Die lange, erfolgreiche Arbeit des Trainers Georg Lunz für die Fußballer der DJK Don Bosco Bamberg hat mit dem Aufstieg in die neue Bayernliga Nord einen krönenden Schlussakt gefunden. Platz 12 in der Landesliga Nord stand nach den Punktspielen zu Buche, in der Relegation schlugen die Wildensorger dann nochmals zu.

Als die DJK zur Winterpause auf dem siebten Tabellenplatz stand, schien die direkte Qualifikation für die Bayernliga keine Frage zu sein. Schließlich war das Jahr 2011 das erfolgreichste der Vereinsgeschichte überhaupt. Sportlich lief es wie am Schnürchen. Die Fertigstellung des zweiten Kunstrasenspielfeldes auf der Rudi-Ziegler-Sportanlage darf als weiterer Höhepunkt bezeichnet werden. Gönner Rudolf Ziegler freut sich über den Erfolg der Fußballer genauso wie über den im zweiten Anlauf realisierten Aufstieg der DJK-Basketballerinnen in die Bundesliga, der nicht zu vergessen ist. "Unser ganzes Engagement und unsere ganze Arbeit jedoch gilt der Jugend", erklärt Ziegler bestimmt. "Das ist der Grundgedanke unseres Vereins."

Rainer Schmidt als Mitglied der Fußballabteilungsleitung zeigte sich zur Jahreswende optimistisch in Sachen Bayernliga, mahnte aber auch, die starke Konkurrenz in der Landesliga nicht zu vergessen. Er erwartete einen harten Kampf, sah aber auch das starke Potenzial im Team. Und Schmidt sollte Recht behalten, wenngleich der Umweg über die Relegation genommen werden musste. Unter dem Strich steht der größte fußballerische Erfolg in der Bamberger DJK-Geschichte.


Zuhause schwach, auswärts stark



34 Zähler hatte die Don-Bosco-Elf bis Ende November 2011 auf der Habenseite. Vor allem auswärts schlugen die Lunz-Schützlinge oftmals eine scharfe Klinge. Die ersten vier Partien in der Fremde wurden allesamt gegen starke Konkurrenten (Trogen, Kleinrinderfeld, Memmelsdorf - mittlerweile alle in der Bayernliga - sowie Neudrossenfeld) gewonnen. Dafür wurden in den Heimspielen zu viele Punkte liegen gelassen.

"Der Saisonstart verlief erfolgreich. Nach dem neunten Spieltag und dem 2:1-Sieg gegen die FT Schweinfurt erreichte die DJK mit Rang 2 ihre beste Platzierung", blickt Schmidt zurück. "Mitte Oktober folgte ein Leistungsknick mit nur einem Sieg aus sieben Spielen." Die kurzfristige Flaute verhinderte ein noch besseres Abschneiden als Platz 7. Dennoch erwies sich die DJK als bestes Landesligateam des Spielkreises. Der kleine Leistungseinbruch war erklärbar. Zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle hatte Coach Lunz zu kompensieren. Nach dem Abpfiff des letzten Spieles 2011 beim FC Gerolzhofen fehlten alle vier etatmäßigen Stürmer, weshalb die Pause zum richtigen Zeitpunkt kam.

Eine verheißungsvolle Vorbereitungsphase mit zahlreichen Trainings- und Spieleinheiten konnte auf den beiden Kunstrasenplätzen auch bei eisigen Temperaturen und Schnee konsequent durchgezogen werden. Als Topfavorit SpVgg Bayreuth, der schon in Pettstadt und Memmelsdorf verloren hatte, am 1. April mit 1:0 bezwungen wurde, schöpften die DJK-Fußballer wieder Hoffnung. Sieben sieglose Vergleiche bis zum Schluss führten zum zwölften Platz im Gesamtklassement.


