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Final Four: Brose Bamberg muss Titeltraum begraben - Debakel gegen Bologna

Das Brose-Team steht im Halbfinalspiel der Champions League gegen Virtus Bologna völlig neben sich und verliert klar mit 50:67.
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Kein Durchkommen für Elias Harris: Dejan Kravic (links) und Alessandro Pajola blocken den Wurf des Bamberger Centers. Foto: Daniel Löb
Kein Durchkommen für Elias Harris: Dejan Kravic (links) und Alessandro Pajola blocken den Wurf des Bamberger Centers. Foto: Daniel Löb
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Die Bamberger Basketballer müssen ihren Traum vom ersten internationalen Titel schon nach dem ersten Spiel beim Final Four der Champions League begraben. Am Freitagabend verlor das Brose-Team seine Halbfinalpartie gegen Virtus Bologna überraschend klar mit 50:67 (28:42). Vor 15 500 Zuschauern im schmucken Sportpaleis von Antwerpen - einer ehemaligen Radrennbahn - zeigte der Bundesliga-Fünfte eine über weite Strecken blamable Leistung und kassierte die bitterste Niederlage in dieser Saison.

"Das ist sehr enttäuschend. So ein Spiel hatten wir nicht auf der Rechnung. Wir haben nichts getroffen", meinte der Bamberger Flügelspieler Bryce Taylor. 50 Punkte waren ein Negativrekord für die Brose-Truppe in dieser Champions-League-Saison, die Trefferquote lag bei erschreckend schwachen 26 Prozent. Bolognas 36 Prozent zeigen, dass auch der Gegner nur mit Wasser kochte, aber er zeigte mehr Siegeswillen als die auf ganzer Linie enttäuschenden Oberfranken.

Bamberger Fans machen Rabatz

Schon eine halbe Stunde vor dem Sprungball machten die rund 400 Bamberger Anhänger, die den Fans von Bologna zahlenmäßig überlegen waren, kräftig Rabatz in der Halle. Auf dem Feld gab dagegen der Tabellenelfte der italienischen Liga den Ton an. Virtus, das auf den Einsatz des früheren Bayreuther und Oldenburger Centers Brian Qvale verzichtete, lag nach dem ersten Viertel klar vorne, weil die Bamberger sehr nervös in die Partie gestartet waren. Lediglich auf Tyrese Rice, der sieben der nur elf Punkte des Teams von Trainer Federico Perego erzielte und die kompletten ersten zehn Minuten auf dem Feld stand, war Verlass.

Nur vier Assists

Auch im zweiten Abschnitt blieb es ein einseitiges Spiel. Zwar verkürzten die Bamberger, die als Mannschaft überhaupt nicht harmonierten und nur auf vier Assists kamen, kurzzeitig dank zwei Dreiern von Rice auf acht Punkte (25:33, 18. Minute), aber zur Pause lagen die Italiener wieder mit 14 Zählern vorne. Offensiv wie defensiv klappte beim Pokalsieger bis dahin fast nichts. Zudem hatte er sechs Rebounds weniger zu Buche stehen als Bologna (24).

Mit 20 Punkten im Rückstand

"Defense, Defense", skandierten die Brose-Fans mit Beginn der zweiten Halbzeit, aber ihre Mannschaft ließ sich erst einmal zwei Dreier des überragenden Kevin Punter einschenken. Bamberg erzielte seine ersten Zähler erst nach dreieinhalb Minuten. Bezeichnend: Rice traf an der Freiwurflinie, aus dem Feld ging dagegen weiterhin nichts. Bei der 53:33-Führung für die offensiv auch nicht überzeugenden, aber in der Abwehr zupackenden Italiener nach 28 Minuten war die Partie bereits entschieden.

Vier Routiniers enttäuschen

Die Bamberger ließen die Köpfe hängen, weil sie kein Mittel fanden, den Rückstand zu verkürzen. An Augustine Rubit lief das Spiel völlig vorbei. Mit Nikos Zisis, Ricky Hickman und Taylor enttäuschten drei weitere Routiniers.

Am Ende zerstörte wie schon bei den Würzburgern wenige Tage zuvor ein weiteres italienisches Team den Traum einer fränkischen Mannschaft auf den ersten internationalen Titel.

Am Sonntag (15 Uhr) trifft der deutsche Pokalsieger im Spiel um Platz 3 entweder auf den spanischen Vertreter Iberostar Teneriffa oder den Gastgeber Telenet Giants Antwerpen. Das zweite Halbfinalspiel zwischen diesen beiden Teams war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet.

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