LKR Bamberg
Fußball

Acht Kreisligisten müssen zittern

Der Abstiegskampf beherrscht die gesamte untere Tabellenhälfte. Für die DJK Gaustadt sieht es düster aus, alle anderen dürfen zumindest hoffen.
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Für Dominik Stöcklein (links) und den SV Ober-/Unterharnsbach sieht es ganz gut aus, aktuell steht der SV  einen Rang vor dem Relegationsplatz. Diesen haben aktuell mit vier Punkten Rückstand der SV-DJK Tütschengereuth um  Fabian Rumpel (rechts) inne. Trotzdem wird es bis zum Ende spannend bleiben. sportpress
Für Dominik Stöcklein (links) und den SV Ober-/Unterharnsbach sieht es ganz gut aus, aktuell steht der SV einen Rang vor dem Relegationsplatz. Diesen haben aktuell mit vier Punkten Rückstand der SV-DJK Tütschengereuth um Fabian Rumpel (rechts) inne. Trotzdem wird es bis zum Ende spannend bleiben. sportpress

Zehn Spieltage sind im Fußball-Kreisoberhaus noch zu absolvieren, im Tabellenkeller spricht vieles für ein dramatisches Saisonende. Ab dem SC Reichmannsdorf (9. Platz, 25 Punkte), der sechs Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz hat, brauchen alle Teams noch Punkte für den Klassenerhalt. Doch während Reichmannsdorf, der Bezirksliga-Absteiger SV Dörfleins sowie der Neuling SV Hallstadt auch aufgrund der hohen individuellen Qualität nur ein geringes Abstiegsrisiko fürchten müssen, sieht es für die letzten Fünf des Klassements enger aus.

DJK Gaustadt (16. Platz / 12 Punkte / 27:68 Tore)

Kaum noch Chancen auf die Rettung besitzt das Tabellenschlusslicht DJK Gaustadt um Spielertrainer Daniel Rinbergas. Die Teutonen, die den Gang in die Kreisklasse im Vorjahr noch über die Relegation zu verhindern wussten, liegen mit nur zwölf Punkten abgeschlagen am Tabellenende und erwiesen sich gerade im Abwehrverbund als nicht kreisligatauglich. Satte 68 Gegentreffer musste die DJK hinnehmen, 14 Niederlagen und die schwächste Heimbilanz der Liga sprechen eine deutliche Sprache. Bei elf Punkten Rückstand zum rettenden Ufer und sieben Zählern zum Schleuderplatz benötigen die Gaustadter eine sensationelle Restrunde, aufgrund der mangelnden Breite des Kaders ist davon aber nicht auszugehen.

Prognose: Die DJK Gaustadt wird den Abstieg nicht verhindern können.

SC Markt Heiligenstadt (15. Platz / 15 Punkte / 23:46 Tore)

Nicht viel besser sieht es beim SC Heiligenstadt aus, der Aufsteiger erlebte einen Horrorstart in die Kreisliga und verlor die ersten sechs Partien am Stück. Nach zwischenzeitlichen Erfolgen gerieten die Schnecken bald wieder ins Schlingern, kassierten sieben Pleiten in Folge und verloren die Nichtabstiegsplätze fast aus den Augen. Doch in den zahlreichen Heimspielen vor der Winterpause, die aufgrund der Heiligenstadter Platzverhältnisse nach dem heißen Sommer gedreht wurden, kehrte mit drei hart erkämpften Siegen die Hoffnung ins Team von Johannes Veth zurück. 15 Zähler stehen beim SCH zu Buche, der Rückstand zum Schleuderplatz beträgt vier Punkte. "Wir haben zunächst viel Lehrgeld zahlen müssen, viele Verletzungen dezimierten unseren Kader zusätzlich", fasst der Spielertrainer die maue Hinrunde zusammen. Lediglich die akzeptable Ausbeute vor heimischer Kulisse lässt die Schnecken noch hoffen. Immerhin sechs der zehn ausstehenden Partien absolviert Heiligenstadt zuhause, erwartet dabei mit Buttenheim, Stegaurach, Zapfendorf und Burgebrach zunächst jedoch qualitativ klar stärker einzuschätzende Kontrahenten. Soll der Klassenerhalt gelingen, müssen die Schnecken ihre Zähler in der Fremde holen. Dort warten mit Dörfleins, Gaustadt, dem SV Ober-/Unterharnsbach und zum Saisonfinale dem SV Hallstadt direkte Konkurrenten, gegen die es mehr Zähler als in den bislang elf Auswärtsspielen (ein Sieg, zehn Niederlagen) zu holen gilt.

Prognose: Der SCH kämpft lange, muss aber ebenfalls den Gang in die Kreisklasse antreten.

TSV Schlüsselfeld (14. Platz / 16 Punkte / 24:39 Tore)

Ende April 2018 sah der TSV Schlüsselfeld wie ein sicherer Absteiger aus, unter der Leitung des regionalligaerfahrenen René Finnemann gelang mit vier Siegen aus den letzten vier Partien jedoch der Klassenerhalt. Der frühere Leistungsträger des FC Eintracht Bamberg hat die mit dem TSV Aschbach zu einer Spielgemeinschaft fusionierten Schlüsselfelder im Sommer wieder verlassen, die Abstiegssorgen sind jedoch geblieben. Auch in der aktuellen Spielzeit befindet sich die SG im Tabellenkeller, das Trainerduo Florian Gräf und Heiko Pfeiffer konnte sich bislang aber auf sein Team verlassen, wenn es gegen einen direkten Konkurrenten ging. 15 Punkte holten die Steigerwälder gegen die Tabellennachbarn, dennoch muss vor allem zuhause mehr gepunktet werden. "Unsere Heimbilanz müssen wir verbessern, sie stellt das Fundament dar. Zuhause müssen wir uns den Mut holen, um auswärts für Überraschungen zu sorgen", erklärt Spielertrainer Gräf. Nur zehn Tore in zehn Heimspielen sind zu wenig. Gegen Gaustadt, Ober-/Unterharnsbach und Hallstadt müssen Siege her, denn in den Auswärtsspielen wird nur wenig zu holen sein.

Prognose: Die neu gegründete SG ist schwer einzuschätzen, der direkte Klassenerhalt ist ebenso drin wie der direkte Abstieg. So oder so wird man bis zum Ende zittern müssen.

SV-DJK Tütschengereuth (13. Platz / 19 Punkte / 32:45 Tore)

Fast schon traditionell befindet sich der SV-DJK Tütschengereuth auch in dieser Spielzeit im Abstiegskampf, dabei taten die Staabeißer im Sommer einiges, um sich in ihrer neunten Kreisliga-Spielzeit in Folge zu stabilisieren und vor allem spielerisch weiterzuentwickeln. Zahlreiche Neuzugänge rund um Spielertrainer Christian Schalle (früher Hertha BSC) kamen und sollten den Verlust von Leistungsträgern wie Torhüter Marco Ochs (Pettstadt) und Johannes Wörner (Schammelsdorf) ausgleichen. Das gelang jedoch nur phasenweise, mit 19 Punkten belegt Tütschengereuth zur Winterpause den Relegationsplatz, sorgte aber auch gegen starke Teams hin und wieder für Überraschungen. Zur Winterpause musste die Schalle-Elf die Abgänge von Olabode Ajayi und Anthony Nnochirim verkraften, verkündete aber gleichzeitig auch diverse Neuzugänge. Als Schlüsselverpflichtung könnte sich David Landry So herausstellen. Der pfeilschnelle Edeltechniker wechselt vom Ligarivalen Pettstadt an den Steigerwald und soll dem Offensivspiel mehr Varianten hinzufügen. "Wir müssen die individuellen Fehler, die uns einige Punkte gekostet haben, endlich abstellen, dann ist auch der direkte Klassenerhalt drin", beschreibt Schalle die Schwachstelle.

Prognose: Keine Mannschaft freut sich auf die Auswärtsspiele im Waldstadion, das ist aus Sicht der Staabeißer als ein Kompliment zu werten. Die langjährige Erfahrung im Rennen um den Nichtabstieg und das recht freundliche Restprogramm sprechen darüber hinaus für den Klassenerhalt.

SV Ober-/Unterharnsbach (12. Platz / 23 Punkte / 31:36 Tore)

Durchaus zufriedenstellend verlief die Spielzeit bislang für den verletzungsgeplagten SV Ober- / Unterharnsbach. Trotz zahlreicher Ausfälle verbuchte der Vorjahreszehnte unter der Leitung des aus Tütschengereuth gewechselten Ercan Esen 23 Punkte und zeigte sich recht stabil. Ausrutscher wie die 0:5-Packung in Schlüsselfeld bildeten die Ausnahme, gegen die Topteams verkaufte man sich anständig, ohne dabei für Überraschungen zu sorgen. Harnsbach kommt über das Kollektiv, herausragende Individualisten sind beim Tabellen-12. rar. "Ich hoffe, dass wir das Verletzungspech abschütteln können. Wichtig ist, dass wir von Beginn an konzentriert sind und als Einheit auftreten", gibt Esen die Marschroute für die Restrunde vor. Um den direkten Klassenerhalt zu sichern, kann sich der SV kaum Ausrutscher erlauben. Der Spielplan besitzt Tücken, zunächst warten zahlreiche Gegner aus dem Mittelfeld, ehe im Endspurt mit Schlüsselfeld/Aschbach (A), Heiligenstadt (H) und Dörfleins (A) direkte Konkurrenten warten.

Prognose: Die Auftaktpartien in Rattelsdorf und gegen Hallstadt werden wegweisend, ohne Punkte werden die Harnsbacher bis zum Schluss zittern müssen. Sollte ein Fehlstart vermieden werden und der kleine Kader gesund bleiben, geht der SV Eintracht im Sommer in seine elfte Kreisliga-Saison. Teil 2: Im nächsten Teil der Kreisliga-Vorschau beleuchten wir den Aufstiegskampf.

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