Bughof
Schwimmen

Gemischte Gefühle bei der SG Bamberg

Während die Herrenmannschaft den Klassenerhalt in der 2. Liga schafft, steigen die Damen trotz guter Leistungen wieder ab.
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Lisa Mursak nach ihrem Vereinsrekord über 200 m Rücken. Fotos: privat
Lisa Mursak nach ihrem Vereinsrekord über 200 m Rücken. Fotos: privat
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Der erste gemeinsame Auftritt der ersten Damen- und Herrenmannschaft der SG Bamberg in der 2. Liga Süd seit fast 30 Jahren im Bambados endete mit gemischten Gefühlen: Obwohl alle Schwimmer mit herausragenden Leistungen überzeugten, schafften in der stimmungsgeladenen Halle nur die Männer mit Rang 9 den Klassenerhalt. Die Frauen müssen dagegen im kommenden Jahr wieder in der Bayernliga starten.

Während die Schwimmer ganzjährig als Individualsportler unterwegs sind, bilden sie bei diesem Wettkampfformat, dem Deutschen Mannschaftswettbewerb Schwimmen (DMS), ein Team. 13 Disziplinen, vom Sprint bis zur Langstrecke, müssen zweimal von zwei verschiedenen Sportlern absolviert werden. Da jeder Sportler maximal viermal starten darf, ist es für den Trainer auch eine taktische Herausforderung, die Mannschaften so aufzustellen, dass jeder Aktive auch möglichst auf seinen besten Strecken antreten darf.


Während das Hauptaugenmerk sonst eher auf den Platzierungen liegt, zählen hier ausschließlich die Zeiten, die auf Basis des aktuellen Kurzbahnweltrekordes in Punkte umgerechnet werden. Am Ende des Wettkampfes werden die Ergebnisse der 26 Einzelrennen addiert und ein Ranking erstellt. Dementsprechend sind Aufstieg, Klassenerhalt, aber auch der Abstieg möglich.

Das erste Herrenteam ist seit seinem Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd im Jahr 2009 dort be-reits fest etabliert. Daher war ein Platz im Mittelfeld als Ziel ausgegeben worden. Um dem Team einen starken Start zu ermöglichen, eröffnete Bastian Schorr (Jg. 1992) den Wettkampf über 200 m Freistil (1:50,76 Min.) und erzielte mit 722 Punkten die beste Leistung des Teams. Auch bei seinen Starts über 100 m Freistil (51,26 Sek. / 673 Pkt.), 400m Freistil (4:01,07 Min. / 682) sowie 200 m Schmetterling (2:08,26 Min. / 606) überzeugte er und mauserte sich zum besten Punktesammler des Teams (2683).

Dem stand Nikolas Häfner (1996) aber in nichts nach: Über 100 m Rücken sorgte er in 56,10 Sek. (663) für einen neuen Vereinsrekord. Über 100 m Freistil (51,39 Sek. / 668), 100 m Schmetterling (58,67 Sek. / 562) sowie 200 m Rücken (2:05,45 Min. / 605) wusste der Modellathlet aus Forchheim ebenfalls mit Bestzeiten zu überzeugen. Brustspezialist Jonas Mursak (1997) verbuchte über 100 m Brust (1:04,08 Min. / 653), 200 m Brust (2:21,48 / 617), 200 m Freistil (1:53,57 Min. / 669) und 200 m Lagen (2:07,64 Min. / 633) starke Ergebnisse.

Simon Wicht (1999) trug ausnahmslos mit neuen persönlichen Rekorden über 200 m Rücken (2:09,76 Min. / 546), 100 m (57,51 Sek. / 597) und 200 Schmetterling (2:09,16 Min. / 593) und 400 m Lagen (4:38,62 Min. / 605) zum starken Mannschaftergebnis bei. Freistilspezialist Martin Spörlein setzte über 50 m Freistil seinen Glanzpunkt (23,36 Sek. / 652) und erzielte über 400 m Freistil in 4:22,70 Min 527 Punkte. Masterschwimmer Graham Billington (1979) unterstützte das Team im Sprint über 50 m Freistil (0:24,70 Sek. / 551) und 100 m Rücken (1:01,92 Min. / 493). Mit Justus Behrmann und Benedikt Dörfler (beide 2000) gaben die beiden jüngsten im Team ihr Bundesliga-Debüt und erzielten ausschließlich neue Bestzeiten.

