Memmelsdorf
Fußball-Bilanz

Im Angriff hakt es beim SV Memmelsdorf

Mit dem neunten Platz in der Fußball-Landesliga Nordwest zur Winterpause ist das Team aus der Schmittenau nur bedingt zufrieden.
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Tobias Seifert (am Ball) ist mit fünf Treffern bislang bester SVM-Torschütze.  Foto: sportpress
Tobias Seifert (am Ball) ist mit fünf Treffern bislang bester SVM-Torschütze. Foto: sportpress
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Der Tag der Deutschen Einheit war auch für den SV Memmelsdorf ein Feiertag: Mit dem 1:0-Sieg in Rimpar kletterte die Mannschaft von Trainer Rolf Vitzthum auf den dritten Tabellenplatz und setzte dem Doppelspieltag der Fußball-Landesliga Nordwest am ersten Oktober-Wochenende die Krone auf. Zwei Tage zuvor hatte der SVM in der heimischen Schmittenau den Spitzenreiter Jahn Forchheim bereits mit 3:2 niedergerungen.

Doch bald war es mit der Memmelsdorfer Herrlichkeit wieder vorbei. Nach einer Durststrecke von zuletzt vier Spielen ohne Sieg überwintert der SVM mit 26 Punkten aus 18 Partien auf Tabellenplatz 9. Dementsprechend gemischt fällt die Zwischenbilanz von Vitzthum aus: "Unsere Saison verlief bislang durchwachsen. Aber ich bin nicht unzufrieden."

Ein Blick auf die Torbilanz zeigt die Stärken und Schwächen der Memmelsdorfer klar auf. Die Abwehr steht: Mit 21 Gegentreffern haben sie nur einen mehr kassiert als der Spitzenreiter FC Schweinfurt 05 II, der mit 20 Gegentoren die beste Defensive der Liga aufweist. Doch vorne drückt der Schuh. Lediglich 22 Mal "klingelte" es im Kasten des Gegners. Nur die vier Teams am Tabellenende weisen eine schlechtere Torausbeute auf. "Besonders in den letzten Spielen vor der Winterpause haben wir uns kaum noch Torchancen erarbeitet, weil wir über die Außen keinen Druckmehr aufgebaut haben", erklärt Vitzthum.


Wende in Abtswind

Die unglückliche 1:2-Niederlage beim TSV Abtswind am 22. Oktober, als die Memmelsdorfer den zweiten Treffer in der Nachspielzeit hinnehmen mussten, war laut Vitzthum der Knackpunkt. Seitdem läuft bei seinem Team nicht mehr viel zusammen, nur ein Torerfolg und ein Punkt waren danach die magere Ausbeute bis zur Winterpause. Warum es offensiv nicht läuft, ist für Vitzthum kein Rätsel. Top-Torschütze Tobias Seifert (5 Treffer) fiel verletzungsbedingt einige Male aus, Philipp Hörnes (4) fehlte ebenfalls wegen Blessuren oder Sperre, andere fielen in ein Leistungsloch. "Es waren oft Kleinigkeiten, die zusammengekommen sind", meint der Coach, der zudem die Disziplin auf dem Platz moniert: "Durch Dummheiten haben wir uns zu viele Gelb-Rote oder Rote Karten eingehandelt. Es war nie etwas Grobes dabei, aber wir sind nicht so üppig besetzt, dass wir Ausfälle auf diese Weise so ohne Weiteres kompensieren können."


17 Punkte aus sieben Spielen

Wenn dagegen einmal alle Puzzleteile beim SVM passen, ist das Team aus der Schmittenau durchaus eine Mannschaft, die in der Landesliga Nordwest eine gute Rolle spielen kann. Vom 20. August bis zum eingangs erwähnten 3. Oktober blieb sie ungeschlagen und holte aus sieben Spielen 17 Punkte. Platz 3 war der Lohn für konstant gute Leistungen.

Den Blick nach der Winterpause wieder nach oben zu richten, verbietet sich laut Vitzthum aber. "Wir müssen den Abstand zu den Abstiegsplätzen möglichst schnell so groß wie möglich bekommen, um die Saison in Ruhe beenden zu können", sagt der Coach. Oben anzugreifen, sei nicht möglich: "Uns fehlt die Konstanz, das liegt an der Breite des Kaders." Kurzfristige Abgänge zum Lokalrivalen FC Eintracht Bamberg vor Saisonbeginn sowie die Umgruppierung der zweiten Mannschaft in den Spielkreis Bayreuth/Kulmbach haben den SVM personell arg gebeutelt, da auch die "Zweite" Spieler aufgrund der weiten Auswärtsfahrten verließen.

"Was da abgelaufen ist, war für uns eine Katastrophe", sagt Vitzthum. Das Memmelsdorfer Kreisliga-Team ist alles andere als ein Unterbau für die "Erste" und muss von Woche zu Woche schauen, dass es genügend Spieler aufbieten kann. Daran wird sich auch nach der Winterpause nichts ändern: "Wir wollen die zweite Mannschaft am Leben halten, aber ob wir das bis zum Saisonende durchstehen, kann ich definitiv nicht sagen", meint Vitzthum


Zwei Neuzugänge?

Für sein Landesliga-Team hat er immerhin zwei Winter-Neuzugänge an der Angel. Namen verrät der Coach zwar noch nicht, doch hätten beide schon einmal für den SVM gespielt. Und bei beiden ist sich Vitzthum sicher: "Alle zwei würden uns fußballerisch richtig bereichern."

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