Nach sechs Spielen in zwei Tagen war es geschafft. Glücklich lagen sich die Routiniers des TSV Tröster Breitengüßbach in den Armen, denn sie hatten soeben das Endspiel der deutschen Meisterschaft der Ü 45-Basketballer in Köln gewonnen. Keines der 16 besten deutschen Teams konnte den Siegeszug der Senioren IV des TSV stoppen.
Da die Breitengüßbacher bei ihrer vierten Teilnahme in dieser Altersklasse nicht in Bestbesetzung antreten konnten und die Mannschaft einen relativ hohen Altersdurchschnitt aufweist, war der Erfolg nicht unbedingt zu erwarten gewesen. In den letzten beiden Jahren war der TSV jeweils Dritter geworden.
Das Auftaktspiel gegen den SV Möhringen gewannen die von Coach Rainer Schabacker hervorragend eingestellten Güßbacher "Oldies" klar mit 42:16. Von Beginn an zogen die körperlich überlegenen und technisch versierten Oberfranken aus einer stabilen Abwehr heraus mit gutem Teamspiel unaufhaltsam davon. Schon hier machte sich die Ausgeglichenheit und körperliche Fitness des Teams bezahlt. Gegen die stärker eingeschätzte BG Suchsdorf-Kronshagen gelang ein ebenso deutliches 42:22 (23:15). Gegen den Titelfavoriten, die gastgebende DJK Köln-Nord, kam es zu einem vorgezogenen Endspiel um Platz 1 in der Vorrundengruppe. Die Kölner hatten mit Siegen über Kiel (32:19) und Möhringen (51:22) gezeigt, dass sie wieder zum Kreis der Titelaspiranten zu zählen waren. Die Gastgeber erspielten sich rasch einen 12:4-Vorsprung, den die Breitengüßbacher trotz guter Trefferquote erst kurz vor der Pause aufholten (22:23). Nach dem Wiederbeginn konnten sich die jetzt kräftemäßig merklich nachlassenden Gastgeber, angeführt durch den in der Anfangsphase kaum zu stoppenden Ex-Nationalspieler Christoph Körner, in der Offensive nicht mehr so oft durchsetzen, während die TSV-Würfe weiter sicher ihr Ziel fanden. Acht Sekunden vor dem Schluss ging Köln nochmals mit zwei Punkten in Führung, doch konnten die Schabacker-Schützlinge mit der Schlusssirene noch den 33:33-Gleichstand erzielen. Da das Reglement bei Unentschieden keine Verlängerung vorsieht, musste die Korbdifferenz über den Gruppensieg entscheiden. Und hier entschieden vier Punkte zugunsten des TSV Breitengüßbach.
Sowohl im Viertelfinale (39:22) gegen BC Langendreer als auch im Halbfinale (42:22) gegen den USC Freiburg, der in der anderen Gruppe alle Spiele deutlich gewonnen hatte, waren die Spieler um Kapitän Rainer Schabacker ihren Gegnern klar überlegen. Im Endspiel trafen die Güßbacher auf den TV Langen, der auf dem Weg ins Finale den Titelverteidiger DBV Berlin-Charlottenburg mit 44:42 ausgeschaltet hatte.
In der 5. Min. führten die Hessen knapp mit 8:7. Mit einer Dreierserie brachten die TSV-Senioren den langjährigen Rivalen zur Verzweiflung. Sechs Dreier innerhalb von fünf Minuten brachten eine Neun-Punkte-Führung, die bis zur Halbzeit (25:16) Bestand hatte. Nach dem Wechsel ließen die TSVler in der Abwehr wieder etwas nach, was Langen nutzte, um auf 24:25 zu verkürzen. Wieder waren es mehrere erfolgreiche Distanzwürfe und die weiter engagierte Verteidigung, die für den Sieg sorgten, denn die Hessen konnten das Tempo der TSVler nicht mehr mitgehen. So zogen die Breitengüßbacher Korbjäger in den Schlussminuten sogar bis auf 50:35 davon - Endstand 50:41.
TSV Breitengüßbach: Neubauer, Tadda, R. Schabacker, Uch, Dorsch, von Waaden, Dusold, Korn, Griebel, Koch, Eckert
Endstand: 1. TSV Breitengüßbach, 2. TV Langen, 3. DBV Charlottenburg, 4. USC Freiburg, 5. DJK Köln-Nord, 6. BB Boele-Kabel, 7. BG Köln, 8. BC Langendreer, 9. FC Tegernheim, 10. BG Göttingen, 11. BG Febro Magdeburg, 12. KuSG Leimen, 13. CVJM Erlangen, 14. SV Germering, 15. BG Such sdorf-Kronshagen, 16. SV Möhringen