Bamberg
Schach

Im Alten Rathaus: "Schach im Fluss" für Kinder in Not

Wohl erstmals war der Rokokosaal im Alten Rathaus Treffpunkt vieler aktiver Schachspieler und nicht nur Ort eines Schach-Empfangs.
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Volle Konzentration im Alten Rathaus bei Jung und Alt mit GM Dr. Helmut Pfleger (l.) Foto: Norbert Wahner
Volle Konzentration im Alten Rathaus bei Jung und Alt mit GM Dr. Helmut Pfleger (l.) Foto: Norbert Wahner
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Denn es wurden schon einige Weltmeister hier in einer der schönsten Bamberger Stuben begrüßt: Vize-Weltmeister Kortschnoi war erst vor wenigen Jahren da. Oberbürgermeister Starke hatte den Saal dankenswerterweise für den guten Zweck zur Verfügung gestellt, so fand das "Spiel der Könige" einen würdevollen Rahmen.
Zur Feier des 15-jährigen Bestehens der Zusammenarbeit der Deutschen Schachjugend mit dem Kinderhilfswerk "terre des hommes" spielten an 15 ausgewählten Orten in Deutschland je ein Großmeister simultan vorwiegend gegen Jugendliche, um Kindern in Vietnam mit den Spendenerlösen den Schulbesuch zu ermöglichen. Der Bamberger Großmeister Dr. Helmut Pfleger hatte sich bereit erklärt, kostenlos gegen 30 Gegner anzutreten, sodass das Halbrund des Sitzungssaales optimal ausgenutzt war. Im Torbogen des Alten Rathauses hatte "terre des hommes " mit einem Informationsstand Stellung bezogen.
Nach kurzweiligen Eröffnungsreden durch den Vorsitzenden des gastgebenden SC 1868 Bamberg, Prof. Peter Krauseneck, der humorvoll, aber eindringlich die zu füllenden Spendenboxen hervorhob, den CSU-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Dr. Helmut Müller, in Vertretung des Oberbürgermeisters, der sich mit den Organisatoren über die Wahl Bambergs und des Veranstaltungsortes freute und Prof. Ulrich Knefelkamp, der an den Vietnamkrieg als Anlass der Gründung von "terre des hommes" erinnerte, begann Großmeister Pfleger das Turnier mit einem launigen Vortrag über die berühmte Partie Eduard Lasker gegen Sir Thomas in London 1911. In diesem Musterbeispiel für die Schönheit des Schachs wird der schwarze König nach einem Damenopfer magnetisch ins weiße Lager bis zum Matt auf der Grundreihe gezogen.
Im Simultan-Turnier bewies der Großmeister bei brütender Hitze und trotz schlechter Nacht wegen einer schweren Erkrankung eines Freundes einmal mehr seine bewundernswerte körperliche und geistige Fitness. Neben zwei Jugendlichen, Lukas Köhler und Nils Grüninger, erreichte mit Markus Thomas nur ein Erwachsener ein Unentschieden. Den vier Jugendlichen Simon Li, Christoph Sesselmann sowie den Bambergern Pablo und Vincent Wolf reichte der Großmeister die Hand zur Aufgabe, wobei der erst siebenjährige Vincent Wolf so begeistert über seinen Sieg war, dass er dem Großmeister gerne noch ein paar zusätzliche Züge abverlangt hätte. Dank der Spenden Pflegers konnten die Spieler alle einen Sachpreis mit nach Hause nehmen.
Die rundum gelungene Veranstaltung brachte mit 500 Euro auch ein schönes Sümmchen für den guten Zweck. Jugendleiterin Petra Wolf, Motor und Hauptorganisatorin, sah ihre Mühe nicht nur hierdurch, sondern auch noch durch die Siege ihrer beiden Söhne belohnt.
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