Bamberg
Basketball-Euroleague

Hohe Hürde für Brose Bamberg in der Hölle von Belgrad

Reifeprüfung für Brose Bamberg: Der Tabellensechste Roter Stern wird von 8000 fanatischen Fans unterstützt.
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Diese Szene erhitzte die Gemüter im Hinspiel: Wurde Darius Miller (mit Ball) beim letzten Wurf gefoult? Die Schiedsrichter jedenfalls pfiffen nicht, und die Bamberger verloren mit 78:79. Foto: Daniel Löb
Diese Szene erhitzte die Gemüter im Hinspiel: Wurde Darius Miller (mit Ball) beim letzten Wurf gefoult? Die Schiedsrichter jedenfalls pfiffen nicht, und die Bamberger verloren mit 78:79. Foto: Daniel Löb
Wenn die Spieler in Belgrad aus dem Bus aussteigen, geht's zunächst durch ein Spalier von bewaffneten Polizisten, bevor sie in die Halle kommen. Und in der Pionir Arena warten dann 8000 fanatische Fans, die ihrem Team den Rücken stärken und die Gäste gnadenlos auspfeifen. "Das ist vielleicht die heißeste Halle in ganz Europa", betont Bambergs Coach Andrea Trinchieri.

Und aus seiner Sicht ist es sogar ein Nachteil, dass sein Brose-Team am Donnerstag (19 Uhr) nicht in der neuen Kombank Arena antritt, die über 20 000 Besuchern Platz bietet, sondern in der "kleinen" Pionir, weil dort die Atmosphäre dichter ist und die Anhänger von Roter Stern noch näher dran sind am Geschehen.

Es gilt also, kühlen Kopf zu bewahren in der serbischen Hauptstadt. Doch die Arena ist keine uneinnehmbare Festung: Darussafaka und Anadolu Efes Istanbul sowie Baskonia Vitoria und Zalgiris Kaunas ist es gelungen, die Punkte mitzunehmen. Dem gegenüber stehen aber auch glanzvolle Siege des Tabellensechsten (13:10 Siege) über die Topteams von Real Madrid, ZSKA Moskau und Fenerbahce Istanbul.


"Reifeprüfung" gegen Belgrad

"Das ist eine sehr gute Mannschaft, die seit Jahren zusammen ist - und jetzt ist das Resultat zu sehen. Roter Stern spielt eine hervorragende Verteidigung, deshalb müssen wir extrem effizient im Angriff agieren. Diese Partie ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit zu lernen. Denn du kommst in Situationen, die dich nur besser machen können", blickt Trinchieri auf die Herausforderung in Belgrad voraus.

"Das ist eine Reifeprüfung für uns mit klaren Zielen: Wir müssen gut auf den Ball aufpassen und trotz der heißen Atmosphäre die Konzentration behalten. Und vor allem ist es wichtig, dass wir gegen eine Mannschaft, die es nicht zulässt, dass du deinen Basketball spielst, unseren Spielstil durchziehen", spricht Bambergs Trainer die Vorgaben an, um bei einer Belgrader Mannschaft, die acht ihrer letzten zehn Spiele gewonnen hat, erfolgreich zu sein. Und der Italiener ergänzt: "Es ist sehr laut, deshalb müssen wir mehr mit den Augen reden als mit dem Mund."

Topwerfer im Team von Trainer Dejan Radonjic ist der Ex-Berliner Marko Simonovic (13 Punkte im Schnitt). Der effektivste Akteur ist allerdings der 2,14-Meter-Hüne Ognjen Kuzmic (10,1 Punkte/7,7 Rebounds), der von etlichen NBA-Teams umworben wird. Im Hinspiel vergaben die Bamberger mit dem letzten Wurf den Sieg, doch in Belgrad wird es schwer, die serbischen Stars erneut zu ärgern. Allerdings kann der deutsche Meister ohne Druck spielen, denn dass Erreichen der Play-offs ist mit bisher 8:15 Siegen nur noch theoretisch drin.
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