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Alba Berlin steht Brose Bamberg noch im Weg

Zum zweiten Mal in Folge wollen die Bamberger ins Pokalendspiel einziehen. Am Sonntag trifft der Titelverteidiger in der Brose-Arena auf den letztjährigen Finalgegner Alba Berlin.
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Im Bundesligaspiel vor drei Monaten entschied der Berliner Landry Nnoko (links) mit 18 Punkten und 13 Rebounds das Centerduell mit Assem Marei (2/5) klar für sich.  Foto: Daniel Löb
Im Bundesligaspiel vor drei Monaten entschied der Berliner Landry Nnoko (links) mit 18 Punkten und 13 Rebounds das Centerduell mit Assem Marei (2/5) klar für sich. Foto: Daniel Löb

Wenn die Basketballer von Alba Berlin am Sonntag (18 Uhr) vor dem Pokal-Halbfinale gegen Brose Bamberg bei der Mannschaftsvorstellung auf dem Parkett der Brose-Arena stehen, schauen sie in Richtung Südtribüne. Dort hängt in der linken Ecke unter dem Hallendach das Trikot mit der Nummer 6 von Nikos Zisis. Der Grieche hatte bekanntlich vor elf Monaten die Bamberger mit seinem Dreier zwei Sekunden vorder Schlusssirene zum hauchdünnen 83:82-Erfolg im Endspiel des letztjährigen Cupwettbewerbs geführt. Am Sonntag wollen sich die "Albatrosse" für diese bittere Niederlage revanchieren und mit einem Sieg ins Pokalfinale am 16. Februar einziehen.

Thiemann sinnt auf Revanche

"Es wird ein ganz anderes Spiel als im vergangenen Jahr, weil die Bamberger nicht mehr die gleiche Mannschaft haben. Dennoch haben wir mit ihnen noch eine Rechnung offen", kündigt Johannes Thiemann an. Der Center, groß geworden im Bamberger Jugendprogramm, ist einer von acht Spielern im Berliner Kader, die bei der Finalniederlage im Vorjahr dabei waren. Aufseiten der Gastgeber sind es nur noch drei.

Mit 17 Punkten erzielte Thiemann seinerzeit seinen Bestwert im Alba-Trikot. Im ersten Bundesligaduell mit den Berlinern in der laufenden Saison, das der Hauptstadtklub in Bamberg am 6. Oktober 2019 mit 78:74 gewannen, fehlte Thiemann verletzungsbedingt. Weh tat den Brose-Basketballern in dieser Partie der zweite Alba-Center Landry Nnoko mit 18 Punkten.

Ihre schärfsten Waffen haben die Berliner aber auf den Flügelpositionen. Dank der Treffsicherheit von Martin Hermannsson, Marcus Eriksson und Rokas Giedraitis weisen sie mit 44,2 Prozent im Schnitt die beste Dreierquote der Bundesliga auf.

Aber nicht nur das. "Berlin ist die beste Offensivmannschaft in der Bundesliga und in der Euroleague das Team mit den meisten Assists. Deshalb müssen wir ihren Angriffsfluss stoppen. Wir müssen ihr Spiel verlangsamen", sagt Brose-Trainer Roel Moors.

Beim ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison ist seinem Team das gelungen. Dennoch ging es als Verlierer vom Parkett, weil es beim Stand von 74:74 in den letzten 1:39 Minuten der Partie keinen Punkt mehr erzielte. "Wir haben damals gut mitgehalten, das wollen wir wieder schaffen. Diesmal aber über 40 Minuten", meint Moors, der abermals auf Nelson Weidemann (Sprunggelenksverletzung) verzichten muss.

Während sich die Bamberger mit zwei Auswärtssiegen (72:66 in Gießen, 80:69 in Braunschweig) für das Halbfinale qualifizierten, gelang den Berlinern mit Heimerfolgen gegen Würzburg (92:81) und den Mitteldeutschen BC (82:77) der Sprung unter die letzten Vier. Jetzt wollen sie in der Brose-Arena ihre Chance auf den zehnten Cupsieg wahren. Damit würden die "Albatrosse" mit Rekordpokalsieger Bayer Leverkusen gleichziehen. In eigener Halle wollen die Bamberger dem Favoriten aber erbitterte Gegenwehr leisten. "Wir haben in dieser Saison schon gezeigt, dass wir mit jedem Team in der Liga mithalten können. Wir wissen genau, wie sie spielen. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Wenn wir das schaffen, kann alles passieren", meint Moors. "Gegen Gaziantep haben wir etwas freier in der Offensive gespielt. Das ist glaube ich das, was das Team braucht. Aber alles beginnt in der Defensive. Wenn du den Gegner stoppen kannst und ins Laufen kommst, wird alles ein bisschen einfacher."

