Bamberg
Basketball-Bundesliga

Brose Bamberg: Gegner Vechta auf Höhenflug

Mit dem Tabellenfünften kommt das Überraschungsteam dieser Bundesligasaison am Samstag in die Bamberger Brose-Arena.
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Cliff Alexander (rechts) blockt im Champions-League-Heimspiel gegen AEK Athen den Wurf von Howard Sant-Roos. Der Bamberger Center, der zuletzt deutlich mehr Einsatzzeit als in den Spielen vor dem Jahreswechsel hatte, will nun mit dafür sorgen, dass Vechta auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Foto: Daniel Löb
Cliff Alexander (rechts) blockt im Champions-League-Heimspiel gegen AEK Athen den Wurf von Howard Sant-Roos. Der Bamberger Center, der zuletzt deutlich mehr Einsatzzeit als in den Spielen vor dem Jahreswechsel hatte, will nun mit dafür sorgen, dass Vechta auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Foto: Daniel Löb

Die Basketballer von Rasta Vechta haben im Fahrstuhl die Stop-Taste gedrückt. In den Jahren 2013 und 2016 ging es nach dem Aufstieg in die Bundesliga sofort wieder nach unten, doch im dritten Anlauf ist der Kampf um den Klassenerhalt schon jetzt kein Thema mehr. Zehn Siege hat das Überraschungsteam aus Niedersachsen auf seinem Konto - schon jetzt mehr als in den beiden Bundesliga-Jahren zuvor zusammen und genauso viele wie Brose Bamberg. Am Samstag (18 Uhr) kommt es in der Brose-Arena zum Duell der beiden Tabellennachbarn.

"Wir schweben auf einer Wolke. Es ist wie ein Traum", sagte Vechtas Geschäftsführer Stefan Niemeyer der "Nordwest-Zeitung". Mit vier Siegen in Folge hat sich der Aufsteiger bis auf Rang 5 vorgekämpft und greift nun in der Spitzenpartie des 16. Spieltags die unmittelbar vor ihm auf Platz 4 liegenden Bamberger an.

Coup gegen Alba Berlin

Die Stärke des Neulings hat in dieser Saison schon eines der "großen B" der Liga zu spüren bekommen. Im November stutzte Vechta den Albatrossen aus Berlin mit ihrem 80:69-Heimsieg die Flügel. "Kreisstadt schlägt Hauptstadt" titelte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" nach dem Coup der Basketballer aus dem 32 000 Einwohner zählenden Ort. Zuletzt schlugen die Niedersachsen s.Oliver Würzburg in eigener Halle mit 75:65. Bester Werfer war dabei Austin Hollins mit 20 Punkten. Der Flügelspieler, der von den Gießen 46ers gekommen ist, führt die Korbschützenliste der Niedersachsen vor dem Combo-Guard Thomas Bray (12,9) an. Ebenfalls zweistellig im Schnitt punkten Power Forward Seth Hinrichs (12,3) und Aufbauspieler Josh Young (11).

Beste Balldiebe der Liga

Mit 10,2 Ballgewinnen steht Vechta in dieser Kategorie an erster Stelle in der Bundesliga. Auch in Bamberg will Vechta laut Youngster Philipp Herkenhoff in der Defensive, in der sie oft mit einer Pressverteidigung spielen, ein Zeichen setzen: "Wir müssen wie immer aggressiv spielen, als Team zusammenhalten - dann wird das was. Und unser Selbstvertrauen hat sich ja auch um einiges gesteigert - bedingt durch die vielen Siege, die wir geholt haben."

Selbstvertrauen getankt

Ähnliches gilt für die Bamberger nach ihren Erfolgen in Ulm und jüngst in der Champions League gegen AEK Athen. Brose-Trainer Ainars Bagatskis hofft, dass sein Team, "da weiter macht, wo wir gegen Athen aufgehört haben. Da hat sich einmal mehr gezeigt, dass eine gute Offensive aus einer stabilen Verteidigung hervorgeht. Das gilt es, am Samstag weiter zu forcieren. Ebenso müssen wir es wieder schaffen, über die gesamten 40 Minuten fokussiert zu bleiben." Vereinsname Reggae-Ikone Bob Marley ist nicht ganz unschuldig am Vereinsnamen von Rasta Vechta. Wie es dazu kam, erzählt Stefan Niemeyer, Geschäftsführer des Vereins, nur allzu gerne. Schließlich war er vor fast 30 Jahren selbst an der Namensgebung beteiligt. 1979 suchten Mitglieder einer Basketball-AG am Gymnasium Antonianum in Vechta einen ortsansässigen Verein, in dem sie ihrem Hobby nachgehen können. Doch kein Klub fand sich bereit, eine Basketball-Abteilung aufzumachen. Kurzerhand beschlossen die Gymnasiasten, selbst einen Klub zu gründen. Weil nebenbei im Radio Bob Marleys "Rastaman Vibration" lief, war der Vereinsname schnell gefunden.

Rasta und Reggae: Basketball in Vechta ist Kult

Rasta Dome Die Heimspielstätte von Rasta Vechta wurde im Oktober 2012 eröffnet und ist bislang immer ausverkauft gewesen. Zur Saison 2013/14 wurde sie erweitert und fasst seitdem 3140 Zuschauer. Nun spielt der Klub mit dem Gedanken, die Namensrechte der vereinseigenen Halle zu verkaufen. "Aber damit tun wir uns noch verdammt schwer. Rasta ist ein positiver Name", sagt Niemeyer. Etat Mit einem Budget von 2,7 Millionen Euro liegt Rasta Vechta am unteren Ende der "Geldrangliste" in der Basketball-Bundesliga. Es soll aber zur kommenden Saison deutlich aufgestockt werden, nicht nur, weil die Liga ab der Spielzeit 2019/20 einen Mindestetat von drei Millionen Euro vorschreibt. "Um 30 bis 40 Prozent soll es nach oben gehen", sagt Niemeyer, der mit seinem Tierfutterunternehmen auch Hauptsponsor ist.dpa/red

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