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Kemmern
Basketball

Julia Förner will bei der Europameisterschaft jeden Moment genießen

Die 15-jährige Julia Förner aus Kemmern fährt zur U16-EM. Die Jugendarbeit des Konzepts unter dem Dach von Brose Bamberg wirkt sich aus - ein Sportgespräch.
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U16-Nationalspielerin Julia Förner reift bereits zu einer festen Größe des Zweitligateams der DJK Brose Bamberg unter Trainer Ulf Schabacker (l.) heran. Foto: sportpress
U16-Nationalspielerin Julia Förner reift bereits zu einer festen Größe des Zweitligateams der DJK Brose Bamberg unter Trainer Ulf Schabacker (l.) heran. Foto: sportpress
Es tut sich etwas in Sachen Damen- und Mädchenbasketball in Bamberg. Die DJK Brose ist eine feste Größe in der 2. Liga Süd, die Rückkehr in die Bundesliga der Perspektive für den Nachwuchs wegen bleibt ein Thema bei den Verantwortlichen. Rolf Beyer, der Geschäftsführer von Brose Bamberg, Sebastian Hader, der Sportliche Leiter der DJK Brose, und Zweitliga-Cheftrainer Ulf Schabacker sind sich einig: Junge und jüngste Talente zu suchen, zu finden und zu fördern, kann allein nachhaltigen Erfolg bringen. Finanzielle Abenteuer, um etwa schnell ein für die Bundesliga reifes Team zusammenzukaufen, sind ihre Sache nicht.
Die Zwischenbilanz in diesen Tagen kann sich sehen lassen: Namen aus dem Bamberger Programm finden sich in den Bayernauswahlen und Nationalmannschaften der verschiedenen Altersklassen. Die aus Kemmern stammende 15-jährige Julia Förner, in der letzten Saison bereits für die DJK Brose Bamberg in der 2.
Liga auf Korbjagd und Anfang Juni mit der DJK Don Bosco Bamberg deutscher Meister der U15-Mädchen geworden, hat es jetzt sogar bis zur U16-Europameisterschaft vom 6. bis 14. August im italienischen Udine geschafft. Wir unterhielten uns mit der jungen Nationalspielerin.

Bundestrainer Imre Szittya hat Sie ins Nationalteam für die U16-EM berufen. Haben Sie mit der Nominierung gerechnet, zumal Sie noch U15-Spielerin sind?
Julia Förner: Schon bei den ersten Lehrgängen war klar zu erkennen, dass es nicht leicht sein wird, in den Kader der U16-Nationalmanschaft zu kommen, da jede einzelne Spielerin ihre Stärken hatte und der Jahrgang 2000 sehr gut ist. Ich war mir nicht zu 100 Prozent sicher, ob ich es in den Kader schaffe. Deshalb habe ich mich über die endgültige Nominierung umso mehr gefreut.

Lehrgänge und Länderspiele sorgen dafür, dass Sie seit Wochen mehr in Sporthallen als in ihrem Klassenzimmer im Bamberger Clavius-Gymnasium unterwegs sind. Ein Problem für Sie?
Meine schulischen Leistungen leiden überhaupt nicht unter der längeren Abwesenheit, solange ich den verpassten Stoff nachhole. Meine Schule, das Clavius-Gymnasium Bamberg, unterstützt mich sehr. Meine Lehrer haben in diesem Schuljahr viel Rücksicht auf mich zum Beispiel bei Abfragen genommen, und dank unseres Direktors, Herrn Funk, konnte ich an jedem Lehrgang teilnehmen, wofür ich sehr dankbar bin. Sicher sind die vielen Lehrgänge und Spiele im Vorfeld der Europameisterschaft sehr anstrengend und belasten einen sowohl mental als auch körperlich, aber dann freut man sich umso mehr auf den Urlaub, den ich mit meiner besten Freundin nach der EM verbringe.

Wie wird aus Ihrer Sicht die deutsche Nationalmannschaft der U16-Basketballerinnen bei der Europameisterschaft abschneiden, was erwarten Sie von sich in Udine?
Ich denke, dass wir sehr gut bei der Europameisterschaft abschneiden können, auch wenn die Konkurrenz stark ist. Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung mit intensivem Training und 13 Siegen in 13 Spielen. Jedoch können wir uns von den Siegen in der Vorbereitung nichts kaufen. Wir müssen jetzt neu fokussiert in jedes Spiel der Europameisterschaft gehen und aus den Fehlern in den Testspielen gelernt haben. Ob es am Ende für einen Medaillenplatz reicht, können wir als Team mit einer guten Leistung selbst bestimmen. Ich nehme mir vor, nicht für mich, sondern für das Team mein Bestes zu geben. Ein bisschen Druck und Aufregung können, so glaube ich, vor den Spielen auch nicht schaden. Ich persönlich will motiviert in jedes einzelne Spiel hineingehen und mein Bestes geben. Ich werde jeden Moment, an einer Europameisterschaft teilnehmen zu dürfen, genießen.

Welche Stärken zeichnen das Nationalteam aus, was kann noch besser werden?
Unsere Stärken liegen in einem schnellen Spiel mit wenig Dribbeln und viel Passen. Durch unser In-and-out-Spiel kommen unsere guten Center unter dem Korb zu guten Abschlüssen und die Guards zu ihren Würfen. Da ein paar Spielerinnen, wie auch ich, zum jüngeren Jahrgang 2001 gehören, müssen wir noch mit mehr Selbstvertrauen auftreten und unsere Stärken zeigen. Wir müssen noch lernen, hinter eine schlechte Aktion sofort einen Haken zu setzen und zurückzusprinten in die Abwehr - das Spiel geht weiter.

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