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Basketball

Brose Bamberg: Die Richtung stimmt

Trotz der 74:78-Niederlage gegen Alba Berlin überzeugt Brose Bamberg bei der Bundesliga-Heimpremiere.
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Brose-Neuzugang Christian Sengfelder (links) und der Berliner Luke Sikma lieferten sich unter den Körben ein packendes Duell. Foto: Daniel Löb
Brose-Neuzugang Christian Sengfelder (links) und der Berliner Luke Sikma lieferten sich unter den Körben ein packendes Duell. Foto: Daniel Löb
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Gefühlt warfen sich die Bamberger Basketballer bei ihrer Saison-Heimpremiere gegen Alba Berlin so oft auf das Parkett der Brose-Arena wie in der gesamten vergangenen Saison zusammen. Bäuchlings schlitterten Kameron Taylor, Nelson Weidemann, Tré McLean und Michael Carrera über den Boden beim Versuch, irgendwie doch noch an den Ball zu kommen. Was ihnen versprochen wurde, bekamen die Fans präsentiert: eine Mannschaft, die mit viel Leidenschaft spielt. Daher konnte es der Brose-Anhang verschmerzen, dass das erste Heimspiel mit 74:78 knapp verloren ging.

"Wir haben mit sehr viel Intensität gespielt und um jeden Ball gekämpft. Ich denke wir haben gut als Team harmoniert", sagte Trainer Roel Moors. Der Belgier freute sich besonders darüber, dass der Funke schnell übersprang: "Wir haben viel Energie gezeigt, und die Fans haben uns daher auch viel Energie zurückgegeben."

Mit einer starken ersten Hälfte (43:34) und guter Verteidigung gegen den offensivstarken Euroleague-Vertreter, der zwei Tage zuvor Zenit St. Petersburg mit 85:65 abgefertigt hatte, sorgten die Bamberger für gute Stimmung auf den Rängen. Allerdings zeigten die Berliner nach dem Seitenwechsel ihre ganze Klasse und machten einen Elf-Punkte-Rückstand (30:41) wett.

Nnoko nicht zu stoppen

Sie profitierten dabei von acht Bamberger Ballverlusten in der zweiten Halbzeit - in der ersten waren es nur drei - sowie ihrer Überlegenheit unter dem Bamberger Korb. "Berlin hat zu viele Offensivrebounds bekommen, Nnoko war ein richtiges Biest", meinte Brose-Neuzugang Christian Sengfelder. Der Center aus Kamerun im Berliner Trikot (18 Punkte) schnappte sich sieben der 14 Abpraller unter dem Bamberger Korb. Die Folge: Alba gelangen 17 Zähler nach einer zweiten Wurfchance, Brose nur sechs.

Matchwinner für die Gäste war aber nicht Nnoko, der das Ausscheiden des Bamberger Centers Assem Marei (Nackenprobleme) zur Pause weidlich ausnutzte, sondern Martin Hermannsson. 15 seiner 17 Punkte erzielte der isländische Aufbauspieler in der zweiten Halbzeit und war damit maßgeblich an der erfolgreichen Aufholjagd seines Teams beteiligt.

Korbgefährlichster Bamberger war Kameron Taylor mit 17 Zählern. Dass alle zehn eingesetzten Spieler punkteten, spricht für die gute Teamleistung. Belohnt wurde diese trotzdem nicht. "Wir hatten einige unnötige Fehlpässe und haben zu viele Freiwürfe vergeben. Wir stecken noch mitten im Lernprozess", meinte Kameron Taylor. Sein Teamkollege Sengfelder fand dennoch: "Es war ein guter erster Härtetest."

Zwar stimmte die Leistung auf beiden Seiten, doch die 65. Auflage des Bundesliga-Klassikers fand nicht vor ausverkauftem Haus statt. Knapp 700 Plätze der 6150 Zuschauer fassenden Brose-Arena blieben leer. Offensichtlich haben die Brose-Basketballer trotz des Pokalsiegs in der vergangenen Saison bei etlichen Fans ihren Kredit verspielt.

Am neu formierten Team liegt es nun, sie zurückzugewinnen. Ruft es die Leidenschaft, die es gegen die Berliner gezeigt hat, im Bundesliga-Alltag auf Dauer ab, sollte ihm dies schnell gelingen.

Der couragierte Auftritt gegen Alba hat jedenfalls gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Bamberg könnte weiter zu den "großen B" der Bundesliga gehören.

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