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Basketball

Brose Bamberg geht die Puste aus

Die Bamberger rehabilitieren sich gegen den Tabellenzweiten aus Oldenburg, doch zum Sieg reicht es nicht. Die Gäste gewinnen mit 93:86.
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Elias Harris (vorne) versucht den ihm körperlich überlegenen Oldenburger Center Rasid Mahalbasic vom Korb fernzuhalten. Foto: Daniel Löb
Elias Harris (vorne) versucht den ihm körperlich überlegenen Oldenburger Center Rasid Mahalbasic vom Korb fernzuhalten. Foto: Daniel Löb
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Fangen sich die Bamberger Brose-Basketballer im Bundesliga-Endspurt oder präsentieren sie sich ähnlich desolat und blutleer wie bei den blamablen Auftritten im Champions-League-Final-Four in Antwerpen? Diese Frage stellte sich vor dem Bundesliga-Heimspiel am Mittwochabend gegen die sich in Topform befindlichen EWE Baskets aus Oldenburg.

Im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten bemühte sich die Mannschaft von Federico Perego zwar sichtlich, sich für das kollektive Versagen zu rehabilitieren, doch zum Sieg reichte es für den Tabellenfünften nicht. Die Gäste sicherten sich mit dem 86:93 (44:47)-Erfolg beim neunmaligen deutschen Meister endgültig Rang 2, während das Brose-Team in den beiden Derbys am Freitag in Bayreuth und am Sonntag im Heimspiel gegen Würzburg aufpassen muss, zumindest den fünften Platz zu behaupten.

Ersetzen musste Perego Ricky Hickman, der am Sonntag Vater einer Tochter geworden war und am Montag zu seiner Familie in die USA gereist ist. Für ihn nahm der Coach erstmals Kristian Kullamäe in den Kader.

Einsatz und Leidenschaft verlangten die Fans - und das Team legte los wie die Feuerwehr und erfüllte die Vorgaben in der Anfangsphase beinahe perfekt. Tyrese Rice versenkte schnell zwei Dreier (12:2), Cliff Alexander vollstreckte per Dunking zum 18:3. Danach fanden die Oldenburger besser ins Spiel, doch die Dreier 3 und 4 von Rice bescherten den Hausherren einen 29:18-Vorsprung vor dem zweiten Viertel.

Als sich die Gäste anschickten zu verkürzen, traf Rice noch zweimal aus der Distanz (6 von 7) und hatte zur Pause bereits 22 Punkte auf dem Konto. Einige Ballverluste, schlechte Verteidigung und fragwürdige Entscheidungen in der Offensive ermöglichten den Oldenburgern einen Zwischenspurt, zur Pause war der Favorit auf 44:47 dran.

Gehemmt wurde der Spielfluss auf beiden Seiten durch die kleinlichen Pfiffe der Unparteiischen, die in den ersten 20 Minuten 28 Fouls sahen - der Hauptleidtragende war der Ex-Bamberger Karsten Tadda, der nach einem Technischen und einem Unsportlichen früh das Spielfeld verlassen musste.

Paulding dreht auf

Nach dem Seitenwechsel gelang es der Bamberger Abwehr zunächst nicht, die beste Offensivmannschaft der Liga zu stoppen. Schnell brachte vor allem Liga-Topwerfer Will Cummings den Gast erstmals in Führung. "Mr. Oldenburg", Rickey Paulding, sorgte wenig später für einen zweistelligen Vorsprung (63:53) des Tabellenzweiten. Auf Bamberger Seite übernahm jetzt Augustine Rubit: Mit elf Punkten in Folge brachte er sein Team vor dem Schlussviertel wieder auf 64:67 heran.

Binnen zweieinhalb Minuten zogen die Oldenburger vor allem dank des blendend aufgelegten Nathan Boothe auf 80:68 davon. Doch die Gäste hatten die Rechnung ohne Tyrese Rice gemacht, der seine Dreier Nr. 7 und 8 versenkte und fünf Minuten vor dem Ende auf 74:80 verkürzte. Die Gastgeber mobilisierten jetzt die letzten Kraftreserven, doch die ausgeruhten und abgezockten Oldenburger hatten mehr Sprit im Tank (85:77) und brachten den Vorsprung sicher über die Zeit. Wieder einmal kassierten die Gastgeber über 90 Punkte.

Die Statistik

Brose Bamberg - EWE Bask. Oldenburg 86:93

(29:18, 18:26, 17:23, 22:26) Bamberg Rice (33 Punkte/9 Dreier), Rubit (19), Alexander (8), Harris (7), Zisis (6), Stuckey (6/1), Heckmann (4), Taylor (3), Schmidt, Olinde Oldenburg Cummings (23/2), Boothe (18/2), Paulding (15/2), Massenat (13/1), Mahalbasic (11/1), Stojanovski (7), Tadda (3/1), Keßen (2), Schwethelm (1)

SR Madinger, Barth, Hack Zuschauer 5998 Gesamtwurfquote Bamberg 49 Prozent (27 Treffer/55 Versuche), Oldenburg 54 (33/61)

Dreierquote Bamberg 43 Prozent (10/23), Oldenburg 43 (9/21) Freiwurfquote Bamberg 88 Prozent (22/25), Oldenburg 69 (18/26) Rebounds Bamberg 26 (23 defensiv/3 offensiv), Oldenburg 34 (25/9) Ballgewinne/-verluste Bamberg 3/13, Oldenburg 9/10 Assists Bamberg 16/ Oldenburg 19 Fouls Bamberg 22 / Oldenburg 26

Spieler des Spiels

Tyrese Rice präsentierte sich einmal mehr in blendender Verfassung. Der Champions-League-MVP traf neun Dreier bei 13 Versuchen (69 Prozent) und verbuchte 33 Punkte auf seinem Konto. Zwei Rebounds und zwei Assists bescherten ihm bei nur einem Ballverlust einen Effizienzquotienten von 30.

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