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Basketball

Baunach Young Pikes: neue Liga, neue Halle

Die Baunach Young Pikes orientieren sich nach dem Abstieg aus der ProA um. Teammanager Jörg Mausolf erklärt im Interview, was sich ändern wird.
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Henri Drell, hier beim Dunking, gilt in der nächsten Saison als deutscher Spieler und wird mit einer Doppellizenz ausgestattet. Damit kann der Este sowohl für Brose Bamberg als auch für die Baunach Young Pikes auflaufen, ohne deren Ausländerkontingent zu belasten. Foto: sportpress
Henri Drell, hier beim Dunking, gilt in der nächsten Saison als deutscher Spieler und wird mit einer Doppellizenz ausgestattet. Damit kann der Este sowohl für Brose Bamberg als auch für die Baunach Young Pikes auflaufen, ohne deren Ausländerkontingent zu belasten. Foto: sportpress
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Nach fünf Jahren in der ProA sind die Baunach Young Pikes aus der zweithöchsten deutschen Basketball-Spielklasse abgestiegen. Teammanager Jörg Mausolf spricht im Interview über die Herausforderung ProB und die Suche nach einer neuen Heimspielstätte, da die Gaf-Stauffenberg-Halle aufgund von Sanierungsarbeiten für knapp zwei Jahre nicht zur Verfügung steht.

War die Mannschaft zu schwach besetzt für die ProA?

Jörg Mausolf: So, wie sie geplant war, eigentlich nicht. Die Kreuzbandverletzung von Eddy Edigin kurz vor Saisonbeginn hat uns natürlich gleich schwer getroffen. Es war auch angedacht, dass William McDowell-White den Großteil der Spiele bei uns absolvieren wird und Leon Kratzer ab und an bei uns auflaufen kann. Der Abgang von beiden hat uns natürlich extrem geschwächt. Dazu kamen die langwierigen Verletzungen von Nico Wolf und Kay Bruhnke, die beide nicht mal ein Drittel der Spiele absolvieren konnten. Bei Louis Olinde verhält es sich ein wenig anders. Er hat den Sprung zum vollwertigen Rotationsspieler bei Brose Bamberg geschafft, so dass er keine Spielpraxis bei uns mehr sammeln musste. Marvin Heckel war am Ende der einzige Spieler im Kader, der alle Begegnungen absolviert hat. So waren die Trainer oftmals gezwungen, Spieler aufs Feld zu schicken, denen eigentlich in dieser Saison noch keine so große Rolle zugedacht war. Diese junge Garde um Elias Baggette, Moritz Plescher und die beiden Brüder Nicholas und Brandon Tischler hat ihre Sache zwar gut gemacht. In Summe hat dann einfach die Substanz gefehlt, um die nötigen Siege einzufahren.

Welche Veränderungen wird es im Kader nach dem Abstieg geben?

Es ist noch zu früh, um konkrete Aussagen zu machen. Ein Großteil des Teams hat aber noch Verträge für die kommende Saison. Einzig bei Adam Pechacek und Eddy Edigin laufen diese aus. Adam wird den Weg in die ProB sicher nicht mitgehen, und auch bei Eddy bin ich nicht sehr zuversichtlich. Matej Jelovcic wird ebenfalls nicht mehr für uns auflaufen. Unsicher ist auch noch die Zukunft von Kristian Kullamäe, der zwar noch einen Vertrag für die nächste Saison besitzt, durch seine guten Leistungen aber das Interesse von einigen höherklassigen Klubs, auch aus dem Ausland, geweckt hat. Henri Drell, der in seine vierte Saison in Bamberg geht und daher als deutscher Spieler gilt, soll fest zum Brose-Kader gehören und wird mit einer Doppellizenz weiter für uns auflaufen. Es wird also überwiegend mit dem Stamm der letzten Saison weitergehen. Ob es den ein oder anderen Neuzugang geben wird, muss man abwarten. Wenn, dann werden es junge deutsche Spieler mit Perspektive sein, denn die Ausrichtung bleibt nach wie vor die Entwicklung von Spielern.

Wie geht es weiter mit Trainer Mario Dugandzic?

