Bamberg
Basketball-Finalserie

Nur noch ein Sieg fehlt den Brose Baskets zum Titel

Die Brose Baskets haben nach dem Zittersieg in Ulm nun alle Trümpfe in der Hand. Doch der Respekt vor dem Gegner ist gewachsen.
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Brad Wanamaker zieht beim letzten Bamberger Angriff zum Korb und erzielt die siegbringenden Punkte für sein Team. Foto: Daniel Löb
Brad Wanamaker zieht beim letzten Bamberger Angriff zum Korb und erzielt die siegbringenden Punkte für sein Team. Foto: Daniel Löb
Auf dem Weg zum Play-off-"Sweep" wären die Brose Baskets am späten Mittwochabend gegen entfesselt aufspielende Ulmer fast ins Stolpern geraten. Nach dem 92:90 (39:43, 82:82)-Sieg nach Verlängerung in der ratiopharm-Arena marschiert der Titelverteidiger aber weiterhin schnurstracks auf die achte deutsche Basketball-Meisterschaft zu. In der Brose Arena können die Bamberger nun am Sonntag (15 Uhr/im Liveticker auf inFranken.de) die Finalserie im Schnelldurchgang und die Play-off-Serie ohne Niederlage beenden.

Viel spricht für dieses Szenario, zumal die Mannschaft von Andrea Trinchieri in dieser Saison in der "Frankenhölle" noch kein Bundesliga-Spiel verloren hat. Nach dem Krimi in Neu-Ulm war bei den Bambergern von Euphorie nichts zu spüren. "Ulm verdient unseren größten Respekt. Sie haben großartig gespielt", lobte Trinchieri den Gegner, der nach der klaren 82:101-Auftaktniederlage diesmal auf Augenhöhe mit dem Meister war. Und das, obwohl die Schwaben verletzungsbedingt nur mit einer Rumpfmannschaft antreten konnten. "Sie haben zwar nur sieben Spieler, aber die haben es in sich. Sie haben gekämpft wie die Löwen und gezeigt, dass sie zurecht im Finale stehen", sagte Rolf Beyer.


Zweites Viertel ein "Albtraum"

Dem Geschäftsführer der Brose Baskets war nach dem Zittersieg die Erleichterung sichtlich anzumerken. Zwar erwischte sein Team dank der Treffsicherheit von der Dreier-Linie einen guten Start und führte zu Beginn des zweiten Viertels bereits mit zehn Punkten (31:21), doch was dann bis zur Pause folgte, bezeichnete der Italiener Trinchieri später auf Deutsch als "Albtraum". Mit harter Verteidigung brachten die Ulmer den Favoriten aus dem Rhythmus und entschieden diesen Abschnitt mit 22:11 klar für sich. Während die Schiedsrichter im ersten Finalspiel intensiven Körperkontakt beim Zug zum Korb seiner Meinung nach zu schnell bestraften, hätten sie diesmal viel durchgehen lassen. "Ich weiß nicht, auf welche Linie ich meine Spieler einstellen muss. Und das mag ich nicht", schimpfte er. Allerdings entschieden die Unparteiischen im Vergleich zum ersten Finalpartie (49 Pfiffe) insgesamt nur sechsmal weniger auf Foulspiel.

Angeführt von Nationalspieler Per Günther (20 Punkte/8 Assists) und Da'Sean Butler (19) boten die Ulmer dem Favoriten die Stirn. 15 Mal wechselte die Führung, 13 Mal stand es unentschieden. "Es war der typische Schwergewichtskampf am Ende", sagte Günther.


Wanamaker setzt den "lucky punch"

Dass am Ende die Bamberger den "lucky punch" setzen konnten, hatten sie ihrem Kapitän Brad Wanamaker zu verdanken. Der Hauptrunden-MVP (23 Punkte/9 Assists) drehte nach einer unauffälligen ersten Hälfte gewaltig auf und sorgte mit Unterstützung von Nicolo Melli (16 Punkte/9 Rebounds) und Nikos Zisis (15/8 Assists) zunächst dafür, dass Ulm sich nicht absetzen konnte. Und in der Verlängerung erzielte er 11,4 Sekunden vor der Schlusssirene per Korbleger die letzten Punkte der Partie. "Das war ein verrücktes Spiel. Aber wir haben an uns geglaubt und zusammengehalten", meinte Wanamaker. Am Sonntag erwartet er eine weitere Schlacht. "Im Finale geht es um Herz und Willen", meinte der Kapitän. Beide Mannschaften haben davon reichlich, wie das Spektakel am Mittwochabend zeigte.
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