Bamberg
Basketball-Play-offs

Wütende Bayern planen Revanche gegen Bamberg

Brose Bamberg muss sich nach der Machtdemonstration im ersten Halbfinale in München auf einen Gegner einstellen, der die "Watschn" vergessen machen will.
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Die Entschlossenheit, die Leon Radosevic (Nr. 43) auf und neben dem Spielfeld an den Tag legte, wird auch in München erforderlich sein, um bei den Bayern zu bestehen. Foto: Daniel Löb
Die Entschlossenheit, die Leon Radosevic (Nr. 43) auf und neben dem Spielfeld an den Tag legte, wird auch in München erforderlich sein, um bei den Bayern zu bestehen. Foto: Daniel Löb
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Dreimal standen sich die Brose-Basketballer und der Erzrivale aus München in den vergangenen vier Jahren in den Play-offs gegenüber - dreimal entschied der spätere deutsche Meister aus Bamberg die zweite Partie in der Landeshauptstadt für sich. Mit den Anführern Alex Renfroe und Anton Gavel war es am 27. Mai 2013 letztlich eine klare Angelegenheit für die Oberfranken (93:83). In den letzten beiden Jahren dagegen sahen die Fans im Audi Dome spannende Partien: Am 12. Juni 2015 lagen die Gastgeber 39 Minuten, 59 Sekunden und sechs Zehntel in Front, ehe Dawan Robinson nach genialem Pass von Brad Wanamaker für den Schock sorgte. Das Trinchieri-Team glich die Final-Serie mit dem 80:78-Sieg aus. Und auch im Halbfinalvergleich am 25. Mai 2016 sahen die Brose-Jungs lange schlecht aus, drehten aber die Partie und feierten einen 90:76 Sieg.
Knüpft der Titelträger und Pokalsieger, der die Bayern im ersten Spiel der Halbfinalserie am Sonntag beim 82:59-Triumph regelrecht auseinandernahm, am Donnerstag (17.30 Uhr/Sport1 live) im Audi Dome an die eingangs beschriebene Erfolgsserie an oder schlagen die Mannen von Trainer Sasa Djordjevic zurück?
Der ehemalige serbische Weltklasse-Spieler hat vor der ersten Partie erzählt, dass der Spielberichtsbogen von der 59:90-Klatsche in Bamberg Anfang November letzten Jahres bei ihm im Büro an der Wand hängt, ob das auch für das Papier von der "Watschn" am Sonntag gilt, ist nicht bekannt. Aber eines dürfte sicher sein, die Münchner werden ihre katastrophale Vorstellung eingehend analysiert haben, um vor den eigenen Fans das 1:1 zu erzwingen. Gelingt das nicht, droht am Sonntag (17 Uhr) in der Frankenhölle der zweite Sweep in Folge gegen den Serienmeister.
"Bayern hustles harder", was so viel heißt wie Bayern kämpft verbissener, mit diesem Motto sind die Münchner in die Play-offs gestartet, doch davon war am Sonntag wenig zu spüren. Im Gegenteil: Die Bamberger dominierten die Partie mit ihrer aggressiven Verteidigung und erlaubten den Bayern, die bisher in der Bundesliga mit einem Schnitt von 86,5 Punkten glänzten, nur 59 Zähler.


Nur 59 Punkte im Audi Dome

Vor allem aus der Distanz setzte sich die Flaute aus dem Viertelfinale gegen Berlin (32,2 Prozent) fort, nachdem Bryce Taylor & Co. nach der Hauptrunde die Dreierstatistik mit 41,8 Prozent noch angeführt hatten. Lediglich zwei der 16 Versuche von jenseits der 6,75-Meter-Linie (13 Prozent) fanden am Sonntag ihr Ziel.
Allerdings bekleckerten sich auch die Bamberger beim letzten Auftritt im Audi Dome Mitte März nicht mit Ruhm: Bei der 59:67-Niederlage kam das Brose-Team in einem von der Defensive geprägten Partie insgesamt nur auf eine Trefferquote von 36,5 Prozent (Dreier 24).
"Du kannst nicht gewinnen, wenn du nur mit 70 Prozent deiner Leistung spielst. Du musst schneller reagieren, mehr sprinten, höher springen als der Gegner. Ich bin mir ganz sicher, dass die Reaktion meiner Spieler kommen wird", betont Djordjevic vor dem Heimspiel. Doch die Auftaktpleite ist noch nicht aus den Köpfen - zumindest nicht aus dem des Ex-Bambergers Anton Gavel: "Die Niederlage ist noch nicht verarbeitet. Wir reden viel über das Spiel und versuchen, unsere Lehren zu ziehen. Das wird bis zur Partie am Donnerstag dauern." Trotzdem blickt "Tono" der Partie zuversichtlich entgegen: "Jeder bei uns will eine Revanche und sein anderes Gesicht zeigen - wir wollen den Sieg holen und die Serie ausgleichen."


Miller: Intensität hochhalten

Darius Miller, der gerade gegen die Bayern oftmals Topleistungen abruft, fordert: "Wir müssen wie in Spiel 1 von der ersten Sekunde an zeigen, dass wir bereit sind und die gleiche Intensität an den Tag legen wie im Heimspiel. Der Sieg vom Sonntag ist schön, aber wir brauchen insgesamt drei."
"Es gibt keine leichten Spiele in den Play-offs, schon gar nicht in München", sagt der nach einer langen Verletzungspause zurückgekehrte Brose-Kapitän Elias Harris und fügt an: "Es wird am Donnerstag sicher zur Sache gehen."
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