Der FC Eintracht Bamberg hat nach einer desolaten Leistung in der Fußball-Regionalliga Bayern das Heimspiel gegen den TSV Buchbach deutlich mit 0:4 verloren und bleibt in der nunmehr sechsten Partie in Folge sieglos.
Die Mannschaft von Trainer Petr Skarabela geriet früh auf die Verliererstraße. Bereits nach neun Minuten markierte Stefan Lex die Führung für die Gäste: Nach einem mustergültigen Konter konnte Oliver Scheufens den Schuss von Markus Grübl noch parieren, Christopher Kettler traf mit seinem Versuch eines Befreiungsschlages Lex und der zum 0:1.

Torwart Scheufens verletzt sich


Auf Bamberger Seite waren es Christoph Herl und Johannes Bechmann, die mit Schüssen aus der Distanz zumindest Akzente nach vorne setzten. Die besseren Chancen aber hatten in der Folgezeit die Buchbacher.
Und hätten sie ihre Angriffe, bei denen sie häufig mit ein, zwei Pässen die komplette FCE-Defensive aushebelten, konsequenter zu Ende gespielt, hätte die Führung durchaus höher ausfallen können. Nach einer halben Stunde musste Torhüter Scheufens nach einem Zusammenprall mit Lex verletzt vom Feld, für ihn kam Florian Muckelbauer in die Partie und konnte sich sofort gegen Lex und Grübl auszeichnen. Wiederum präsentierte sich die Bamberger Abwehr dabei indisponiert, nach vorne ging nichts zusammen, vielmehr blieb der TSV bei seinen gelegentlichen Vorstößen weitaus gefährlicher. So auch in der 35. Min.: Mit einem langen Freistoß wurde Manuel Neubauer gesucht, gefunden und jagte den Ball zum 0:2 ins lange Eck.
Mit jener Führung zur Pause war die Partie bereits entschieden, denn der FCE kam wider der Hoffnung der 407 Zuschauer nicht wirklich verändert aus der Kabine.

Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter freute sich nach der Begegnung über den ersten Dreier seiner Elf aus fremdem Platz: "Ich muss mich bei den Buchbacher Zuschauern für ihre Unterstützung bedanken. Normalerweise müssen sie auswärts leiden, an diesem Tag hatten sie ihre Freude mit uns. Wir wussten, Bamberg ist unter Zugzwang und wird offen spielen, Risiko gehen. Wir wussten, wir müssen die erste Viertelstunde überstehen. Bamberg hat sich am Anfang nicht belohnt, wir hingegen die Räume gut genutzt und sind dann auch verdient in Führung gegangen. Das Spiel ist danach optimal für uns gelaufen. In dieser Liga ist es so, dass die Mannschaft, die in Führung geht, oft gewinnt - ein Rückstand ist schwer aufzuholen."

Und in der Tat gelang es den Bambergern nicht, das Spiel in der zweiten Halbzeit noch freundlicher zu gestalten. Zu harmlos blieben sie in ihren Bemühungen in Richtung des gegnerischen Tores, zu anfällig blieben sie auch weiterhin in der Defensive und ließen sich in der 60. Min. gar das 0:3 einschenken. Kettler begleitete den eingewechselten Stefan Denk bei seinem Angriff, ließ ihn zum Abschluss kommen und es stand 0:3. Damit nicht genug. In der 81. Min. war es wiederum Stefan Lex, der mit seinem zweiten Treffer für den 0:4-Endstand sorgte. Die Gegenwehr der Bamberger beschränkte sich im zweiten Durchgang auf einen Freistoß von Sebastian Wagner, den Dominik Süßmaier zur Ecke klären konnte.

Skarabela sichtlich bedient


Petr Skarabela war nach dem Spiel sichtlich bedient: "Der Sieg für Buchbach ist verdient. Wir waren desolat, das war das schlechteste Spiel bisher. Wir sind von der ersten Minute an nicht ins Spiel gekommen, da war der Wurm drin. Wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, nämlich den Gegner unter Druck zu setzen, stattdessen waren wir unter Druck - damit konnten manche nicht umgehen. Ich habe keine Ahnung, was in der Mannschaft passiert ist. Wir haben uns keine Chance heraus gespielt und die kleinen, die wir hatten, kläglich versemmelt. Wir waren überhaupt nicht auf dem Platz. Es ist mir unerklärlich, warum wir so ängstlich aufgetreten sind. Egal, wer eingewechselt wurde - die Mannschaft hat von der ersten Minute an Angst gehabt. Ich muss mich bei den Zuschauern entschuldigen, das war bitter anzuschauen. Aber die Mannschaft spielt nicht gegen mich - am letzten Samstag in Nürnberg haben beinahe genau die gleichen Spieler gespielt und ihre Sache gut gemacht. Jetzt müssen wir den negativen Trend stoppen. Ich werde alles dafür tun, dass die Mannschaft wieder das bringt, was sie in den ersten Spielen gezeigt hat. Vielleicht müssen wir uns umstellen und es nicht mit schönem Fußball versuchen, vielleicht sollten wir vorne auf Zufall spielen und mit acht Mann hinten stehen."