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Basketball-Bundesliga

Bamberger verlieren im Derby den Kopf

Brose Bamberg verspielt im letzten Viertel abermals einen Vorsprung. Daher gelingt den Würzburgern der erste Sieg überhaupt bei den Oberfranken.
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Foto: Daniel Löb
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Steuern die Basketballer von Brose Bamberg auf einen Heimkomplex zu? Während ihnen in der Bundesliga zuletzt in Bonn und Frankfurt zwei ungefährdete und klare Siege gelangen, präsentieren sie sich in der Brose-Arena weit weniger souverän. Wie schon gegen die Ulmer vor eineinhalb Wochen verspielten sie auch am Dienstagabend im letzten Viertel einen Vorsprung und mussten mit dem 69:72 gegen die Unterfranken bereits die dritte Heimniederlage in dieser Bundesligasaison hinnehmen, durch die sie mit nun 14:6 Punkten auf den vierten Platz abgerutscht sind.

Fast vier Minuten ohne Punkt

Während die Bamberger gegen Ulm mit einem Vorsprung von zehn Punkten in den Schlussdurchgang gingen, führten sie gegen die Würzburger knapp vier Minuten vor Schluss ähnlich klar (69:62). Doch sollte ihnen in den letzten 3:51 Minuten der Partie kein Punkt mehr gelingen. Viel zu statisch agierten sie im Angriff. "Die Würzburger haben in der Verteidigung geswitched. Wir haben zu lange gebraucht, um die Situation zu erkennen und die richtige Entscheidung zu treffen", erklärte Maurice Stuckey, der gegen seinen Ex-Verein fast 15 Minuten auf dem Feld stand und die Aufgabe, gegen die korbgefährlichen Guards Skyler Bowlin bzw. Cameron Wells zu verteidigen, gut löste.

Überforderte Schiedsrichter

So bitter die erste Heimniederlage gegen den unterfränkischen Rivalen auch war, muss man den Bambergern zugute halten, dass sie diese nicht den Schiedsrichtern in die Schuhe schoben. Das Trio war mit der Leitung des Derbys überfordert und musste mehrmals den Videobeweis zu Hilfe nehmen, um die eigenen Entscheidungen zu überprüfen. Zudem verhängte es drei fragwürdige unsportliche Fouls gegen die Gastgeber, eines davon im Schlussviertel, in dem die Bamberger elf Foulpfiffe gegen sich hatten, die Würzburger nur drei. Spielentscheidend war das aber nicht, daher stellte Louis Olinde, mit 15 Punkten und sechs Rebounds bester Brose-Akteur, auch zurecht klar: "Wir dürfen uns nicht über die Schiedsrichter ärgern, das Spiel hätten wir trotzdem gewinnen müssen."

Während Gästetrainer Denis Wucherer nur indirekt Schiedsrichterkritik übte ("für alle Beteiligten und auch für die Schiedsrichter war das keine einfache Partie"), wurde sein Bamberger Pendant deutlicher. "Ich hoffe sehr, dass es gut bezahlte Leute in dieser Liga gibt, die die Partie gründlich mit den Unparteiischen analysieren. Das ist dringend notwendig", meinte Roel Moors. Auch dem Belgier blieb nicht verborgen, dass sein Team in eigener Arena derzeit verkrampft agiert, anders als in fremden Hallen: "Das Problem ist, dass wir zu Hause mehr Druck auf den Schultern verspüren als auswärts." Das machte sich diesmal in der Offensive bemerkbar. Mit nur 69 erzielten Punkten blieb der Pokalsieger 20 Zähler unter seinem bisherigen Schnitt. Der zuletzt überzeugende Nelson Weidemann blieb wie Kameron Taylor, der allerdings nach dem ersten Viertel wegen eines Ellenbogenschlags gegen die rechte Schulter nicht mehr eingesetzt werden konnte, ohne Korberfolg. Der 25-Jährige zog sich eine Verletzung des Schultereckgelenks zu und fällt bis auf Weiteres aus.

Ein weiterer Grund für die niedrige Punkteausbeute war die schwache Trefferquote von 39 Prozent, die aus der schlechten Ausbeute aus dem Dreierbereich resultierte. Nur vier von 25 Distanzwürfen fanden ihr Ziel (Trefferquote 16 Prozent). In Frankfurt waren es zuletzt noch 56 Prozent. Paris Lee warf sechsmal bei sieben Versuchen daneben, war mit 13 Zählern aber dennoch zweitbester Bamberger Scorer. Mit drei Assists, fünf Ballgewinnen und nur zwei Ballverlusten kam der Aufbauspieler zwar auf ordentliche statistische Werte, blieb aber nicht zum ersten Mal in dieser Saison den Nachweis schuldig, in kritischen Phasen die richtigen Entscheidungen zu treffen und das Team anführen zu können.

Würzburger Fans feiern

Während Lee und seine Teamkollegen mit hängenden Köpfen aus der Halle gingen, konnten die Würzburger ihr Glück kaum fassen. Derbysieger, Derbysieger", skandierten die rund 150 mitgereisten Fans nach dem ersten Sieg ihrer Mannschaft in der Brose-Arena im elften Anlauf.

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