Enttäuschungen überwogen



DJK-Funktionär Schmidt blickt zurück: "Nach einer Vorbereitung mit guten Ergebnissen gegen klassenhöhere Mannschaften gingen wir voller Optimismus in das erste und wichtige Spiel des Jahres. Allerdings verloren wir gegen den TSV Neudrossenfeld. Auch wenn immer wieder, wie bei den Spielen gegen die Titelaspiranten Bayreuth und Würzburger Kickers, gegen die wir in der Nachspielzeit das 1:1 hinnehmen mussten, die Klasse der Mannschaft zu erkennen war, überwogen die Enttäuschungen. Negativer Höhepunkt war sicherlich die 0:2-Niederlage in Wildensorg gegen das Schlusslicht Pettstadt. Dies führte am Ende in der Tabelle folgerichtig zum Abrutschen, womit die direkte Bayernliga-Qualifikation mit deutlichem Abstand verpasst wurde."

Vier Begegnungen in der Relegation ohne Niederlage unterstrichen dann wieder die Fähigkeiten der Mannschaft um den scheidenden Kapitän Marco Müller. "Trotz einer denkbar schlechten Ausgangsposition zeigten wir in der Relegationsrunde unser vorhandenes Potenzial", fasst Rainer Schmidt das Geleistete zusammen und stellt den Fußballern ein prima Zeugnis aus. "Die Spiele gegen den favorisierten TSV Neustadt/Aisch, gegen den wir uns nach einem 1:1 zu Hause mit einem 2:1-Erfolg auswärts durchsetzen konnten, gehörten wie die beiden Begegnungen mit dem SC Feucht zu den besten der gesamten Saison und werden den treuen Anhängern unvergessen bleiben." Mit einer dominanten Vorstellung deklassierten die Wildensorger die Feuchter in deren schmuckem Stadion (6:2), was schon mehr als die halbe Miete und schon gleichbedeutend mit dem anvisierten Aufstieg war. Die Dominanz wurde mit ins Rückspiel genommen, das 2:2 unterhalb der Altenburg war Formsache. Die ausgiebigen Feierlichkeiten hatten sich alle Protagonisten verdient.


Konzentration zahlte sich aus



"Die konzentrierte Arbeit machte sich bezahlt, die Abwehr stand felsenfest, und in der Offensive spielten wir eine Vielzahl von Torchancen heraus", bringt es Schmidt auf den Punkt, dass sich die Truppe rechtzeitig wieder topfit und in blendender Form zeigte. "Ein Kompliment geht an die Mannschaft, die Trainer Georg Lunz und Georg Hoydem sowie den gesamten Betreuerstab. Eine durchwachsene Saison fand mit dem kaum mehr für möglich gehaltenen Aufstieg in die Bayernliga Nord ein grandioses Ende. Die Planungen für die neue Saison laufen seit einiger Zeit auf Hochtouren. Heiner Dumpert wird als Trainer die sportliche Führung in Wildensorg übernehmen. Pascal Scharfenberg und Stefan Reck verlassen die DJK in Richtung Stegaurach. Mit Marco Müller beendet ein sympathischer und toller Fußballer seine erfolgreiche Karriere. Neuzugänge werden wir nach dem kompletten Abschluss der Verhandlungen bekannt geben."

Was macht Georg Lunz? Der erfolgreiche Übungsleiter, der insgesamt neun Jahre lang, die letzten sieben davon am Stück, die sportlichen Geschicke der Wildensorger lenkte, legt die beabsichtigte Pause ein. Mit dem vierten Aufstieg unter seiner Regie setzte er eine weitere Bestmarke. Seine stets hinter ihm stehende Elf machte ihm das schönste Abschiedsgeschenk. Viele Erfolge der DJK Don Bosco Bamberg werden fest mit dem Namen des langjährigen Trainers verbunden bleiben.


Bilanzdaten


DJK Don Bosco Bamberg
12. Platz, 44 Punkte, 46:47 Tore

12 Siege, 8 Unentschieden, 14 Niederlagen

Heim-Tabelle: Platz 15,
Auswärts-Tabelle: Platz 5

Zuschauerdurchschnitt in den Heimspielen: 221 (Platz 13)

Fairnesstabelle: Rang 5
(2 x Rot, 1 x Gelb-rot)

Die besten Torschützen: Tobias Reißner (11), Stefan Reck (10), Benjamin Bachhuber (10).
Zudem erzielten Reißner, Reck und Bachhuber jeweils drei Treffer in den vier Relegationsspielen.