Bamberg
Basketball

Gegen die Bayern brennt die Frankenhölle

Am Sonntag erwartet Brose Bamberg zum ersten Play-off-Halbfinale den Erzrivalen aus München.
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Von der Spielervorstellung bis zur Schlusssirene geht's am Sonntag rund in der Brose Arena. Foto: Daniel Löb
Von der Spielervorstellung bis zur Schlusssirene geht's am Sonntag rund in der Brose Arena. Foto: Daniel Löb
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Für viele ist es das vorweggenommene Endspiel, wenn sich im Play-off-Halbfinale nach dem Modus "best-of-five" ab Sonntag (15 Uhr) Brose Bamberg (Hauptrundenzweiter) und Bayern München (3.) gegenüberstehen. Allerdings ließen die beiden großen "B's" in ihren Viertelfinalserien ebenso wie Hauptrunden-Dominator Ulm (3:2 gegen Ludwigsburg) die zu erwartende Dominanz vermissen.
Die Bayern hatten gegen die erstarkten Berliner ebenso ihre liebe Not wie das Brose-Team gegen Bonn - beide setzten sich aber mit 3:1 Siegen durch. "Beide Teams gehen gestählt aus diesen Duellen hervor", betont Bambergs Geschäftsführer Rolf Beyer. Die Münchner profitierten in Spiel 4 von den Ballverlusten der Berliner und feierten trotz eines 66:72-Rückstandes vier Minuten vor Schluss doch noch einen 87:82-Erfolg. "Es war eine Schlacht mit ständigen Führungswechseln. Zum Glück haben wir einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen", atmete Reggie Redding nach der Partie spürbar auf.
In den drei Play-off-Serien bisher (siehe Artikel unten) und im Pokalfinale in Berlin gingen die "Roten Riesen" leer aus. Vor allem das 0:3 im Halbfinale der letzten Saison liegt Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic immer noch schwer im Magen: "Vielleicht ist das eine Art Motivation für uns. Wir haben uns damals miserabel gefühlt. Und jetzt haben wir die Möglichkeit, etwas gutzumachen."
Für den Bamberger Erfolgstrainer Andrea Trinchieri ist eine Erkenntnis aus den Viertelfinalserien, "dass in dieser Saison die Heimspiele kein großer Vorteil mehr sind. Es läuft irgendwie ganz anders als in der Vergangenheit. Jedes Spiel ist ein Kampf, ein Krieg - jeder bekommt seine Chance."
"Mein Freund, Coach Pesic, hat einmal gesagt, wenn die Bayern aufs Feld kommen, sind sie niemals Außenseiter", betont Trinchieri mit einem Augenzwinkern und fährt fort: "Natürlich wollen wir den Titel verteidigen, aber wir wissen, wie tief sie besetzt sind, über welche Größe sie verfügen, welchen Namen sie auf dem Trikot tragen. Das wird eine großartige Serie. Wenn wir vor allem in der Verteidigung sehr solide und schlau spielen, haben wir eine gute Chance."


Djordjevic: "Wir haben viel"

"Bamberg ist seit Jahren der Champion - verdientermaßen", sagt Bayern-Coach Sascha Djordjevic und ergänzt: "So jemanden kannst du nicht allein mit deinem Basketball-Wissen besiegen, mit Taktik oder Technik. Du musst etwas anderes zeigen in solchen Duellen mit großen Teams, und vielleicht ist das sogar wichtiger: Du musst an dich glauben, den Glauben haben an das, was wir haben - und das ist viel. Wir entwickeln uns zu einem großen Team und können einen Weg finden, gegen diese Bamberger zu bestehen."

Dreimal standen sich die Bamberger und der Erzrivale aus München seit 2013 in Play-off-Serien gegenüber - und dreimal gingen die Brose-Basketballer gegen den FC Bayern am Ende als Sieger vom Parkett. Nach zwei knappen 3:2-Erfolgen im Halbfinale 2013 und in der Endspielserie 2015 "sweepte" die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri im Halbfinal-Aufeinandertreffen der letzten Saison die Truppe von Svetislav Pesic und feierte am Ende mit 9:0 Siegen in den Play-offs die achte Meisterschaft. Und auch im Pokalfinale im Februar diesen Jahres in Berlin zog das Team von Trainer Sasa Djordjevic am Ende mit 71:74 gegen die Oberfranken den Kürzeren.


Drei Play-off-Duelle - dreimal hatte Brose gegen die Bayern die Nase vorn

Halbfinale 2013 - 3:2-Erfolg

Bayern München schockte die Bamberger im ersten Spiel in Freak City und ging mit einer 1:0-Führung in das darauf folgende Heimspiel. Brose Bamberg holte sich dann aber die nächsten beiden Spiele. Dabei glänzten vor allem Anton Gavel (18 Punkte) und Center A.J. Ogilvy. Ein Spiel ging noch an München, bevor die Bamberger zu Hause den Finaleinzug klarmachten und sich durch ein 3:0 über Oldenburg den vierten Titel in Folge holten.


Finale 2015 - wieder 0:1 zurück

"Ich habe fertig", betonte Bambergs Erfolgstrainer Andrea Trinchieri im Stil des italienischen Fußballtrainers Giovanni Trapattoni nach dem 3:2-Sieg im Finale gegen die "Roten Riesen". Wieder gewann München das erste Spiel in Freak City. In der zweiten Partie stand es Sekunden vor Schluss 78:78. Brad Wanamaker zog die Verteidigung im letzten Angriff auf sich, fand den unter dem Korb freistehenden Dawan Robinson, der zum 80:78 einnetzte und das Selbstbewusstsein der Münchner brach. Die Bayern holten zwar noch ein Spiel in der Serie, doch am Ende triumphierten die Brose Baskets. Beim 88:84-Sieg im fünften Spiel in Bamberg drehte vor allem Center Trevor Mbakwe mit 20 Punkten auf.


Halbfinale 2016 - Brose-"Sweep"

Es war der zweite von drei Play-off-"Sweeps": Im Halbfinale schossen die Bamberger in eigener Arena die Bayern zweimal ab (88:73, 96:65), lediglich in München gab es ein paar Probleme: Nach einem 34:43-Halbzeit-Rückstand drehten Darius Miller & Co. aber eine verloren geglaubte Partie und feierten nach einem fulminanten Schlussviertel (30:14) noch einen deutlichen 90:76-Sieg über die konsternierten Bayern.

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