Mario hat noch zwei Jahre Vertrag. Er identifiziert sich voll und ganz mit dem Programm. Ich bin wirklich froh, ihn hier zu haben.

Was sind die Ziele in der ProB?

Wir werden sicher nicht den Fehler machen und die ProB unterschätzen. Deshalb wäre es auch vermessen, zum jetzigen Zeitpunkt sofort vom Wiederaufstieg zu sprechen. Wir werden wieder mit einer sehr jungen Mannschaft an den Start gehen. Unser primäres Ziel wird es sein, athletischen und attraktiven Basketball zu spielen, um die Fans wieder zurück in die Halle zu bringen. Natürlich hoffe ich, dass wir mit der talentierten Truppe mehr Spiele gewinnen als in den letzten Jahren und es in die Play-offs schaffen. Eine Zitterpartie um den Klassenerhalt haben wir jetzt oft genug erlebt. Ein sofortiger Wiederaufstieg in die ProA ist aber auch wegen der Hallenproblematik mittelfristig sehr schwer zu realisieren. Auch der Konsolidierungskurs von Brose Bamberg geht an uns nicht spurlos vorbei. Der Etat wird deutlich niedriger sein als die Jahre zuvor.

Wo werden die Young Pikes ihre Heimspiele in der nächsten Saison austragen?

Es steht zwar noch nicht zu hundert Prozent fest, aber die Tendenz geht zum Basketball-Center Hauptsmoor, der Trainingshalle von Brose Bamberg. Wir haben viele Optionen geprüft, auch die Freedom Fitness Facility auf dem Gelände der Bundespolizei. Es gibt hier eine große Bereitschaft von den Verantwortlichen der Bundespolizei und der Bima, uns zu helfen. Wir hätten in diese Halle aber mindestens 10 000 Euro investieren müssen, von den laufenden Kosten ganz zu schweigen. Letztendlich stehen der Aufwand und vor allem die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen, so dass wir vermutlich die kleinere Variante mit der Halle in Strullendorf anstreben. Ich habe diesbezüglich schon Gespräche mit den Liga-Verantwortlichen geführt. Es muss nur noch der Nachweis erbracht werden, dass die Halle über eine Kapazität von 500 Zuschauern verfügt, was definitiv der Fall ist.

Wir wollen dann solange im Basketball Center Hauptsmoor spielen, bis die "Blaue" fertig renoviert ist. Alle anderen Hallen in Bamberg und Umgebung sind komplett belegt oder nicht für den Spielbetrieb in der ProB zugelassen.

Würden Sie sich wünschen, dass die Baunacher Verantwortlichen stärker in die Kaderplanungen involviert werden? Schließlich trägt das Farmteam von Brose Bamberg den Namen des Vereins, dessen Basketball-Abteilungsleiter Sie ja auch sind.

Es ist ja nicht so, dass ich komplett außen vor gelassen werde. Yassin Idbihi, der federführend die Rekrutierung leitet, ist im regen Austausch mit mir. Allerdings werden die Spieler komplett von Brose Bamberg bezahlt, so dass die Verantwortlichen auch die Entscheidungshoheit haben. Mein langjähriger Vorgänger als Abteilungsleiter, Jochen Hirmke, und ich haben aber dem Geschäftsführer von Brose Bamberg, Arne Dirks, angeboten, uns da mehr einzubringen.

Was wünschen Sie sich von der neuen Saison in der ProB?

Ich hoffe, dass unsere treuen Fans den Umzug nach Strullendorf mitmachen und uns unsere Sponsoren die Treue halten. Die letzte Saison war nicht einfach für uns alle. Nach drei Jahren, in denen wir immer um den Klassenerhalt kämpfen mussten, wünsche ich mir eine Saison, in der wir von Anfang an verletzungsfrei bleiben und tollen Basketball mit mehr Siegen als Niederlagen zeigen, mit einem jungen und talentierten Team. Das haben sich auch die unermüdlichen Helfer verdient, die in großer Zahl seit Jahren tolle ehrenamtliche Arbeit leisten und den Spielbetrieb erst möglich machen. Die Fragen stellte Peter Seidel.

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