Bamberg
Basketball

Brose Bamberg aus allen Träumen gerissen

Das Bamberger Brose-Team startet mit einer bitteren 88:89-Heimniederlage gegen Fuenlabrada in die Champions League.
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Versteinerte Mienen: Maurice Stuckey (links) und Patrick Heckmann nach der Niederlage Foto: Daniel Löb
Versteinerte Mienen: Maurice Stuckey (links) und Patrick Heckmann nach der Niederlage Foto: Daniel Löb

Auf einen Schlag war es totenstill in der Frankenhölle, die Freaks befanden sich in einer Schockstarre - die Spieler und Trainer von Montakit Fuenlabrada dagegen führten Freudentänze auf dem Bamberger Parkett auf: Mit einem irren Dreier aus mehr als neun Metern riss Francisco Cruz das Brose-Team aus allen Träumen. Trotz der 33 Punkte des überragenden Tyrese Rice kassierten die Hausherren eine 88:89-Niederlage und standen nach ihrer Champions-League-Premiere mit leeren Händen da.

36 Sekunden vor Schluss nahm das Unheil seinen Lauf: Die Bamberger verspielten in der finalen Phase den 82:74-Vorsprung. Gründe für diese Pleite gibt es genügend: Stevan Jelovac nahm übermotiviert einen Dreier, obwohl noch 15 Sekunden Angriffszeit zur Verfügung standen. In der Verteidigung lief einiges schief, die Spanier kamen im letzten Viertel aufgrund der Bamberger Rebound-Defizite sechsmal zu zweiten Chancen. Die taktischen Fouls, um bei Drei-Punkte-Führungen den Ausgleich zu verhindern, waren zwar ein probates Mittel, kamen aber viel zu früh. Und als Cruz 3,6 Sekunden vor Schluss beim Stand von 88:87 den zweiten Freiwurf absichtlich danebensetzte, glitt den Hausherren der Ball aus den Händen. 2,2 Sekunden waren noch auf der Uhr, als Cruz nach dem Einwurf sofort abdrückte und mit seiner Bogenlampe über Rice hinweg Freak City erstarren ließ.

"Hatten Partie unter Kontrolle"

Brose-Trainer Ainars Bagatskis hatte in seiner Spielanalyse trotz der Enttäuschung aber nicht nur Negatives entdeckt: "Was gut war: wir sind zwischenzeitlich - auch als wir mit zehn Punkten zurücklagen - nicht nervös geworden, sondern haben unser Spiel gespielt. Dann hatten wir die Partie eigentlich unter Kontrolle." Der Lette nannte aber auch die Gründe für die Niederlage: "Wir haben zweimal unnötig schnell abgeschlossen, nicht getroffen und im Gegenzug Punkte kassiert. Am Ende hatten die Gäste natürlich Glück mit dem Wurf, aber das gehört im Basketball dazu. Wir leisteten uns in der zweiten Halbzeit zu viele Fehler, haben zu viele Rebounds abgegeben, zu oft den Ball verloren. Das waren die ausschlaggebenden Punkte."

Galavorstellung von Tyrese Rice

Das tragische Ende der Partie überschattet auch die Gala-Vorstellung von Tyrese Rice. 33 Punkte, 17 davon im letzten Viertel, standen für den schnellen und abgezockten Spielmacher in der Statistik. Schon im ersten Viertel hatte er das Brose-Team bei einem schnellen Zehn-Punkte-Rückstand ins Spiel gebracht. Mit drei Dreiern innerhalb kurzer Zeit sorgte der Scharfschütze nach 32 Minuten dafür, dass die Hausherren nach langer Durststrecke erstmals wieder mit 65:64 in Führung gingen. Und er hatte nicht nur den Korb, sondern auch seine besser postierten Mitspieler (8 Assists) im Blick.

"Nach so einer Niederlage ist es wichtig, dass wir zusammenhalten, die Köpfe oben behalten, dann wird sich der Erfolg auch einstellen", betonte Bagatskis, der trotz der bitteren Pleite gegen eine erfahrene Mannschaft Fortschritt bei seinem Team erkannte. Und der Lette hofft, dass seine Jungs schon am Montag (20.30 Uhr) im Bundesliga-Heimspiel gegen die Riesen aus Ludwigsburg wieder jubeln.



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