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Bamberg gegen Bachelor: Spielt sich das Brose-Team in die Play-offs?

Brose Bamberg darf sich im Kampf um den vierten Platz, der im Play-off-Viertelfinale Heimrecht garantiert, im Bundesliga-Nachholspiel in Frankfurt keine Schwäche erlauben. Bei den Skyliners gibt "Bachelor" Andrej Mangold sein Debüt.
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Prominente Namen im Frankfurter Team: Während Andrej Mangold (links) nach längerer Pause in den kommenden Wochen wieder voll durchstarten will, ist die Saison für Marco Völler, Sohn der Fußball-Legende Rudi, mit Knochenabsplitterung im Finger bereits beendet.  Foto: Arne Dedert/dpa
Prominente Namen im Frankfurter Team: Während Andrej Mangold (links) nach längerer Pause in den kommenden Wochen wieder voll durchstarten will, ist die Saison für Marco Völler, Sohn der Fußball-Legende Rudi, mit Knochenabsplitterung im Finger bereits beendet. Foto: Arne Dedert/dpa

Ausgeklügelter Marketing-Schachzug oder sinnvolle sportliche Verstärkung? Die Meinungen über die jüngste Verpflichtung der Fraport Skyliners gehen in der Öffentlichkeit und im Frankfurter Fanlager auseinander.

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Fakt ist: Wenn Basketballprofi Andrej Mangold, der breiten Mehrheit mittlerweile besser bekannt als Rosenkavalier aus der RTL-Kuppelshow "Der Bachelor", am Diinerstag ab 19 Uhr (live bei Magentasport) im Heimspiel gegen Brose Bamberg nach fast eineinhalb Jahren sein Bundesliga-Comeback gibt, werden einige Zuschauer in der Fraport-Arena zum ersten Mal mit der Sportart in Berührung kommen - dem Spieltagsmotto "Ladies Night" mit Gratis-Sekt und Mangold-Autogrammkarte sei Dank. "Für mich geht mit der Unterschrift in Frankfurt ein Traum in Erfüllung. Vom Profisportler zum Bachelor und wieder zurück", sagte der fünfmalige deutsche A-Nationalspieler bei seiner Vorstellung vergangene Woche. "Ich will es mir noch einmal selbst beweisen."

Mexiko statt Slowakei

Während der 32-Jährige mit Herzensdame Jenny offenbar auf dem Höhepunkt seines Privatlebens angekommen ist, scheint Mangold, der sich im Sommer 2016 das Kreuzband riss, seinen sportlichen Zenit bereits überschritten zu haben. Sein bislang letztes Pflichtspiel bestritt der Aufbauspieler im November 2017 im Trikot von s.Oliver Würzburg. Im Herbst vergangenen Jahres hatte Mangold beim slowakischen Erstligisten MBK Handlova zugesagt, ehe das reizvollere Angebot von Europas größtem Privatsender auf den Tisch kam. Nach den Dreharbeiten für das TV-Format in Mexiko brachte sich der gebürtige Hannoveraner in den vergangenen sechs Wochen mit einem Individual- sowie Fitnesstrainer in Form. "Als guter Verteidiger und guter Mannschaftskollege erledigt er viele Dinge, die nicht in den Statistiken auftauchen, die aber für jede erfolgreiche Mannschaft immens wichtig sind.

Genau das ist es, was er auch unserem Team geben soll", sagt Frankfurts Trainer Gordon Herbert.

Unabhängig davon, welche Rolle Mangold in den verbleibenden sieben Spielen einnehmen wird, ist der Play-off-Zug für den Tabellenzwölften bei acht Punkten Rückstand auf den Achten Würzburg mehr oder weniger abgefahren.

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Das Brose-Team dagegen könnte mit zwei Auswärtserfolgen in Frankfurt und in Ludwigsburg am Sonntag (18 Uhr) das Ticket für die Play-offs frühzeitig lösen. Voraussetzung dafür ist eine konzentriertere Verteidigungsleistung als zuletzt in den drei Partien gegen Bonn, Oldenburg und Crailsheim, in denen die Bamberger im Schnitt 90 Punkte kassierten. "Offensiv haben wir das Talent, um gewisse Probleme zu lösen. Aber gerade in Auswärtsspielen müssen wir besser verteidigen. Das ist die Geschichte unserer Saison", sagt Brose-Trainer Federico Perego. "Wenn wir defensiv gut stehen, gewinnen wir. In den letzten beiden Auswärtsspielen haben wir schlecht verteidigt und daher verloren."

Leon Kratzer blüht auf

Eine offensive Übermacht stellen die Frankfurter in dieser Spielzeit nicht dar. 79,1 erzielte Punkte pro Spiel, 45,2 Prozent Feldwurfquote und 17,5 Assists im Schnitt sind jeweils die drittschlechtesten Werte der Liga. Im Backcourt ist der US-Amerikaner Tyler Larson mit 15,6 Punkten und 5,2 Assists pro Spiel nahezu Alleinunterhalter.

Die Stärken der Skyliners liegen eher unter dem Korb, wo das deutsche Centerduo Jonas Wohlfarth-Bottermann (7,4 Punkte, 5,8 Rebounds) und der Ex-Bamberger Leon Kratzer (8,9 Punkte, 7,3 Rebounds) aufräumt. Mit 21 Punkten stellte Kratzer beim 78:72-Sieg vor einer Woche in Jena eine Karrierebestleistung auf.

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Bereits im Hinspiel, das Bamberg mit 74:73 gewann, spielten Kratzer und Co. ihre Größenvorteile aus und angelten sich 14 offensive Abpraller - mit knapp 13 im Schnitt sind sie in dieser Kategorie das beste Team der Liga. "In Frankfurt ist es immer schwer zu spielen. Sie kämpfen um die Play-offs, werden daher alles in dieses Spiel investieren. Vor allem defensiv sind sie stark", weiß Perego um die Heimqualitäten der Skyliners. 14 der 26 Duelle zwischen Frankfurt und Bamberg in der Fraport-Arena gingen an die Gastgeber.

Ein treuer Frankfurter Begleiter ist das Verletzungspech. Für Marco Völler (Knochenabsplitterung im Finger) ist die Spielzeit beendet, Richard Freudenberg fällt mit einer Knieverletzung aus, hinter den Einsätzen von Jason Clark (muskuläre Probleme), Niklas Kiel (krank) und Quantez Robertson (Fingerverletzung) steht ein Fragezeichen. Zumindest bei Letzterem ist aber davon auszugehen, dass er sich durchbeißen wird, schließlich verpasste Frankfurts 34-jähriger Dauerbrenner (35 Minuten im Schnitt) in den vergangenen fünf Spielzeiten gerade einmal drei BBL-Spiele.

Entspannter ist die personelle Situation auf Bamberger Seite. Perego stehen wohl alle Akteure zur Verfügung, auch Tyrese Rice, der gegen Crailsheim geschont wurde, stößt wieder zum Kader. Mit einem Floater 25 Sekunden vor Schluss entschied der 31-Jährige das Hinspiel. Ähnliches wollen diesmal Verteidigungsspezialist Akeem Vargas und Rosenkavalier Mangold verhindern, die den Bamberger Topscorer auch in der "Ladies Night" sicher nicht mit Samthandschuhen anfassen werden.



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