Bamberg
Basketball-Bundesliga

Klarer Sieg der Brose Baskets im Frankenderby in Würzburg

Die Brose Baskets feiern mit dem 80:67 den achten Erfolg in Serie gegen den fränkischen Rivalen aus Würzburg.
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Nikos Zisis (mit Ball) drückte dem Spiel mit seiner Erfahrung den Stempel auf und versenkte in wichtigen Phasen drei Dreier. Hier setzt sich der Grieche gegen Würzburgs Joshiko Saibou durch. Fotos: Daniel Löb
Nikos Zisis (mit Ball) drückte dem Spiel mit seiner Erfahrung den Stempel auf und versenkte in wichtigen Phasen drei Dreier. Hier setzt sich der Grieche gegen Würzburgs Joshiko Saibou durch. Fotos: Daniel Löb
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Auch wenn die Brose Baskets ihre letzten beiden Spiele in der Euroleague verloren haben: In der Bundesliga ziehen sie an der Tabellenspitze weiterhin ungefährdet ihre Kreise. Trotz des straffen und kräftezehrenden Programms seit Jahresbeginn gewannen die Bamberger am Sonntagnachmittag ihre bereits neunte Partie im Monat Januar bei den s.Oliver Baskets Würzburg mit 80:67 (41:34). Damit setzte der deutsche Meister zwei Erfolgsserien fort: Er blieb in der Bundesliga zum zehnten Mal in Folge ungeschlagen und gewann auch das achte Duell gegen den unterfränkischen Rivalen, der weiter auf den ersten Derbysieg gegen die Brose Baskets warten muss.
"Unser Spielplan ist zur Zeit mörderisch. Aber wir waren trotzdem in guter körperlicher Verfassung und in der Lage, das Spiel zu kontrollieren. In unserer Situation kannst du nicht glänzen", meinte der Bamberger Trainer Andrea Trinchieri. Der Italiener ließ in diesem vierten Auswärtsspiel in Folge so viel rotieren wie noch nie in dieser Saison. Elf Spieler setzte er bereits im ersten Viertel ein, nur Center Yassin Idbihi bekam keine Einsatzzeit.


Gute Verteidigung

Aufgrund der häufigen Wechsel fanden die Gäste im Angriff nur schwer ihren Rhythmus. Allerdings standen sie gut in der Verteidigung, sodass sie den hochmotivierten Würzburgern um Trainer Doug Spradley, der seinen Vertrag bei den s.Oliver Baskets am Sonntag um zwei Jahre verlängert hat, schnell den Wind aus den Segeln nahmen.

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Zwar führten die Hausherren nach fünf Minuten mit 14:8, doch angeführt von Nikos Zisis holten sich die Bamberger die Führung zurück und lagen trotz einer durchschnittlichen Trefferquote von 45 Prozent dank eines 9:0-Laufs nach dem ersten Viertel mit 17:16 vorne.

Umkämpft, aber nicht auf allerhöchstem Niveau, ging es weiter. Im Angriff ließen beide Mannschaften gute Möglichkeiten liegen, doch die Gäste bekamen die Unterfranken allmählich in den Griff.

Kapitän Brad Wanamaker nutzte seine körperliche Überlegenheit gegen Dru Joyce unter dem Korb einige Male geschickt aus und trat auch als Vorlagengeber in Erscheinung. Janis Stelnieks, der zuvor bei zwei Würfen nicht einmal den Ring getroffen hatte, sorgte mit seinem zweiten Dreier kurz vor dem Pausensignal für die bis dahin höchste Führung der Brose Baskets (41:34).


Brendan Lane hält dagegen

Mit einem 9:0-Lauf setzten sich die Bamberger zu Beginn der zweiten Halbzeit auf 16 Punkte ab und zeigten auch in der Folge eine mannschaftlich geschlossene Leistung. Immer wieder fanden sie einen freien Schützen und konterten damit gelungene Angriffsaktionen der Hausherren. Der bärenstarke Brendan Lane hielt sein Team mit acht Punkten in Folge zwar im Spiel, aber mit dem vierten Dreier im dritten Abschnitt baute Elias Harris die Führung der Gäste auf 68:53 aus.
Mit der Umstellung auf eine Zonenabwehr stoppten die Würzburger im letzten Spielabschnitt den Angriffsschwung der Brose Baskets. Die Bamberger kamen nicht mehr zu offenen Würfen und agierten teils hektisch. Doch die Unterfranken machten es im Angriff ihrerseits nicht besser. Über drei Minuten fiel auf beiden Seiten des Spielfelds kein Korb, sodass die Bamberger am Ende einen ungefährdeten Sieg mit nach Hause nahmen.