Behrmann ging über 100 m Brust (1:09,80 Min. / 505), 200 m Brust (2:31,04 Min. / 507) und 1500 m Freistil (17:54,16 Min. / 495) an den Start. Dörfler startete über 200 m Lagen (2:19,30 Min. / 487), 400 m Lagen (5:00,70 Min. / 480) und 1500 m Freistil (17:32,60 Min. / 526).

Mit 15317 Punkten konnten die Jungs, die im Vorfeld erwartete Punktzahl deutlich übertreffen, was zu einem starken neuntenPlatz in diesem hochrangigen Feld reichte. Damit dürfen die Herren auch im nächsten Jahr wieder in der 2. Liga starten. Es siegte in Bamberg der DSW 1912 Darmstadt I (16788) vor der SG Regio Freiburg (16569) und dem SC Wiesbaden 1911 (16552). Jedoch konnte keine süddeutsche Mannschaft in die erste Liga aufsteigen.

Obwohl das junge Bamberger Damenteam, das erstmals seit 29 Jahren wieder in der 2. Liga antrat, deutlich mehr Punkte erzielte als erwartet, reichte es am Ende nicht für den Klassenerhalt. Lisa Mursak (1998) trumpfte bei all ihren Starts mit grandiosen Bestzeiten auf und agierte als erfolgreichste Punktesammlerin (2666). Über 100 m (1:01,60 Min. / 722) und 200 m Rücken (2:15,23 Min. / 685) stellte sie neue Vereinsrekorde auf und auch über 400 m Lagen (5:04,92 Min. / 618) und 800 m Freistil (9:12,92 Min. / 651) unterbot sie ihre bisherigen Zeiten deutlich.

Hanna Krauß (1993) sammelte fleißig Punkte über 200 m (2:10,16 Min. / 616), 400 m (4:35,42 Min. / 617) und 800 m Freistil (9:29,29 Min. / 596) sowie 400 m Lagen (5:09,13 / 594). Ihre jüngere Schwester Katrin (1997) konzentrierte sich auf die Freistilstrecken: 50 m (27,84 Sek. / 581), 100 m (1:00,16 Min. / 609), 200 m (2:10,67 Min. / 609) und 400 m (4:43,36 Min. / 566).

Elena Kober (2000) präsentierte sich mit neuen Bestzeit über 100 m (1:07,29 Min. / 534) und 200 m Schmetterling (2:28,76 / 519) sowie 100 m Freistil (1:01,67 / 565). Delfinspezialistin Julia Kober (1997) überzeugte über 100 m (1:06,61 Min. / 551) und 200 m Schmetterling (2:26,92 Min. / 539). Isabel Linß (1997) und Maria Wirth (1999) waren als starke Brust- und Lagenschwimmerinnen geforderten: Linß startete über 100 m (1:18,10 Min. / 509) und 200 m Brust (2:48,13 Min. / 512) sowie 200 m Lagen (2:34,10 Min. / 494); Wirth schwamm dasselbe Programm: 100 m (1:15,73 Min. / 556) und 200 m Brust (2:47,89 Min./ 514) sowie 200 m Lagen (2:36,02 / 476).

Svenja Schorr deckte die Rückenstrecken über 100 m (1:10,29 Min. / 479) und 200 m (2:31,36 / 488) ab und sprintete über 50 m Freistil (27,45 Sek. / 606). Mit 14798 Punkten belegte das Bamberger Damenteam den 11. Platz.

Es siegte die SSG Leipzig (17148) vor dem DSW 1912 Darmstadt I (16749) und dem SC Wiesbaden 1911 (16237). Obwohl die Enttäuschung über den Abstieg im ersten Moment groß war, lobten Schwimmwart Michael Schorr und Cheftrainer Tushar Sikdar ihr junges Damenteam ausdrücklich, schließlich wurden in fast jedem Rennen neue Bestzeiten ausgestellt. Nachdem aus der 1. Liga zwei süddeutsche Mannschaften abstiegen, gleichzeitig aber keine Mannschaft der 2. Liga Süd den Aufstieg schaffte, müssen in diesem Jahr sogar vier Mannschaften absteigen. Während im kommenden Jahr mit dem VfL Sindelfingen (14652) und dem SV Würzburg 05 II (14533) zwei sportlich schwächere Teams in der 2. Liga starten werden, müssen die Damen der SG Bamberg wieder den beschwerlichen Weg über die Bayernliga gehen, um den Wiederaufstieg anzupeilen. pkl

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