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Basketball

Brisante Heimpremiere für Brose Bamberg

Brose Bamberg empfängt am Sonntag zum ersten Bundesligaspiel vor den eigenen Fans Alba Berlin. Das Team aus der Hauptstadt hat sich für seine erste Euroleague-Saison seit fünf Jahren gezielt verstärkt.
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Der Bamberger Elias Harris stopft den Ball durch den Ring, der Berliner Niels Giffey hat das Nachsehen. 231 Tage nach dem Pokalfinale stehen sich beide Teams in der Brose-Arena erneut gegenüber. Foto: Daniel Löb
Der Bamberger Elias Harris stopft den Ball durch den Ring, der Berliner Niels Giffey hat das Nachsehen. 231 Tage nach dem Pokalfinale stehen sich beide Teams in der Brose-Arena erneut gegenüber. Foto: Daniel Löb

Das erste Heimspiel der noch jungen Bundesligasaison hat es für die Bamberger Brose-Basketballer gleich in sich. Mit Alba Berlin ist am Sonntagabend (18 Uhr) einer der beiden deutschen Euroleague-Vertreter zu Gast. Zudem ist das Duell mit dem Team aus der Hauptstadt die Neuauflage des Pokalfinals der vergangenen Spielzeit, in dem die Bamberger hauchdünn mit 83:82 die Oberhand behielten.

Während die Bamberger nach ihrem Sieg im Pokal-Achtelfinale in Gießen am vergangenen Sonntag eine ganze Woche Zeit hatten, sich auf das Duell gegen die "Albatrosse" vorzubereiten, ist für die Berliner das Gastspiel in der Brose-Arena die vierte Partie binnen neun Tagen. Nach dem 92:81-Pokalsieg über Würzburg am Samstag und dem 101:78 gegen Vechta am Mittwoch steht für sie am Freitagabend noch das Euroleague-Auftaktspiel gegen Zenit St. Petersburg auf dem Programm.

Straffes Auftaktprogramm

Brose-Trainer Roel Moors glaubt aber nicht, dass das straffe Auftaktprogramm beim Gegner Spuren hinterlässt: "Ich denke nicht, dass die Berliner müde sein werden. Sie haben einen Kader, der die Belastung ohne Probleme abfangen wird." Alba-Neuzugang Marcus Eriksson sieht sogar Vorteile für sein Team: "Dass wir jetzt so viele Spiele in kurzer Folge spielen, hilft uns, unseren Rhythmus aufzunehmen. Ich denke, dass wir jetzt von Spiel zu Spiel besser werden. " Der Schwede ist einer von nur drei Neuzugängen im eingespielten Berliner Team, das seine Leistungsträger aus der vergangenen Saison - Luke Sikma, Peyton Siva, Martin Hermannsson und Rokas Giedraitis - halten konnte und daher auch in dieser Saison als Rivale der Münchner Bayern im Titelkampf gilt. Mit 14 Profis, davon acht Ausländer, sind die "Albatrosse" sowohl quantitativ als auch qualitativ breit aufgestellt.

Körperlich dagegenhalten

"Die Berliner spielen sehr schnell, haben einen guten Rhythmus in der Offensive und lassen den Ball gut zirkulieren", sagt Brose-Coach Moors. 24 Assists gegen Würzburg und 30 gegen Vechta sind Beleg für die uneigennützige Spielweise des eingespielten Berliner Teams. Moors fordert deshalb: "Wir müssen körperlich stark dagegenhalten. Wenn sie erstmal ins Laufen gekommen sind, ist es schwer, sie zu stoppen. Daher ist es enorm wichtig, dass wir ihren Systemen frühzeitig mit unserer Verteidigung den Zahn ziehen."

In den bisherigen beiden Partien stand die Bamberger Abwehr gut. 75 Punkte gestattete sie zum Saisonauftakt den Bayreuthern, gar nur 66 vor Wochenfrist den Gießenern. In beiden Spielen leisteten sich die Oberfranken aber nach teils komfortabler Führung einen Durchhänger, mit dem sie ihre Gegner ins Spiel zurückkommen ließen. Ein Gegner vom Format der Berliner wird Konzentrationsschwächen wohl weitaus härter bestrafen.

"Es wird ein schwieriges Spiel für uns. Aber ich bin mir sicher, dass die Halle über 40 Minuten laut sein und komplett hinter uns stehen wird", sagt Brose-Neuzugang Kameron Taylor vor der Heimpremiere in der Brose-Arena, für die am Freitag noch mehrere Hundert Tickets zu haben waren.

Bamberger stark beim Rebound

Während die Hauptstädter aufgrund ihrer guten Schützen aus der Distanz gefährlich sind, dürften die Bamberger unter den Brettern Vorteile haben. Jeweils 13 Offensivrebounds in Bayreuth und Gießen münzten sie in zehn bzw. 15 Punkte nach zweiten Wurfchancen um, wobei Center Assem Marei jüngst bei den 46ers ein Double-Double (17 Punkte/zehn Rebounds) gelang.

Gäste-Check: Alba Berlin

Die Neuzugänge In den vergangenen drei Jahren spielte der 25 Jahre alte Schwede Marcus Eriksson mit Herbalife Gran Canaria und zuvor mit dem FC Barcelona in der Euroleague. Der Dreierspezialist erhielt in Berlin einen Vierjahresvertrag.

Der ebenfalls 25 Jahre alte, US-amerikanische Power Forward Tyler Cavanaugh weist 50 NBA-Einsätze auf, spielte in der vergangenen Saison für Utah Jazz aber nur in der G-League. Bei Alba ersetzt er Dennis Clifford.

Von etlichen Bundesligisten umworben war der Combo-Guard und Jung-Nationalspieler Makai Mason. Der 24-jährige Deutsch-Amerikaner kehrt nach seiner College-Zeit an der Baylor University (Texas) nach Deutschland zurück. Die Ausfälle Mit Peyton Siva (Wade), Eurocup-MVP der vergangenen Saison, und Stefan Peno (Knie) fehlen den Berlinern gleich zwei Aufbauspieler. Den Ex-Bamberger Johannes Thiemann plagen Leistenbeschwerden. Kurzfristig musste gegen Vechta auch Mason wegen Fußproblemen aussetzen. Die Schlüsselspieler Aufgrund der Ausfälle von Siva und Peno liegt die Last im Spielaufbau fast ausschließlich auf den Schultern von Martin Hermannsson. Der Isländer meistert diese Aufgabe mit Bravour. Er gab im Pokalspiel gegen Würzburg zehn und beim Ligaauftakt gegen Vechta elf Korbvorlagen. Zehn Punkte gegen Vechta führten zu einem Double-Double. Scharfschütze Eriksson traf in beiden Partien jeweils drei Dreier (Trefferquote 55 Prozent) und punktete jeweils zweistellig (19/13). ps

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