Baunach
Basketball

Schwere Saison mit Happy-End

Die Baunach Young Pikes haben sich mit einem starken Endspurt den Klassenerhalt in der 2. Liga ProA erkämpft.
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Aufbauspieler Aleksej Nikolic (r.) und Center Leon Kratzer (M.) waren die beiden dominanten Spieler im Baunacher Team. Foto: sportpress
Aufbauspieler Aleksej Nikolic (r.) und Center Leon Kratzer (M.) waren die beiden dominanten Spieler im Baunacher Team. Foto: sportpress
Bis zum vorletzten Spieltag mussten die Baunach Young Pikes um den Klassenerhalt in der 2. Basketball-Liga ProA zittern. Dennoch ist Fabian Villmeter mit der vor kurzem beendeten Saison "sehr zufrieden". Platz 13 nach zehn Siegen und 20 Niederlagen sind nach Rang 9 im Vorjahr auf den ersten Blick zwar ein Rückschritt, aber der Tabellenstand des Farmteams spielt im Nachwuchskonzept von Brose Bamberg nur eine untergeordnete Rolle. Andere Parameter sind für Brose-Sportdirektor Daniele Baiesi und den Baunacher Coach Villmeter, der zudem auch das Jugendkonzept des deutschen Meisters verantwortet, wichtiger. So ergibt ein Blick in die Spielerstatistik der ProA, dass einige Baunacher zur Ligaspitze zählen.

Mit Aufbauspieler Aleksej Nikolic stellen die "jungen Hechte" den besten Assistgeber (6,9 im Schnitt) und mit Center Leon Kratzer den besten Rebounder (12,7) der 2. Liga. Zudem führen gleich vier Baunacher die U22-Wertung, die 77 Spieler umfasst, an: Nikolic (17,4 Punkte im Schnitt), Arnoldas Kulboka (14,7), Kratzer (14,6) und Louis Olinde (7,8). "Wenn man sieht, wie sich die Jungs im Lauf der Saison entwickelt haben und mit der Drucksituation Abstiegskampf umgegangen sind, können wir extrem glücklich sein", sagt Villmeter.

Noch jünger (19,8 Jahre im Schnitt) als in den Vorjahren war das Team der "jungen Hechte", das ins kalte Wasser geworfen wurde. Doch schwammen sich die Hechte in der entscheidenden Saisonphase schließlich frei, gewannen die Duelle gegen die direkten Abstiegskonkurrenten aus Ehingen, Dresden sowie Essen und ließen diese drei Teams noch hinter sich. "Natürlich war es gewagt, ohne erfahrene Spieler anzutreten", gibt Villmeter zu, auch wenn es in diesem Ausmaß gar nicht beabsichtigt gewesen sei. Denn mit Yassin Idbihi (Knieverletzung) und Dino Dizdarevic (Achillessehnen-OP) standen ihm zwei routinierte Spieler, denen eine Anführerrolle zugedacht war, die gesamte Saison über nicht zur Verfügung. Bewusst haben sich die Baunacher gegen Nachverpflichtungen entschieden und wurden für ihren Mut mit dem Klassenerhalt belohnt.


Olinde steigert sich enorm

An Louis Olinde lässt sich am besten die positive Entwicklung des Baunacher Teams im Verlauf der Spielzeit festmachen. Zu Saisonbeginn wirkte der Sohn der Göttinger Basketball-Legende Wilbert Olinde, der von den Hamburg Towers gekommen war, noch wie ein Fremdkörper und spielte ohne Selbstvertrauen. Doch in den letzten fünf Saisonpartien punktete der 19-Jährige durchwegs zweistellig und stand auch für Brose Bamberg einige Male auf dem Parkett.

Den Sprung in den Kader des deutschen Meisters haben Kratzer und Nikolic längst geschafft. Dem 20 Jahren alten Bayreuther und dem 22-jährigen Slowenen haben die Young Pikes den Klassenerhalt in großem Maße zu verdanken. Denn sie verließen in der vergangenen Saison nur dann als Sieger das Parkett, wenn dieses Duo an Bord war. "Auch wenn beide viel mit Brose unterwegs waren, sind sie immer vorneweg gegangen, wenn sie bei uns waren. Ihre emotionale Verbundenheit mit der Mannschaft war offenkundig. Das ist ein wichtiges Kriterium für uns", lobt Villmeter seine Rudelführer. Auf Kratzer und Nikolic wird er in der kommenden Saison verzichten müssen. Beide werden nur noch für Brose Bamberg auflaufen. "So ist unser Konzept. Sie müssen jetzt den nächsten Schritt machen. Reif dafür sind sie allemal", erläutert der Coach. Auch Malik Müller wird die Baunacher trotz laufenden Vertrags verlassen und in der Bundesliga - wenn auch nicht in Bamberg - sein Glück versuchen. Offen ist die Zukunft von Kulboka. Den 19 Jahre alten Litauer, der sich für den NBA-Draft angemeldet hat, würde Villmeter zwar noch gerne ein Jahr in der 2. Liga sehen, doch scheint auch eine Ausleihe eine Option zu sein. Idbihi spielt in den Planungen für die neue Saison keine Rolle mehr.

Wie die Lücken im Baunacher Kader aufgefüllt werden, ist noch offen. Mit Henri Drell und Kay Bruhnke sollen zwar zwei Talente aus den eigenen Reihen weiter ans ProA-Team herangeführt werden, doch werden die Baunacher sich nicht noch einmal so jung aufstellen wie in den vergangenen Jahren. Villmeter: "Wir wollen mehr Stabilität in die Mannschaft bekommen. Das heißt, das wir den ein oder anderen erfahrenen Spieler dazuholen werden."
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