Brad Wanamaker: Jetzt haben wir zwei Heimspiele hintereinander, das fühlt sich ein bisschen wie Urlaub an.

Daniel Theis (Bambergs Center): "Wir bewegen schon in der ganzen Saison den Ball sehr gut, manchmal vielleicht sogar zu viel, finden immer den offenen Schützen oder den freien Mann unter dem Korb. Wir wussten, dass die Würzburger nach der Pause sehr aggressiv rauskommen würden. Deswegen wollten wir mit unserer Physis dagegenhalten. Das ist uns gelungen, sodass wir den Sieg souverän über die Zeit bringen konnten. Wir waren den ganzen Januar in der Euroleague ständig unterwegs, deshalb ist es sehr schön, dass wir jetzt erst einmal zwei Heimspiele haben. Das gibt uns Gelegenheit, auch in der Familie Kraft zu tanken. Im März spielen wir dann sieben Mal vor eigenem Publikum, das ist sicher ein Vorteil."
Doug Spradley (Würzburger Trainer): "Natürlich wollten wir gewinnen. Letztlich haben wir aber nur reagiert, und die Bamberger nutzten jeden unserer Fehler gnadenlos aus. Wir haben zu viele Kleinigkeiten gegen so einen großen Gegner verkehrt gemacht. Gegenüber dem letzten Spiel in Berlin waren wir aber deutlich besser, haben mit Herz verteidigt und auch besser gereboundet. Ulmer hat auf Grund einer Daumenverletzung in der zweiten Halbzeit nicht mehr gespielt. In der Pick-and-Roll-Verteidigung waren wir manchmal zu langsam, sodass die Bamberger zu freien Würfen gekommen sind."
Patrick Heckmann (Bamberger Flügelspieler): "Wir haben unsere Müdigkeit ganz gut versteckt. Als wir aus Moskau zurückgekommen sind, hatten wir einen Tag frei, haben dann aber hart trainiert. Wir wollten von Anfang an aggressiv spielen. Im letzten Viertel haben wir zwar etwas nachgelassen, aber ich denke, dass wir trotz der Strapazen der letzten Woche mit viel Physis und Energie aufgetreten sind. Es war wichtig, dass wir körperlich dagegengehalten haben."
Brad Wanamaker (Bamberger Kapitän ): "Wir haben heute den Teambasketball gezeigt, der uns in dieser Saison so weit gebracht hat. Wir gewinnen Spiele, wenn wir den Ball gut bewegen. Vier Auswärtsspiele in Folge hatte ich in meiner Karriere bis jetzt noch nicht. Jetzt haben wir zwei Heimspiele hintereinander, das fühlt sich ein bisschen wie Urlaub an."
Maurice Stuckey (Ex-Bamberger im Würzburger Team): "Die Bamberger sind immer wieder zum Korb gezogen und haben dadurch einen freien Schützen gefunden. Da sind wir immer ein Stück weit kollabiert. Wir müssen solche Situationen besser verteidigen."


Die Statistik

s.Oliver Baskets Würzburg - Brose Baskets 67:80
(16:17, 18:24, 19:27, 14:12)

Würzburg Lane (20 Punkte), Long (14/3 Dreier), Joyce (11/1), Ulmer (6), Stuckey (4/1), Betz (4), Tuttle (3), Searcy (3), Saibou (2), Ugrai, Spoden
Bamberg Zisis (14/3), Wanamaker (14/1), Melli (11/1), Strelnieks (10/2), Theis (10), Miller (9/3), Harris (6/1), Radosevic (6), Heckmann, Staiger
SR Matip, Fritz, J. Reiter
Zuschauer: 3140 (ausverk.)
Gesamtwurfquote Würzburg 46 Prozent (28 Treffer/61 Versuche), Bamberg 50 (25/50)
Dreierquote Würzburg 23 Prozent (5/22), Bamberg 42 (11/26)
Freiwurfquote Würzburg 75 Prozent (6/8), Bamberg 90 (19/21)
Rebounds Würzburg 29 (18 defensiv/11 offensiv), Bamberg 30 (21/9)
Ballgewinne/-verluste Würzburg 4/12, Bamberg 4/14
Assists Würzburg 23 / Bamberg 23
Fouls Würzburg 24 / Bamberg

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