge Center wie in den Vorjahren einen schweren Stand bei den Schiedsrichtern.



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