Bamberg

Brose Bamberg - Bayern München: Kracher kurz vor Silvester

Im Spitzenspiel empfängt der Tabellenvierte den in der Bundesliga noch ungeschlagenen deutschen Meister. Zum bayerischen Duell ist die Brose-Arena erstmals in dieser Saison ausverkauft.
Artikel drucken Artikel einbetten
Vor genau einem Jahr unterlagen die Bamberger den Bayern an gleicher Stelle mit 75:80. Hier sichert sich Brose-Kapitän Elias Harris (links) den Rebound vor Danilo Barthel; rechts Leon Radosevic, links Vladimir Lucic. Foto: Daniel Löb
Vor genau einem Jahr unterlagen die Bamberger den Bayern an gleicher Stelle mit 75:80. Hier sichert sich Brose-Kapitän Elias Harris (links) den Rebound vor Danilo Barthel; rechts Leon Radosevic, links Vladimir Lucic. Foto: Daniel Löb

Es ist kein Zufall, sondern abermals der Wunsch des übertragenden TV-Senders: Zum zweiten Mal in Folge stehen sich im letzten Bundesligaspiel des Kalenderjahres die Basketballer von Brose Bamberg und des FC Bayern München in der Brose-Arena gegenüber. "Magentasport" hofft kurz vor Silvester auf viele Zuschauer, die in der Brose-Arena am Montagabend (20.30 Uhr) schon garantiert sind: Zum ersten Mal in dieser Saison ist die Halle ausverkauft.

Vor wenigen Tagen wären die Rollen im Duell zwischen dem früheren Serien- und dem aktuellen Meister noch klar verteilt gewesen, aber die jüngsten Vorstellungen beider Team lassen eher ein umkämpftes Spitzenspiel zum Jahresausklang erwarten. Die Bamberger haben am Freitagabend mit einer guten Leistung gegen die Ludwigsburger viel Selbstvertrauen getankt, während die Bayern zeitgleich bei der klaren 73:98-Heimniederlage gegen den Tabellenletzten der Euroleague, Zalgiris Kaunas, auf ganzer Linie enttäuschten.

Nur Barthel und Zipser stark

"Bamberg gegen München ist immer ein großes Spiel. Wir haben heute gezeigt, wozu wir in der Lage sind. Wir sind sehr hungrig und freuen uns auf die Bayern", sagte Brose-Flügelspieler Louis Olinde nach dem 75:68-Erfolg gegen die Schwaben. Der heutige Gegner war am Freitagabend dagegen völlig bedient. "Wir dürfen uns einfach keine Schwächephasen leisten, lasche drei, vier Minuten kosten uns manchmal gleich das ganze Spiel", meinte der Münchner Nationalspieler Danilo Barthel, der sich gegen Kaunas mit 20 Punkten zusammen mit Paul Zipser (13) als einer der wenigen Bayern-Spieler gegen die Niederlage stemmte. Die beiden Center Greg Monroe und Mathias Lessort kamen gegen die starke Verteidigung der Litauer, die die Zone dicht machten, jeweils nur auf zwei Zähler. Aber nicht nur offensiv, sondern auch defensiv hatten die Münchner einen rabenschwarzen Tag erwischt. Daher fordert Bayern-Coach Dejan Radonjic: "Bamberg ist heimstark und hat ein gutes Team. Nach dem Kaunas-Spiel müssen wir in der Atmos- phäre dort vor allem in der Defensive eine Reaktion zeigen und bereit sein für ein physisches Spiel."

Prominent verstärkt

In der Bundesliga sind die Münchner, die sich im Sommer mit Zipser, Monroe, Lessort, DeMarcus Nelson und Josh Huestis prominent verstärkt haben, in dieser Saison noch unbesiegt. Ligaweit weisen sie die beste Trefferquote sowohl aus dem Zweier- (59,8 Prozent) als auch aus dem Dreierbereich (44,5) auf. Die Bamberger werden daher wie gegen Ludwigsburg bärenstark verteidigen müssen, um das Spiel offen zu halten. "Es wird eine große Herausforderung. Was die Bayern so gefährlich macht: Jeder Spieler kann scoren. Wir müssen versuchen, ihnen so viele Optionen wie möglich wegzunehmen. Es wird eine interessante Partie", meint Brose-Trainer Roel Moors.

Verkabelte Spieler

Bei der Liveübertragung des bayerischen Duells präsentiert "Magentasport" den Zuschauern ein Novum. Erstmals werden bei einer Basketballpartie in Europa zwei Spieler - der Bamberger Elias Harris und der Münchner Vladimir Lucic - über im Trikot eingearbeitete Mikrofone während des Spiels verkabelt sein. Zusätzlich ist eine Handkamera auf beide Akteure gerichtet. Was die zwei Spieler während der Partie sagen, wird jedoch nicht live, sondern nur in Einspielungen bei Spielunterbrechungen bzw. in der Pause zu hören sein.

Gäste-Check: FC Bayern München

Die Doppelbelastung tut den Münchner Bayern in dieser Saison nicht gut. Zwar ziehen sie in der Bundesliga mit zwölf Siegen in zwölf Spielen unangefochten ihre Kreise, doch bleiben sie in der Euroleague ein ganzes Stück hinter den Erwartungen zurück. Als Tabellen-14. (sechs Siege/zehn Niederlagen) haben sie zwei Siege Rückstand auf Platz 8. Vor allem auswärts tut sich der deutsche Meister schwer und landete erst einen Sieg in fremder Halle (77:76 in Berlin). Das 73:98 am Freitag zu Hause gegen Zalgiris Kaunas war ein weiterer Rückschlag im Kampf um die angestrebte Play-off-Teilnahme. Der Neuzugang Seit Samstag haben die Münchner neun ausländische Profis unter Vertrag. Der deutsche Meister hat Zan Mark Sisko verpflichtet. Der 22-jährige Slowene unterschrieb einen Vertrag bis zum Sommer 2022. Der 1,90 Meter große Aufbauspieler wechselte vom slowenischen Meister Koper Primorska, für den er in der südosteuropäischen Adriatic League im Schnitt 8,1 Punkte und 9,9 Assists erzielte, nach München. "Er ist ein Projekt für die Zukunft, ein junger Spieler mit sehr hohem Entwicklungspotenzial", sagte Bayern-Sportdirektor Daniele Baiesi. Die Ex-Bamberger Maodo Lo und Leon Radosevic haben bei den Münchnern unterschiedliche Rollen. Lo ist aufgrund der langwierigen Verletzung von T.J. Bray Aufbauspieler Nr. 1 und kommt in der Bundesliga bei einer Einsatzzeit von 20:05 Minuten im Schnitt auf 9,3 Punkte und 3,3 Assists. Radosevic (3,3/2,1 Rebounds) ist hinter Greg Monroe und Mathias Lessort nur Center Nr. 3 und steht lediglich 12:07 Minuten auf dem Parkett.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren