Baunach
Basketball ProA

Baunach verpasst Sensation gegen Baskets Würzburg nur knapp

Der Aufsteiger verliert in der Brose Arena gegen den Zweitliga-Tabellenführer aus Würzburg vor einer Rekordkulisse erst nach Verlängerung.
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Nicht nur die Besucherzahl, sondern auch die Stimmung war beim Frankenderby zwischen Baunach und Würzburg in der Bamberger Brose Arena erstliga-reif. Fotos: sportpress
Nicht nur die Besucherzahl, sondern auch die Stimmung war beim Frankenderby zwischen Baunach und Würzburg in der Bamberger Brose Arena erstliga-reif. Fotos: sportpress
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Als Steffen Hamann mit einem Drei-Punkte-Spiel drei Minuten vor Ende der Partie gegen die s.Oliver Baskets Würzburg die Baunacher erstmals in Führung gebracht hatte (76:73), hielt es keinen der 4900 Zuschauer in der Brose Arena mehr auf seinem Stuhl. Bis zum Ende der regulären Spielzeit und auch in der fünfminütigen Verlängerung setzte sich auch keiner mehr hin. Denn das Publikum bekam Dramatik pur geboten. Mit viel Glück gewann der Zweitliga-Tabellenführer am Sonntag das Frankenderby mit 98:95 vor der Saison-Rekordkulisse in der 2. Basketball-Liga ProA.

"Ich muss den Baunachern viel Respekt zollen. Sie haben alles gegeben und nie den Kopf hängen lassen. Das war ein super Spiel und hat mir viele Nerven gekostet", sagte der Würzburger Trainer Doug Spradley nach dem couragierten Auftritt des Aufsteigers. Bei einer klaren 46:28-Führung zur Halbzeit hatten die besonders im ersten Viertel aus der Distanz fast traumwandlerisch sicher treffenden Gäste um den Ex-Bamberger Darren Fenn (sechs Dreier bei sechs Versuchen) schon wie der sichere Sieger ausgesehen. Doch die mit viel Leidenschaft spielenden und nie aufgebenden Gastgeber kämpften sich fulminant in die Partie zurück.

Sie gewannen das dritte Viertel mit 26:19 und das vierte mit 33:22. Die Sensation blieb aber aus, weil die Baunacher es bei einer 87:84-Führung kurz vor Ende der regulären Spielzeit nicht schafften, den letzten Würzburger Angriff mit einem Foul zu unterbinden. So rettete Jeremy Dunbar die Gäste mit einem Dreier aus der Ecke in die Verlängerung.

Auf Augenhöhe

Auch hier waren die "jungen Wilden" aus Baunach mit dem mit etlichen bundesliga-erfahrenen Spielern gespickten Spitzenreiter auf Augenhöhe, ehe die Würzburger nach zwei Ballverlusten von Andi Obst und Alex Engel in der letzten Minute der Verlängerung den Kopf noch aus der Schlinge zogen. "Als jüngste Mannschaft der 2. Liga haben wir heute eine grandiose kämpferische Leistung gezeigt. Bei den Freiwürfen hatten wir am Ende schlechte Nerven, sonst hätten wir das Spiel nach Hause geschaukelt. Wir werden aber aus dieser Situation lernen und gestärkt daraus hervorgehen", meinte der Baunacher Trainer Ivan Pavic.

Der überragende Anthony Lee läutete die Aufholjagd im dritten Abschnitt mit drei Dreiern kurz hintereinander ein. Zuvor hatte das junge Team des Aufsteigers zu viel Respekt vor dem Meisterschaftsfavoriten gezeigt. Während der Spitzenreiter im ersten Viertel sechs Dreier im Korb der Gastgeber unterbrachte, verfehlten alle sieben Baunacher Würfe aus der Distanz ihr Ziel. Auch nach dem ersten Viertel (12:24) konnten die Hausherren ihrem Gegner nicht Paroli bieten, sodass die Unterfranken ihren Vorsprung bis zur Pause auf 18 Punkte ausbauten (46:28). Mit ihrer Zonenverteidigung stellten die s.Oliver Baskets ihren Gegner vor große Probleme. Beleg dafür war die geringe Baunacher Trefferquote von nur 33 Prozent vor der Pause. "In der ersten Halbzeit waren wir sehr nervös, und Würzburg hat sensationell getroffen. Aber nach der Pause haben wir mächtig Gas gegeben und Charakter gezeigt", sagte Aufbauspieler Steffen Hamann.

Zweierlei Maß

Die Baunacher ließen sich auch von den Schiedsrichtern, die ihre Foulentscheidungen teilweise mit zweierlei Maß trafen, nicht aufhalten. Doch belohnten sich die Gastgeber am Ende für ihre Aufholjagd nicht. Dennoch wurden sie bei ihrem ersten Auftritt in der "Frankenhölle" von den Zuschauern mit viel Applaus verabschiedet. Und als die rund 1000 Würzburger Fans die Brose Arena mit Sprechchören ("Derbysieger, Derbysieger, hey, hey, hey") verließen, schwang bei ihrem Siegesgesang eine große Portion Erleichterung mit.

Statistik
Bike-Cafe Messingschlager Baunach: Lee (24 Punkte/5 Dreier), Knight (14), Hamann (12/1), Obst (12/4), Kratzer (10), Thiemann (8), Walde (7), Engel (5), Taras (3/1), Stutz, Dizdarevic / s.Oliver Baskets Würzburg: Fenn (28/6), Medlock (26/4), Hoffmann (13), Dourriseau (9/1), Dunbar (7/1), Givens (5), Mallett (4/1), Spoden (3), Wendt (3/1), Ugrai
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