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Basketball

Brose Bamberg geht mit Rückenwind in die Play-offs

Brose Bamberg tankt mit dem 97:65-Kantersieg im Frankenderby gegen angeschlagene Würzburger noch einmal Selbstvertrauen. Trainer Federico Perego schont seine Leistungsträger für das Viertelfinalduell gegen Vechta.
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Den Bambergern (von links) Nikos Zisis, Patrick Heckmann, Bryce Taylor, Cliff Alexander und Tyrese Rice gefällt, was ihre jungen Teamkollegen ihnen und dem Publikum bieten. Foto: Daniel Löb
Den Bambergern (von links) Nikos Zisis, Patrick Heckmann, Bryce Taylor, Cliff Alexander und Tyrese Rice gefällt, was ihre jungen Teamkollegen ihnen und dem Publikum bieten. Foto: Daniel Löb
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"Super Bamberg", schallte es lautstark aus dem Fanblock in der Arena. Nur eine Woche nach dem Desaster beim Final Four in der Basketball-Champions- League war für viele Anhänger von Brose Bamberg die Welt schon wieder in Ordnung. Auch die Spieler waren nach dem 97:65-Kantersieg über s.Oliver Würzburg zum Hauptrundenende der Bundesliga zufrieden mit ihrer Leistung. "Wir hatten in dieser Saison keine hohen Siege, daher tut dieser natürlich sehr gut", sagte Maurice Stuckey. Mit dem Heimerfolg tankten die Bamberger vor dem Start ins Play-off-Viertelfinale gegen Rasta Vechta noch einmal Selbstvertrauen.

"Tank war komplett leer"

Allerdings gilt es, den Sieg über die angeschlagenen Würzburger richtig einzuordnen. Den Unterfranken fehlen mit den verletzten Kresimir Loncar, Gabriel Olaseni, Jordan Hulls und Johannes Richter seit Wochen wichtige Spieler, zudem steckten ihnen aufgrund des Einzugs ins Finale des Fiba-Europe-Cups wie ihrem Gastgeber viele Partien in den Knochen. "Wir sind schon in den letzten Spielen auf Reserve gefahren, und heute war unser Tank komplett leer", erklärte der Würzburger Trainer Denis Wucherer, dessen Team die Saison auf Rang 9 beendete. Dass es die Play-offs denkbar knapp verpasste, konnte der Ex-Nationalspieler verkraften, denn so blieb den gebeutelten Würzburgern das ungleiche Viertelfinalduell mit dem FC Bayern München erspart.

Olinde schafft Double-Double

"Wir wollten den Ball oft nach innen bringen und ihren Willen so früh wie möglich brechen, das ist uns gelungen", erklärte Stuckey. Unter den Körben hatten die Oberfranken klare Vorteile. Louis Olinde kam mit elf Punkten und 15 Rebounds (davon acht offensiv) auf ein Double-Double, Center Cliff Alexander (21/9) verpasste dieses nur knapp. Das Reboundduell entschieden die Bamberger klar zu ihren Gunsten (45:20).

Da die Gastgeber schon nach dem ersten Viertel, das sie mit 30:15 deutlich für sich entschieden, auf einen ungefährdeten Sieg zusteuerten, schonte Brose-Coach Federico Perego seine Leistungsträger. Neben Olinde, der 29:43 Minuten auf dem Feld stand, nutzte auch Arnoldas Kulboka seine lange Einsatzzeit (26:57) weidlich. 17 Punkte, davon fünf Dreier, erzielte der litauische Scharfschütze. "Arnoldas und Louis arbeiten im Training sehr hart. Für sie ist es schwer, in unserem tief besetzten Kader Minuten zu bekommen. Aber sie haben sich in den letzten Spielen stark verbessert, das freut mich für sie", lobte Perego seine Youngsters.

Der Italiener verzichtete komplett auf Patrick Heckmann und Bryce Taylor. Tyrese Rice, Augustine Rubit und Nikos Zisis schickte er nur für rund zehn Minuten aufs Parkett. Schließlich gilt es, zum Play-off-Start gegen Vechta am Sonntag möglichst ausgeruht zu sein.

Vechta hat Personalsorgen

Fast eine Woche Zeit haben die Bamberger nun, sich auf den nächsten Gegner vorzubereiten. Ein Luxus, der ihnen seit der Länderspielpause Ende Februar verwehrt blieb. Ihr Viertelfinalkonkurrent hat wie die Würzburger Personalsorgen. Vechtas Power Forward Seth Hinrichs hat sich die linke Hand gebrochen, Center Clint Chapman ist am Knie verletzt. Für beide ist die Saison ebenso zu Ende wie für den schon länger fehlenden Tyrone Nash. Ohne diese drei Leistungsträger verlor Vechta beim Hauptrundenende in Ulm mit 94:98.

Wucherer sieht im Viertelfinalduell zwischen Vechta und dem Brose-Team keinen klaren Favoriten. "Auf dem Papier ist Bamberg noch immer eine der am stärksten besetzten Mannschaften mit viel individueller Qualität. Aber man darf die Mentalität von Vechta nicht unterschätzen", meinte der Würzburger Trainer und merkte noch an: "Den Bambergern ist immer alles zuzutrauen." Er meinte dies wohl im positiven Sinn.

Die Viertelfinal-Termine

Spiel 1 in Vechta: Sonntag, 19. Mai, 18.30 Uhr Spiel 2 in Bamberg: Mittwoch, 22. Mai, 19 Uhr Spiel 3 in Vechta Samstag, 25. Mai, 20.30 Uhr Spiel 4 (falls nötig) in Bamberg: Dienstag, 28. Mai, 19 Uhr Spiel 5 (falls nötig) in Vechta: Donnerstag, 30. Mai, 18 Uhr

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