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Basketball

Brose Bamberg bleibt im Play-off-Rennen

Mit dem Heimsieg über Gaziantep Basketbol haben die Bamberger ihr Schicksal in der Champions League noch in eigener Hand. Die Bankspieler sorgen nach einem Fehlstart für die Wende.
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Tré McLean, der acht seiner zehn Punkte nach der Pause erzielte, und Assem Marei klatschen sich nach dem Sieg über Gaziantep ab. Foto: Daniel Löb
Tré McLean, der acht seiner zehn Punkte nach der Pause erzielte, und Assem Marei klatschen sich nach dem Sieg über Gaziantep ab. Foto: Daniel Löb

Der größte Druck ist fürs Erste aus dem Kessel. Entsprechend erleichtert war Roel Moors. "Das Spiel hat gezeigt, dass wir am Leben sind", sagte der Trainer von Brose Bamberg nach dem hart erkämpften 86:81-Heimerfolg gegen Gaziantep Basketbol. Sieben Niederlagen hatte sein Team in den vergangenen neun Spielen kassiert, dabei Vorsprünge leichtfertig verspielt oder - wie jüngst gegen Bayern München oder in Crailsheim - viele Würfe nicht getroffen. Beides war am Mittwochabend anders, auch wenn weiter Luft nach oben ist.

Leidenschaftlich kämpfende Bamberger machten nach einem Katastrophenstart einen 13-Punkte-Rückstand (2:15, 6. Minute) wett und feierten einen eminent wichtigen Erfolg im Rennen um den Play-off-Einzug in der Champions League. "Jeder Spieler von uns spürt den Druck. Aber wir sind ruhig geblieben und haben die richtige Reaktion gezeigt. Das war die wichtigste Erkenntnis in diesem Spiel. Auch als der Gegner wieder herangekommen ist, haben wir nicht nachgegeben", meinte Moors nach dem fünften Erfolg in der Gruppe C.

Zwar bleiben die Bamberger Tabellenfünfter, haben aber nur noch einen Sieg Rückstand auf den Vierten Peristeri BC und damit bei noch vier ausstehenden Partien, darunter am 28. Januar bei den Griechen, den Sprung ins Achtelfinale noch in eigener Hand.

Obasohan und Atkins effektiv

Den vorzeitigen K.o. im Play-off-Rennen vermieden die Oberfranken mit einer Energieleistung. Spielern aus der "zweiten Fünf" hatten sie es zu verdanken, dass sie den Fehlstart noch vor der Pause korrigierten. 28 Punkte zum 42:40-Halbzeitstand steuerten Akteure bei, die von der Bank kamen. Besonders effektiv erwiesen sich dabei die beiden Nachverpflichtungen Retin Obasohan (8 Punkte) und Darion Atkins (10). "Die zweite Fünf hat viel Energie aufs Feld gebracht und dem ganzen Team einen Schub gegeben", sagte Kameron Taylor, der nach der Pause aufdrehte, mit 15 Punkten bester Bamberger Werfer war und zudem fünf Korbvorlagen gab.

Wie der Flügelspieler steigerte sich auch Center Assem Marei (9/8 Rebounds) in der zweiten Halbzeit erheblich. Der Center trug seinen Teil dazu bei, dass die Gastgeber das Reboundduell mit 41:30 klar zu ihren Gunsten entschieden. 18 Mal schnappten sie sich den Ball unter dem gegnerischen Korb und münzten die Offensivrebounds in 17 Punkte um. Dies war neben 21 Zählern aus Schnellangriffen der zweite Schlüssel zum Sieg, der im letzten Viertel aber noch einmal kurz in Gefahr geriet. Denn nach einem 13-Punkte-Rückstand (60:73, 29. Minute) kamen die Türken, die in Jason Rich (18), Drew Crawford (14) und dem Ex-Bamberger Stevan Jelovac (13) ihre besten Werfer hatten, noch einmal auf zwei Zähler heran (73:75, 33. Minute).

Offensive gerät ins Stocken

Wie in vielen Spielen zuvor wackelten die Bamberger, deren Offensive nach 27 Punkten im zweiten und 31 im dritten Viertel plötzlich ins Stocken geriet. Denn in der Schlussphase wollten sie vieles erzwingen und verzettelten sich dabei in Einzelaktionen. Zudem vergaben Marei und McLean zweimal freistehend unter dem Korb.

Der Gegner konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Fünf Ballverluste von Gaziantep spielten den Oberfranken in die Karten. Und mit dem Korbleger von Christian Sengfelder (4 Punkte/8 Rebounds), den die Türken bei einem Einwurf aus den Augen verloren hatten, zum 86:80 war die Partie 37 Sekunden vor der Schlusssirene entschieden. "Wir haben das Spiel gut beendet. Das ist alles, was wir wollten", meinte Kameron Taylor. Für Coach Moors zählte vor dem Pokalhalbfinale gegen Alba Berlin am Sonntag (18 Uhr) aber noch ein anderer Aspekt: "Wir wollten uns in diesem Spiel Selbstvertrauen holen, das haben wir geschafft. Wir werden den Berlinern einen harten Kampf liefern."

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