Bamberg
Fußball

Für ein Tor vielleicht nicht frech genug

Der FC Eintracht Bamberg unterliegt den Bundesliga-Profis des 1. FC Nürnberg im Freundschaftsspiel mit 0:4. Am Dienstag geht es gegen die SpVgg Greuther Fürth.
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Beginn einer deutsch-japanischen Freundschaft: Mit einer Verbeugung nach fernöstlichem Vorbild sagt der junge Autogrammjäger Danke für die Unterschrift des Club-Neuzugangs Hiroshi Kiotake (l.). Fotos: sportpress
Beginn einer deutsch-japanischen Freundschaft: Mit einer Verbeugung nach fernöstlichem Vorbild sagt der junge Autogrammjäger Danke für die Unterschrift des Club-Neuzugangs Hiroshi Kiotake (l.). Fotos: sportpress
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"An Tagen wie diesen..." schallte es nach der Partie gestern Abend durch das Bamberger
Fuchs-Park-Stadion. Und an diesem Donnerstag sahen die 2750 Zuschauer in der freundschaftlichen Begegnung zwischen dem FC Eintracht Bamberg 2010 und dem 1. FC Nürnberg bei herrlichem Wetter vor allem in den ersten 45 Minuten ein ansprechendes Fußballspiel. Vielleicht wäre für den Regionalligisten mehr möglich gewesen als das 0:4 (0:1) am Ende.
Das gleiche Ergebnis leuchtete auch letztes Jahr an der Anzeige auf, als die Club-Profis in Bamberg Station gemacht hatten - Stars zum Anfassen, die vor keinem Autogrammwunsch ausrissen. Das Team von Neu-Trainer Petr Skarabela musste bereits ab der 4. Min. einem Rückstand hinterherlaufen.

Mit dem ersten Angriff über Robert Mak, der Neuzugang Sebastian Polter bediente, ging der Bundesligist in Führung, verpasste es aber in der Folge, seine spielerische Überlegenheit in weitere Tore zu münzen. Die Bamberger versuchten ihrerseits aus einer sicheren Defensive nach vorne zu kommen und hätten mit etwas weniger Respekt, genauerem Passspiel und einer schneller nachrückenden Hintermannschaft den Club durchaus auch in Verlegenheit bringen können. Vor allem Lukas Görtler und Florian Pickel setzten immer wieder Akzente nach vorne. In der 23. Min. bot sich Torjäger Peter Heyer die Chance zum Ausgleich, doch Schlussmann Raphael Schäfer war zur Stelle.

Auf der Gegenseite durfte sich Florian Muckelbauer seinerseits gegen Polter auszeichnen. Der Neuzugang aus Wolfsburg war es auch, der kurz vor dem Pausenpfiff den Ball links am Tor vorbeisetzte.

1:0 - so steht es auch für den kleinen Linus aus Rentweinsdorf, der an Leukämie erkrankt ist. Dank der Aktion "Hilfe für Linus" konnten dem Achtjährigen vor vier Wochen bereits Stammzellen transplantiert werden. Der Sportdirektor des 1. FC Nürnberg, Martin Bader, erfüllte dem Jungen einen ganz besonderen Wunsch. In der Pause übergab er ein Trikot des Clubs mit Unterschriften der Spieler sowie einen Brief.

Bader selbst äußerte zudem einen Wunsch in eigener Sache: Er hoffe, den Anhängern des Clubs in der Bundesliga von Woche zu Woche gute Spiele anbieten zu können und sei zuversichtlich, dass der Verein eine erfolgreiche Saison spielen werde.
Erfolgreich gestaltete seine Elf auch die zweite Hälfte. Zwar setzten die Bamberger kurz nach Wiederanpfiff mit einem Fernschuss ein Zeichen, doch hatten sie Glück, dass der eingewechselte Torhüter Oliver Scheufens in der 55. Min. gegen Roussel Ngankam klärte, der alleine auf ihn zugelaufen war. "Komm - raus, komm - raus", forderte Skarabela in der Folgezeit, doch seine Mannschaft (er-)hörte den FCE-Coach nicht wirklich.
Stattdessen gelang der japanischen Neuverpflichtung Hiroshi Kiyotake in der 61. Min. das 0:2 - vor den Augen und Kameras mehrerer japanischer Journalisten. Zehn Minuten später erhöhte die Mannschaft von Dieter Hecking auf 3:0. Nach einem Fehler der Bamberger bediente Kiyotake den Toschützen Ngankam. Kurz darauf bot sich den FCE-Fußballern durch einen schönen Heber von Sebastian Wagner die Gelegenheit zum Ehrentreffer, doch das Leder ging über das Tor. Besser machte es auf der anderen Seite in der 82. Min. Hanno Balitsch, dessen abgefälschter Schuss zum 0:4-Endstand einschlug.

FCE-Trainer Skarabela aber kann mit diesem Ergebnis durchaus leben: "Wir hatten heute die Ehre, gegen den Erstligisten aus Nürnberg spielen zu dürfen und haben uns sehr gut geschlagen, tapfer gespielt und gut mitgehalten - vor allem in der ersten Halbzeit, in der wir uns auch zwei, drei Chancen erarbeitet haben. Wir haben zeitweise viel Respekt gezeigt. Es war vielleicht schade, dass wir nicht frecher gespielt haben. Der Club war spielerisch klar besser, alles andere wäre auch ein Wunder. Ich bin zufrieden, dennoch gibt es noch viel zu tun, auch wenn wir im spielerischen Bereich ein paar gute Aktionen gezeigt haben."

Eine gute Aktion hätte auch Sekunden vor dem Schlusspfiff doch noch zum Tor für die Heimelf durch ein schönes Zusammenspiel von Sven Wieczorek und Alexander Deptalla führen können, blieb ihr aber verwehrt. Und doch war es genau eine solche Aktion, die Club-Coach Hecking nach dem Spiel zur Sprache brachte: "Es gab Situationen, in denen die Ordnung bei uns nicht ganz gepasst hat. Man hat gesehen, dass wir uns am Anfang der Vorbereitung befinden. Insgesamt aber möchte ich meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Das Engagement war da und in der zweiten Halbzeit sind dann auch die Tore gefallen."

FC Eintracht Bamberg 2010: Muckelbauer - Herl, Bechmann, Kühnlein, Gradl, Kaiser, F. Pickel, Seifert, Gressel, Görtler, Heyer / ab 46. Min.: Scheufens (TW), Karl, Finnemann, Deptalla, Fischer, Dotterweich, Waltrapp, Wagner / ab 61.: J. Pickel, Wieczorek / 1. FC Nürnberg: Schäfer - Nilsson, Feulner, Klose, Pino la, Gebhart, Mak, Simons, Frantz, Polter, Esswein / ab 46. Min.: Stephan (ETW), Marcos Antonio, Balitsch, Kiyotake, Plattenhardt, Kamavuaka, Chandler, Mendler, Wiemeier, Ngankam, Klement / SR: Dietz (Kronach) / Zuschauer: 2750 / Tore: 0:1 Polter (4.), 0:2 Kiyotake (61.), 0:3 Ngankam (71.), 0:4 Balitsch (82.)

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