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Basketball-Pokal

Eine große Chance vergeben: Brose Baskets scheitern im Pokalfinale

Die Brose Baskets verspielen eine 64:56-Führung und verlieren das Finale gegen Oldenburg völlig unnötig mit 70:72.
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Die Enttäuschung ist ihnen ins Gesicht geschrieben (v. l.): Ilias Kantzouris, Ryan Thompson, Darius Miller und Brad Wanamaker  Fotos: Daniel Löb
Die Enttäuschung ist ihnen ins Gesicht geschrieben (v. l.): Ilias Kantzouris, Ryan Thompson, Darius Miller und Brad Wanamaker Fotos: Daniel Löb
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Nach einer titellosen Saison 2013/2014 und einem Totalumbruch vor Beginn dieser Serie waren die Brose Baskets - das erfolgreichste deutsche Basketball-Team der letzten zehn Jahre - kurz davor in die Erfolgsspur zurückkehren: Im Finale um den deutschen Pokal waren die Trinchieri-Schützlinge aber von ihrer Bestform weit entfernt und mussten sich überraschend den gastgebenden EWE Baskets Oldenburg mit 70:72 geschlagen geben. Niedergeschlagen standen die Bamberger am Spielfeldrand, als die Oldenburger die Goldmedaillen umgehängt bekamen.

"Wir können uns eigentlich nur selbst schlagen", das war die einhellige Meinung im Bamberger Lager - und genau das passierte. Fahrlässig starteten die Brose Baskets, bei denen erneut Josh Duncan als siebter Ausländer draußen bleiben musste, ins Spiel.
Die Oldenburger hingegen, die im Halbfinale nur einen von 15 Distanzwürfen getroffen hatten, brannten ein Dreier-Feuerwerk ab - fünf von sieben von jenseits der 6,75-Meter-Linie lautete die Bilanz nach zehn Minuten (17:24) - das gab Selbstvertrauen.

"Die Oldenburger haben mit mehr Energie gespielt und durch ihre Dreier gleich zu Beginn ein gutes Gefühl bekommen. Wir waren nicht bei uns - vor allem in der Schlussphase. Eine erfahrene Mannschaft verliert nicht, wenn sie im letzten Viertel mit acht Punkten vorne liegt. Wir haben den Ball nicht kontrolliert, schlechte Entscheidungen in der Offensive getroffen und die Oldenburger zurück ins Spiel kommen lassen", analysierte Bambergs Trainer tief enttäuscht die Niederlage.

Partie mit 13:0-Lauf gedreht

Auch im zweiten Viertel investierten die Hausherren zunächst mehr, beherrschten den Rebound. Doch beim 17:26-Zwischenstand nach zwölf Minuten erwachte der Kampfgeist des Favoriten. Sechs Minuten gestatteten die Gäste den Scharfschützen keinen einzigen Punkt und gingen mit einem 13:0-Lauf erstmals in dieser Partie in Front. Doch Oldenburg ließ nicht locker, sodass die zweite Hälfte (34:34) wieder bei Null los ging.

Auch im dritten Viertel gab es einen offenen Schlagabtausch, in dem die Bamberger dank ihres Kapitäns Brad Wanamaker leichte Vorteile hatten. Der Vorsprung vor den letzten zehn Minuten betrug aber nur drei Punkte. Angetrieben vom starken Janis Strelnieks und durch Punkte von Darius Miller lagen die Bamberger 6:44 Minuten vor dem Ende erstmals mit acht Zählern vorn. Doch die Oldenburger gaben sich keineswegs geschlagen und eroberten sich zwei Minuten vor dem Ende die Führung zurück (67:64). Philipp Neumann, der Ex-Bamberger, erhöhte 78 Sekunden vor Schluss auf fünf Punkte. Bamberg kämpfte sich zwar noch einmal heran, doch der Not-Dreier von Dawan Robinson verfehlte das Ziel - Oldenburg feierte den ersten Pokalsieg der Vereinsgeschichte.

Keine Ballbewegung

Die Bamberger scheiterten, weil sie einerseits den Oldenburgern immer wieder freie Dreier gestatteten, die in der entscheidenden Phase vor allem Maurice Stuckey nutzte, der auch schon das Bamberger Trikot getragen hat. Spielentscheidend war aber vor allem, dass Wanamaker und Co. den Ball nicht bewegten. Immer wieder dribbelten sich die Bamberger Aufbauspieler fest, sodass die Brose Baskets vor allem im letzten Viertel immer öfter in Zeitnot gerieten und keine erfolgversprechenden Würfe herausarbeiteten konnten.

Brose Baskets Bamberg - EWE Baskets Oldenburg 70:72

Brose Baskets: Wanamaker (19 Punkte), Strelnieks (16/2 Dreier), Miller (10), Mbakwe (8), Robinson (6), Harris (5/1), Thompson (3/1), Theis (3/1), Tadda
Oldenburg: Ware (13/2), Neumann (12), Stuckey (9/3), Zwiener (9/1), Chubb (8), Paulding (8/2), Kramer (8/2), Aleksandrov (3/1), Smeulders (2)
SR: Lottermoser, M. Reiter, Barth
Zuschauer: 6000 (ausverkauft)
Gesamtwurfquote: Bamberg 46 Prozent (27 Treffer/59 Versuche), Oldenburg 36 (22/61)
Dreierquote: Bamberg 26 Prozent (5/19), Oldenburg 39 (11/28)
Freiwurfquote: Bamberg 100 Prozent (11/11), Oldenburg 85 (17/20)
Rebounds: Bamberg 31 (27 defensiv/4 offensiv), Oldenburg 37 (25/12)
Ballgewinne/-verluste: Bamberg 4/9, Oldenburg 1/9
Assists: Bamberg 11/Oldenburg 18
Fouls: Bamberg 22/Oldenburg 18

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