Bamberg
Basketball

Brose Bamberg droht das Saisonende

Das Brose-Team verliert nach schwacher Leistung in Vechta mit 78:87. Der Aufsteiger kann am Dienstag den Einzug ins Play-off-Halbfinale perfekt machen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Vechtas Aufbauspieler T. J. Bray (links) ist an Bryce Taylor vorbeigezogen und setzt unbedrängt zum Korbleger an. Foto: Christian Becker
Vechtas Aufbauspieler T. J. Bray (links) ist an Bryce Taylor vorbeigezogen und setzt unbedrängt zum Korbleger an. Foto: Christian Becker

Das vierte Spiel in der Play-off-Viertelfinalserie zwischen Vechta und Bamberg könnte am Dienstag das letzte für die Brose-Basketballer in dieser Saison sein. Etlichen Kommentaren in den sozialen Netzwerken zufolge sehnen einige Bamberger Fans das Ende der Spielzeit sogar herbei. Denn am Samstag zeigte der Pokalsieger im dritten Duell der best-of-five-Serie im Rasta-Dome abermals eine schwache Leistung und wurde von Vechtas Rumpftruppe phasenweise vorgeführt. Nach dem verdienten 87:78-Heimsieg kann der Aufsteiger am Dienstag in Bamberg mit dem Halbfinaleinzug seine ohnehin schon märchenhafte Saison krönen.

"Jeder von uns hat sich wieder den Arsch aufgerissen", freute sich Vechtas Topscorer Austin Hollins nach dem zweiten Play-off-Heimsieg. Von den Bambergern kann man dies nicht behaupten. Bei den Werten in den einzelnen Kategorien lagen beide Mannschaften zwar nicht weit auseinander, in der Körpersprache trennten sie aber Welten.

Obwohl bei den verletzungsgebeutelten Gastgebern - wieder nur mit einer Siebener-Rotation spielend - jeder erneut Extraminuten spielen musste, hatten die Oberfranken der Energie des Gegners wenig entgegenzusetzen. Vechtas Topscorer Austin Hollins traf fünf Dreier und kam auf 21 Punkte, Aufbauspieler T. J. Bray schrammte mit 13 Punkten, acht Rebounds und 13 Assists knapp an einem Triple-Double vorbei. Bei den Gästen punkteten zwar vier Spieler zweistellig, allerdings war es wieder die Defensive, die ihnen das Genick brach. Mehrere Male bekamen Vechta-Spieler den Ball direkt unter dem Korb serviert, von einem Gegenspieler war weit und breit nichts zu sehen. Die Zuordnung stimmte bei den Bambergern überhaupt nicht. Zudem ließen sie 15 Punkte nach Schnellangriffen zu.

Ständig in Rückstand

"Wir mussten heute für unsere Fehler teuer bezahlen, Rasta hat jeden bestraft", sagte Federico Perego. Ob sich der Brose-Coach da miteinbezog? Der Italiener hatte seine Startformation erstmals in dieser Serie verändert und brachte Hickman statt Rice und Heckmann für den wegen Rückenproblemen fehlenden Louis Olinde. Dies ging aber völlig in die Hose, denn Vechta lag bereits nach viereinhalb Minuten mit 13:4 vorne. Diesem Rückstand liefen die Bamberger bis zum Schluss hinterher. Im dritten Viertel war er sogar bis auf 17 Punkte angewachsen (47:64, 27. Minute). Vechta gab den Ton an und drückte dem Spiel klar seinen Stempel auf, Bamberg hechelte nur hinterher.

Nur in wenigen Minuten schafften es die Bamberger, ihre Größenvorteile zur Geltung zu bringen. Elias Harris (16 Punkte) und Tyrese Rice (15/9 Assists) hatten sie es zu verdanken, dass sie nicht vollends abgehängt wurden. In der Schlussphase kamen sie noch einmal auf sieben Punkte heran, weil den Rasta-Spielern die Kräfte schwanden. Aber mit aggressiver Verteidigung und viel Cleverness brachten sie den Sieg sicher nach Hause. "Alle Eingesetzten haben heute praktisch alles gemacht. Jeder hat gepunktet, gereboundet, und jeder hat mindestens einen Assist gespielt. Wir müssen halt jedes Spiel so spielen, als wäre es unser letztes", sagte Vechtas Coach Pedro Calles. Daran sollten sich die Bamberger ein Beispiel nehmen, sonst ist es am Dienstag für sie tatsächlich die letzte Partie in dieser Saison.

Die Statistik

Rasta Vechta - Brose Bamberg 87:78

(23:13, 25:26, 25:18, 14:21) Vechta Hollins (21 Punkte/5 Dreier), Young (15/1), Bray (13), Herkenhoff (12), Kessens (10), Carter (9/1), DiLeo (7/1) Bamberg Harris (16), Rice (15/3), Rubit (13/1), Heckmann (12/1), Zisis (6/1), Stuckey (6/2), Hickman (4), Alexander (4), Taylor (2), Schmidt SR Panther, Kovacevic, Arik Zuschauer 3140 (ausverkauft) Gesamtwurfquote Vechta 50 Prozent (28 Treffer/56 Versuche), Bamberg 47 Prozent (30/64)

Dreierquote Vechta 32 Prozent (8/25), Bamberg 29 (8/28) Freiwurfquote Vechta 82 Prozent (23/28), Bamberg 71 (10/14) Rebounds Vechta 33 (28 defensiv/5 offensiv), Bamberg 31 (25/6)

Ballgewinne/-verluste Vechta 8/12, Bamberg 5/13 Assists Vechta 22 / Bamberg 25 Fouls Vechta 19 / Bamberg 25

Spieler des Spiels

Elias Harris erzielte in 24:03 Minuten Einsatzzeit 16 Punkte bei einer Trefferquote von 64 Prozent und holte vier Rebounds, davon drei am offensiven Brett. Als einziger Bamberger wies Harris einen zweistelligen positiven Plus-Minus-Wert auf (10). Das heißt: Nur wenn Harris auf dem Feld stand, lief es bei den Bambergern.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren