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Basketball

Bamberger müssen sich strecken

Bei Hapoel Jerusalem kämpft das Brose-Team noch um Gruppenplatz 2 in der Champions League.
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Die Bamberger müssen für einen Sieg gegen Jerusalem alles geben. Bei der 85:88-Niederlage im Hinspiel versuchte der effektivste Bamberger, Augustine Rubit (rechts), den drittbesten Scorer der Champions League, James Feldeine, zu stoppen.  Foto: Daniel Löb
Die Bamberger müssen für einen Sieg gegen Jerusalem alles geben. Bei der 85:88-Niederlage im Hinspiel versuchte der effektivste Bamberger, Augustine Rubit (rechts), den drittbesten Scorer der Champions League, James Feldeine, zu stoppen. Foto: Daniel Löb

In einer historischen Stadt bestreiten heute Abend (20 Uhr, live beim Streamingdienst DAZN) die Bamberger Basketballer ihr vorletztes Vorrundenspiel in der Basketball-Champions-League (BCL). In Jerusalem, das sowohl von Israel als auch von Palästina als Hauptstadt beansprucht wird, befinden sich die Oberfranken auf politisch höchst brisantem Terrain.

Chance auf Platz noch da

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Auf sportlicher Ebene geht es für das Team von Trainer Federico Perego dagegen nur um die letzte kleine Chance, den israelischen Klub noch von Platz 2 der Gruppe C zu verdrängen. Dazu ist ein Sieg mit mehr als drei Punkten nötig, um nach der 85:88-Hinspielniederlage den direkten Vergleich für sich zu entscheiden. Am letzten Spieltag nächsten Mittwoch ist für Bamberg ein Heimsieg über Nymburk (7.) Pflicht, während Jerusalem in Dijon (6.) verlieren müsste.

Viele Eventualitäten, doch Gruppenrang 2 ist für das Achtelfinale von Bedeutung, das in Hin- und Rückspiel ausgetragen wird. Dort genießen der Gruppenerste und -zweite im Rückspiel Heimvorteil.

Über die Hinspielniederlage gegen Jerusalem ärgern sich Tyrese Rice & Co. wohl heute noch. Mit einer Fünf-Punkte-Führung gingen die Oberfranken Mitte November ins Schlussviertel.

Jerusalem stark in Schlussphase

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Doch eine fast vierminütige Punkteflaute des Brose-Teams ab der 32. Minute bestraften die Gäste um den Euroleague-gestählten James Feldeine (18 Punkte) und den 36-jährigen NBA-Veteranen Amar'e Stoudemire (11) mit einem 11:0-Lauf zum 76:70. Ihre Führung, verteidigten sie in den letzten gut fünf Minuten.

Der Go-to-Guy der Bamberger, Tyrese Rice, hatte per Dreier in der Schlusssekunde noch die Chance zum Ausgleich gehabt, warf aber daneben. Der Amerikaner hatte einen schwachen Tag erwischt und nur drei seiner 14 Feldwürfe getroffen.

Wie man Rückstände wettmacht, zeigte das seit der Übernahme der sportlichen Leitung durch Federico Perego besser, aber noch nicht gut verteidigende Bamberger Team in den vergangenen drei Spielen gegen Bonn, Antwerpen und in Jena. Jerusalem stellt jedoch ein anderes Kaliber dar als dieses Gegnertrio, erzielt mit 90 Punkten im Schnitt die meisten der gesamten BCL.

Hapoel ausgeglichen stark besetzt

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Vor allem der Ausgeglichenheit des Hapoel-Teams (fünf Spieler scorten im Hinspiel zweistellig) sollten die Bamberger mit einer geschlossenen Leistung entgegentreten. Ein im Hinspiel starker Augustine Rubit (26 Punkte, 7 von 10 aus dem Feld) und Stevan Jelovac (20 Punkte, 4 von 11 aus dem Feld) werden nicht reichen, um in der 11 600 Zuschauer fassenden Pais-Arena einen Sieg zu feiern. Dort verlor Hapoel bisher erst ein BCL-Match, mit 70:83 gegen den Gruppenersten Athen.

Reboundarbeit entscheidend

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Ein weiterer Schlüssel zum Sieg ist die Reboundarbeit. Während die Trefferquoten beider Teams ein ähnliches Niveau aufweisen, greifen die Mannen von Coach Oded Kattache im Schnitt fast 15 Offensivrebounds am gegnerischen Brett ab (Bamberg 8,5) und ermöglichen sich dadurch fünf Feldwürfe mehr pro Spiel als die Oberfranken.

Ob sich Jelovac im Training wieder Minuten auf dem Feld verdient hat, bleibt abzuwarten. Bei den vergangenen drei Siegen durfte der serbische Nationalspieler 4:34 Minuten (Jena) und 2:34 Minuten (Bonn) aufs Parkett. Gegen Antwerpen schmorte der Power Forward gar 40 Minuten auf der Bank.

Zisis blieb in Bamberg

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Eine Pause erhält Kapitän Nikos Zisis. Der 35-jährige Grieche trat die Reise nach Israel gar nicht erst an. Dass Perego dafür dem im Baunacher Pro-A-Team derzeit stark aufspielenden Esten Henri Drell eine Chance gibt, dürfte auch ein Denkzettel Richtung Jelovac und dem zweiten "Sorgenkind", dem Litauer Arnoldas Kulboka (21), sein. Drell (18), 2,04 Meter großer Shooting Guard, ist bester Werfer der Zweitliga-Mannschaft, in der Kulboka vor zwei Jahren noch für Furore gesorgt hatte. Mit 13 Spielern im Kader wird Perego erst nach dem Wurftraining am Spieltag entscheiden, welcher der acht Ausländer aussetzt. Bryce Taylor, zuletzt gegen Antwerpen pausierend, gilt in diesem Wettbewerb nicht als Deutscher.

Am Sonntag kommt Göttingen

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Bis zum Sonntag gilt es für die Bamberger, sich schnell zu erholen. Denn um 15 Uhr wartet der nächste starke Gegner auf die Bamberger.

Die BG Göttingen, die den Berliner "Albatrossen" am Samstag die Flügel gestutzt hat, kommt ausgeruht in die Brose-Arena und will ihre Play-off-Chance in der Bundesliga wahren.

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