Bamberg
Fußball

Skarabela ist stolz auf 20 überragende Minuten

Der FC Eintracht Bamberg 2010 fertigt in der Regionalliga Bayern die zweite Garnitur des TSV 1860 München mit 5:3 ab.
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Lukas Görtler vom FCE dient in diesem Kopfballduell dem Münchner Christoph Rech als Stütze. Fotos: sportpress
Lukas Görtler vom FCE dient in diesem Kopfballduell dem Münchner Christoph Rech als Stütze. Fotos: sportpress
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"Wir haben 20 Minuten überragenden Fußball geboten, das waren vielleicht die besten 20 Minuten, die ich als Trainer bisher erlebt habe. Wir haben all das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", freute sich Bambergs Trainer Petr Skarabela über eine ausgezeichnete Leistung seiner Elf vor allem in der ersten Halbzeit und einen 5:3 (4:1)-Erfolg am Samstag gegen das U 23-Team des TSV 1860 München. Der FC Eintracht Bamberg 2010 blieb so auch im dritten Spiel der Regionalliga Bayern ungeschlagen und schob sich auf Rang 3 der Tabelle.
Im Fuchs-Park-Stadion entwickelte sich eine mitreißende Partie, in der sehr zum Unmut des Münchner Coaches Alexander Schmidt kurz nach Anpfiff ein Elfmeterpfiff des Schiedsrichters ausblieb. "In der ersten Situation kann man auch für uns einen Elfmeter pfeifen, in der zweiten für Bamberg ebenso. Einer so jungen Mannschaft wie der unseren gibt das Sicherheit. Und wenn es so passiert, dann kann das Spiel auch anders laufen", haderte Schmidt. Denn: Auf der Gegenseite blieb die Pfeife des Referees nicht stumm. Christoph Rech brachte Alexander Deptalla zu Fall, Christoph Kaiser trat an und versenkte den Ball zum 1:0 in der 6. Min. im Tor. Und die Bamberger blieben auch nach dieser frühen Führung am Drücker. "Wir haben uns Pressing über 90 Minuten vorgenommen", so Skarabela und sah vor allem in der ersten Halbzeit seine Mannschaft dieser Forderung nachkommen.
Durch frühes und aggressives Stören zwangen die Bamberger den Gegner immer wieder zu Fehlern und Ballverlusten. So setzte sich etwa Deptalla gut durch und scheiterte mit seinem Schuss an Torhüter Vitus Eicher. In der 10. Min. verfehlte ein Freistoß von Johannes Bechmann aus knapp 30 m sein Ziel nur um Haaresbreite. Seine gelungene Rückkehr perfekt machte der FCE-Innenverteidiger nur 60 Sekunden später. Eine Flanke von Christoph Herl konnten die "Sechziger" nicht klären, Bechmann war zur Stelle und besorgte per Kopf das 2:0 in der 11. Min. Doch damit nicht genug: Zwei Minuten später eroberte Christoph Kaiser den Ball, seinen Schuss konnte Eicher nur abklatschen lassen, Deptalla stand goldrichtig und erzielte das 3:0 in der 13. Min.
Florian Pickel hätte nach knapp 20 Minuten erhöhen können. So aber gelang den Gästen mit dem ersten Eckball in der 25. Min. der Anschlusstreffer nach einem Kopfball von Bobby Shou Wood. Nun durfte sich der überzeugende Bamberger Torwart Oliver Scheufens zweimal gegen Chris Wolf sowie gegen Wood auszeichnen, ehe die Hausherren wieder am Zug waren und in der 40. Min. das 4:1 markierten. Einen Bechmann-Freistoß konnte Eicher wiederum nicht sichern, Tobias Seifert staubte ab. Den Schlusspunkt einer sehr unterhaltsamen ersten Halbzeit setzte Markus Ziereis, dessen Versuch am Pfosten landete.
Nach Wiederanpfiff waren es die Gäste, die durch Liridon Vocay eine erste Gelegenheit verbuchten, doch Zählbares sprang zunächst nur auf Bamberger Seite heraus. Eine Hereingabe des eingewechselten Peter Heyer beförderte der Löwe Phillipp Steinhart in der 55. Min. zum Entsetzen seiner Elf ins eigene Tor. Im Anschluss tat sich Scheufens weiter durch gute Paraden hervor, vorne ließ der FCE u.a. durch den ebenfalls eingewechselten Lukas Görtler Chancen liegen.
In der 73. Min. war es der Mann an der Seitenlinie, der die Aufmerksamkeit auf sich zog. Schiedsrichterassistent Andreas Hartl (Aicha) hatte sich ohne Fremdeinwirkung verletzt, das Spiel wurde unterbrochen, ehe der Vierte Offizielle Christian Stöhr einsprang. Diese Unterbrechung aber schien vor allem den Gästen bekommen zu sein, denn ihnen gelangen in der Schlussphase noch zwei Treffer durch Robert Glatzel und Wood zum 5:3-Endstand. "Die Gegentore waren vermeidbar, aber man hat gesehen, dass 1860 sehr gute Fußballer in der Mittelfeldreihe hat. Aber: Wenn du 5:1 führst, dann musst du auch 5:1 gewinnen", ärgerte sich Skarabela, attestiert den Gästen aber: "Sie haben gezeigt, dass sie guten Fußball spielen können. Uns hat die Unterbrechung etwas aus der Bahn geworfen. Dennoch geht der Sieg aufgrund der ersten Halbzeit in Ordnung." Sein Gegenüber Schmidt: "Wir haben eigentlich ordentlich begonnen und wollten gut mitspielen. Dann aber haben wir uns große individuelle Fehler geleistet, die hart bestraft wurden. Ich denke, das war der Schlüssel des Spiels. In dieser Liga muss man den Ball auch mal wegschlagen, nicht im Sechzehner noch einen schönen Doppelpass spielen. Man muss die richtige Mischung aus Spielwitz und Männerfußball finden, wobei Männerfußball heißt, den Ball auch mal über die Tribüne zu treten."

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