Im zweiten Halbfinale stehen sich am Sonntag (15 Uhr) Ulm und Oldenburg gegenüber. Das Heimrecht für das Endspiel wird am Sonntagabend direkt im Anschluss der Partie in Bamberg auf dem Parkett der Brose-Arena ausgelost.

Gäste-Check: Alba Berlin

Die Mannschaft Beim besten Offensivteam der Bundesliga punkten mit Marcus Eriksson (12,9 ), Martin Hermannsson (12,6), Rokas Giedraitis (12,3), Niels Giffey (11,9) und Landry Nnoko (10,8) fünf Spieler im Schnitt zweistellig. Peyton Siva (9,6) und Luke Sikma (9,3) kratzen an der Zehn-Punkte-Marke. Sikma ist bester Rebounder (7,4) und zweitbester Vorlagengeber (4,8) nach Hermannsson (6,9). Die Form Alba Berlin hat zuletzt zweimal in Folge verloren. Nach dem 71:72 in Göttingen kassierte der Bundesliga-Dritte am Donnerstagabend trotz einer starken Leistung in der Euroleague eine 89:95-Heimniederlage gegen Maccabi Tel Aviv. Damit bleiben die "Albatrosse" auf dem vorletzten Platz. In der Bundesliga rangieren sie mit 20:6 Punkten auf Platz 3. Das Lazarett der in den vergangenen Wochen vom Verletzungspech gebeutelten Berliner hat sich deutlich gelichtet. Nach Tyler Cavanaugh (Knöchelverletzung) und Johannes Thiemann (Gehirnerschütterung) hat sich am Donnerstag auch Peyton Siva nach einem Muskelfaseriss zurückgemeldet. Trainer Aito Reneses muss nur noch auf Stefan Peno (Kreuzbandriss) verzichten.

Interview mit Louis Olinde: "Ein Sieg würde uns einen Schub geben"

Neben Elias Harris und Bryce Taylor ist Louis Olinde einer von drei Spielern, die im vergangenen Jahr den Pokalsieg mit Brose Bamberg holten. Im Interview spricht der 21-Jährige über das damalige Finale gegen Alba Berlin und die Neuauflage des Duells am Sonntag.

Ist der Pokalsieg überhaupt ein Thema in der Mannschaft? Schließlich sind nur noch drei Spieler von 2019 dabei.

Louis Olinde: Natürlich. Unsere neuen Spieler wissen von diesem Sieg. Es ist witzig, dass es jetzt wieder zu Hause zu diesem Spiel gegen Alba kommt. Wir freuen uns sehr darauf.

Was ist Ihnen von diesem Finale noch am stärksten in Erinnerung?

Der Wurf von Nikos Zisis natürlich, aber auch der Moment, als das Spiel vorbei war und es klar war, dass wir jetzt Pokalsieger sind. Das ist einfach ein unglaubliches Gefühl.

Wie schätzen Sie die Chancen auf einen erneuten Sieg ein?

Wir haben die Berliner schon im Bundesligaspiel vor einigen Monaten hier in Bamberg geärgert, auch wenn sie am Ende gewonnen haben. Damals haben wir 35 Minuten sehr stark verteidigt, sind dann aber eingebrochen. Gegen ein Team wie Alba kannst du dir aber keine zwei, drei schlechten Minuten erlauben. Wenn wir 40 Minuten auf höchstem Niveau spielen, dann haben wir eine Chance.

Welchen Stellenwert hätte ein erneuter Pokaltriumph für Sie?

Einen riesigen. Gerade in dieser Saison mit den vielen neuen Spielern, in der wir immer noch darum kämpfen, in unseren Rhythmus zu kommen, würde uns ein Pokalsieg oder auch schon der Einzug ins Finale einen riesigen Schub für die weitere Saison geben.ps

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