Wildensorg
Fußball-Bayernliga Nord

Auftaktspiel bei einem Aufsteiger

Die DJK Don Bosco Bamberg startet am Samstag beim Neuling TSV Abtswind in die Saison.
Artikel drucken Artikel einbetten
DJK-Trainer Mario Bail hat großen Respekt vor dem schnellen Umschaltspiel der Abtswinder. Foto: sportpress
DJK-Trainer Mario Bail hat großen Respekt vor dem schnellen Umschaltspiel der Abtswinder. Foto: sportpress
Zum Saisonauftakt in der Fußball-Bayernliga Nord steht die DJK Bamberg am Samstag (16 Uhr) beim spielstarken und ambitionierten Aufsteiger TSV Abtswind vor einer sehr hohen Hürde. Das Team aus dem 850 Einwohner zählenden Ort mauserte sich mit Unterstützung einer ansässigen Firma, die 370 Mitarbeiter beschäftigt, zu einem sportlichen Aushängeschild im Landkreis Kitzingen.
Nach sechs Jahren Landesliga schafften die Abtswinder zur riesigen Freude des 66-jährigen Managers Christoph Mix, der beim TSV genauso erfolgsorientiert arbeitet und den Takt vorgibt wie als Chef und Arbeitgeber in seiner bald 100 Jahre bestehenden Firma, als überlegener Meister den Aufstieg in die Bayernliga. Es spricht für die Beständigkeit des TSV, dass zahlreiche Akteure diesen Erfolgsweg über mehrere Jahre hinweg begleiteten und stets für Spitzenplätze in der Landesliga Nordwest sorgten. "Baumeister" Christoph Mix gelang es für das Unternehmen Bayernliga mit Mario Schindler einen Trainer zu gewinnen, der Stallgeruch aufweist und an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Der 41-Jährige kickte bis 2012 für den TSV und verspricht in aller Demut, dass "meine Mannschaft ihr Bestes geben wird, um unser Ziel zu erreichen, den Klassenerhalt".
Mit seiner akribischen Art begeisterte er seine Schützlinge in der Vorbereitung, mit der er außerordentlich zufrieden sein durfte. Drei überzeugende Siege gegen Landesligisten (Unterpleichfeld 2:1, Kleinrinderfeld 5:0, Karlburg 7:1), dazu der 4:1-Pokalerfolg beim Landesligamitfavoriten Alemannia Haibach sowie die prima Leistung beim "Schwergewicht der Bayernliga" (Zitat Schindler) Würzburger FV (1:1, 4:2-Niederlage nach Elfmeterschießen) untermauern dies eindrucksvoll.


Variabel im Spielsystem

Der TSV besitzt eine wettkampffähige Truppe, und alle im Umfeld des Klubs dürfen sich auf eine tolle Spielzeit freuen. Schließlich will der neue Übungsleiter alle seine Schützlinge mit ins Boot nehmen und so den Mannschaftsgeist fördern: "Bei mir wird jeder im Kader gebraucht." In Sachen Spielsystem will er variabel agieren und die Fähigkeit des Gegners mit einbeziehen.
Diese Erkenntnisse sind selbstverständlich DJK-Coach Mario Bail nicht entgangen. Von der Klasse seines Gegners durfte er sich bereits vor knapp zwei Wochen überzeugen, als er mit seiner Mannschaft den Abtswindern in einem Einlagespiel beim SC Reichmannsdorf gegenüber stand. Beim 1:1 ließen jedoch beide Trainer in Anbetracht des bald folgenden Punktspielauftakts die berühmte Katze nicht aus dem Sack und schickten jeweils nicht ihre Topelf auf den Rasen.
Dennoch gewann der Wildensorger Chefanweiser wertvolle Informationen. Die Abtswinder bevorzugen eine defensiv kompakte Grundform und wollen ihr überragendes Umschaltspiel in die Waagschale werfen. Dies lässt die Vermutung zu, dass sie eher in der defensiver angelegten 4-2-3-1-Formation die Bamberger empfangen. Aber Bail ist auch auf das offensivere 4-3-3-System vorbereitet. Aufpassen müssen seine Jungs vor allem auf das Mittelfeld-Dreieck mit Nicolas Wirsching, Jonas Wirth und dem früheren Don-Bosco-Akteur Jürgen Endres, die nicht nur im Verbund über herausragende Qualitäten verfügen.


Bail: Wir haben viel ausprobiert

Bail war mit der Vorbereitungsphase nicht unzufrieden. Vor allem jüngst beim starken Landesligaaufsteiger FC Coburg hinterließ sein Team einen prima Eindruck. "Es war eine ordentliche Vorbereitung, leistungs- und ergebnismäßig. Wir haben viel ausprobiert, für mögliche Optionen Spieler auf ungewohnten Positionen eingesetzt. Der letzte Test war gut. Wir haben den Gegner beherrscht und verdient gewonnen." Bails positives Fazit enthält jedoch auch kritische Ansätze, denn "nach vorne müssen wir Durchschlagskraft aufbauen. In Coburg blieben klare Chancen ungenutzt."
Realistisch und von guter Selbsteinschätzung geprägt bleibt sein Ausblick. "Die Liga ist heuer noch ausgeglichener. Die mittelfränkischen Teams wie der ASV Vach sind bärenstark. Abtswind sehe ich auf Augenhöhe zu uns. Wir sind als Mannschaft gefestigt, benötigen 40 Punkte plus X für den Klassenerhalt und wollen mit dem Sammeln beim spielstarken Aufsteiger beginnen, wo auf dem kleinen Platz sehr schnell Hektik aufkommen kann."
Nicht nur darauf wird er seine Elf einstellen, in der neben den Langzeitausfällen der Vorsaison (Martin Körner, Henrik Schwinn) verletzungsbedingt Kapitän Markus Fischer (Leiste), Neuzugang Marco Haaf (Knie) und Azizou Zoumbare wegen Trainingsrückstand fehlen.
DJK Don Bosco Bamberg: Edemodu, Glos - Allgaier, Eckert, Esparza, M. Hoffmann, P. Hoffmann, Jessen, Kettler, Leicht, Müller, Niersberger, Rosiwal, Schmauser, Schmoll, Spies, Strobler, R. Thomann, Wunder


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren