Bamberg
Basketball-Play-offs

Trinchieri: "Wir waren nicht gut genug"

Die Brose Baskets sind nach der 73:83-Pleite bei den Bayern auf dem Boden der Tatsachen zurück. Am Sonntag soll aber mit dem Heimvorteil im Rücken die siebte Meisterschaft gefeiert werden.
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Enttäuscht gehen (v. l.) Trevor Mbakwe, Janis Strelnieks, Daniel Theis, Ryan Thompson, Darius Miller, der nicht zum Einsatz gekommene Josh Duncan und Dawan Robinson vom Feld. Links hinten feiern die Münchner den Sieg. Foto: sportpress
Enttäuscht gehen (v. l.) Trevor Mbakwe, Janis Strelnieks, Daniel Theis, Ryan Thompson, Darius Miller, der nicht zum Einsatz gekommene Josh Duncan und Dawan Robinson vom Feld. Links hinten feiern die Münchner den Sieg. Foto: sportpress
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Der Audi Dome brodelte - die Bayern-Fans feierten, als wäre die Titelverteidigung bereits perfekt. Auf der anderen Seite schlichen die Bamberger mit gesenkten Köpfen vom Parkett - der Titeltraum war nach der 73:83-Niederlage in Spiel 4 in München vorerst geplatzt. Aber es gibt ja noch eine zweite Chance: Am Sonntag (15 Uhr) kommt es in der Bamberger Frankenhölle zu einem echten Endspiel um die deutsche Basketball-Meisterschaft.

Leistungsträger abgetaucht

Die Bamberger waren nach dem 91:79-Erfolg letzten Sonntag in Spiel 3 voller Euphorie und wollten mit einer 2:1-Führung im Rücken den Sack zumachen. Doch der Schuss ging nach hinten los - etliche Spieler konnten ihr wahres Leistungsvermögen nicht abrufen. Ryan Thompson beispielsweise warf in knapp 24 Minuten Spielzeit fünf Mal ohne Erfolg auf den Korb, tauchte völlig ab. Aber auch Daniel Theis (4) und Elias Harris (0) wurden ein Opfer ihrer Nerven. Und selbst Brad Wanamaker (5), sonst die Zuverlässigkeit in Person, war nicht in der Lage, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken.

Ein 13:0-Lauf der Bayern im zweiten Viertel zum 41:26 blieb anders als noch in der Vorwoche unbeantwortet. In Spiel 2 hatten die Bamberger nach einem 14-Punkte-Rückstand zur Pause das Blatt noch gewendet und sich mit einem Treffer von Dawan Robinson in allerletzter Sekunde mit 80:78 durchgesetzt.

"Bayern hat heute besser gespielt, sie hatten mehr Energie. Im zweiten Viertel fehlte uns die notwendige Geduld. Wir wollten es zu sehr erzwingen. Wir waren nicht gut genug, um zu gewinnen. Wenn du den amtierenden Champion entthronen möchtest, reicht das nicht. So einfach ist das. Wir waren weit davon entfernt, um in München ein Finalspiel gewinnen zu können", stellte Bambergs Trainer Andrea Trinchieri treffend fest.

Sein italienischer Landsmann und Sportdirektor Daniele Baiesi betonte: "Die Münchner hatten zwei Mal so viel Energie wie wir. Sie sind der Titelverteidiger, sie wussten, dass sie mit dem Rücken zur Wand stehen, sie haben zurückgeschlagen, haben mehr Erfahrung, gute Spieler, professionelle Athleten - das ist die Zusammenfassung der Partie."

Gavel hofft auf Einsatz in Spiel 5

Anton Gavel, der Ex-Bamberger, musste die Partie auf Grund seiner muskulären Probleme im Hüftbereich wie schon in Spiel 3 von der Bank aus verfolgen. Er hofft, dass die Schmerzen bis Sonntag erträglicher werden. "Die Hoffnung zu spielen ist groß. Auf der Bank zu sitzen und zuzuschauen, schmerzt", sagte der 30-Jährige. Doch für den Leistungsträger sprangen andere in die Bresche: Beispielsweise Spielmacher Vasilije Micic, der schon einige Male gar nicht zum Einsatz kam, wenn Gavel dabei war, glänzte: 12 Punkte und 8 Assists legte der 21-jährige Hoffnungsträger auf.

Übertroffen wurde er noch von "Big" John Bryant (15 Punkte und 15 Rebounds) sowie vom alles überragenden Bryce Taylor (22 Punkte/6 Dreier bei 8 Versuchen). Immer wenn sich die Bamberger mit Janis Strelnieks (22/6 von 10 Dreiern) und Darius Miller (21/5 von 7 Dreier) anschickten zu verkürzen, hatte der Bayern-Kapitän die passende Antwort. "Ich war einfach voll motiviert, eine große Leistung abzuliefern, habe viel an meinem Wurf gearbeitet. Meine Mitspieler haben einen sehr guten Job gemacht und den Extrapass gespielt. Und meine Würfe sind einfach gefallen, so wie ich mir das vorgestellt habe. Ich glaube, eine starke Verteidigung hat uns die Energie gegeben und es uns erlaubt, schnell zu spielen. Und außerdem fielen die Würfe von draußen", resümierte der 28-Jährige und blickte voraus: "In Spiel 5 müssen wir einfach kämpfen und alles auf dem Feld lassen. Wir waren in der gleichen Situation in Berlin, haben es geschafft und sind bereit noch einmal über unsere Grenzen zu gehen. Ich hoffe, dass wir den nächsten Titel mit nach Hause bringen."

Strelnieks: Heimvorteil nutzen

"Wir sind einfach mit dem Druck nicht zurechtgekommen und haben deshalb das Spiel verloren. Wir müssen jetzt ein bisschen relaxen, herunterkommen, denn wir waren zu nervös in dieser Partie, die Fehler abstellen und unseren Heimvorteil nutzen", forderte Strelnieks. Und sein Teamkollege Trevor Mbakwe, der mit 13 Punkten und 9 Rebounds voll dagegen hielt, meinte: "Die Münchner haben mit dem Rücken zur Wand eine starke Partie gespielt. Wir sind aufgetreten, als hätten wir keine weitere Begegnung mehr zu spielen. Sie sind im zweiten Viertel davongezogen, und wir waren nie in der Lage, den Rückstand entscheidend zu verkürzen." Auf die Frage, was sich am Sonntag ändern muss, damit gefeiert werden kann, betonte das "Biest": "Jetzt müssen wir versuchen, unser Spiel zu spielen, uns fokussieren. Wir haben die Verpflichtung gegenüber unseren Fans, diese Partie am Sonntag zu gewinnen. Es wäre ein tolles Erlebnis, daheim die Meisterschaft zu sichern."

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