Bamberg
Basketball

Die DJK Brose Bamberg wird gleich wieder Vizemeister der 2. Liga Süd

Die Bambergerinnen verlieren die dritte Partie um den Titel in der 2. Liga Süd gegen den Grünen Stern Keltern mit 51:64.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Topwerferinnen unter sich: Hier versucht sich Nadjeschda Ilmberger (l.) gegen Kelterns Amerikanerin Mauldin durchzusetzen. Fotos: sportpress
Die Topwerferinnen unter sich: Hier versucht sich Nadjeschda Ilmberger (l.) gegen Kelterns Amerikanerin Mauldin durchzusetzen. Fotos: sportpress
+22 Bilder
Nach dem Abstieg aus der Bundesliga, nach einem Jahr des Neuaufbaus und der Konsolidierung, haben die Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg die Saison in der 2. Liga Süd als Vizemeister abgeschlossen. Am Samstag verloren sie die entscheidende dritte Partie der Finalserie um den Titel vor der lautstarken und stimmungsvollen Kulisse von über 800 Zuschauern in der Graf-Stauffenberg-Halle gegen Grüner Stern Keltern mit 51:64 (16:12, 11:22, 10:9, 14:21). Dem 61:66 zu Hause zum Auftakt war zuvor ein 65:56-Auswärtssieg in Keltern gefolgt.
Es war in dieser Spielzeit die Serie der Auswärtsmannschaften, als es um die Meisterschaft ging. Es gewann wieder das Team, das nichts mehr zu verlieren, in der Folge seine Nerven besser im Griff hatte und abgebrühter agierte. Die erfolg-reichsten Bamberger Werferinnen waren Nadjeschda Ilmberger (15) und Svenja Zeis (13), für den Meister aus Keltern trafen Daniele Mauldin (15), Ana-Maria Kammer (14), Marina Steidl (12) und Mara Hjelle (12) am besten.
Auf dem Parkett sportlich verdient, erklärbar und nachvollziehbar ist der Bundesliga-Aufstieg der Kelternerinnen: Vier US-Amerikanerinnen und zwei Serbinnen finden sich in ihrem Kader. Finanziell offensichtlich üppig ausgestattet, war das Ansinnen des Grünen Sterns in dieser Saison allein auf den Titelgewinn ausgerichtet. Bei den Bambergerinnen dagegen war nach dem Abstieg aus dem Oberhaus unter dem neuen Sportlichen Leiter Sebastian Hader sowie mit den beiden erfahrenen Trainern Ulf Schabacker und Walter Tadda Durchstarten angesagt, an den Sprung zurück in die 1. Liga hatte im letzten Herbst vor dem Rundenauftakt niemand einen Gedanken verschwendet.
Und doch hatten es die Damen der DJK Brose am Samstag selbst in der Hand, für die Überraschung der Zweitliga-Saison schlechthin zu sorgen. Bis zum 39:43 nach 31:36 gespielten Minuten durch Kapitänin Jessica Miller sah es so aus, als könnten es die Bambergerinnen nach einer bis dahin durchwachsenen Partie, einem erbitterten Kampf um den Aufstieg eben ohne Schönheitspreise, schaffen. Die Abwehrarbeit war aufmerksam, die Konzentration hoch, die Anspannung führte noch nicht zu allzu vielen Fehlern und der Mut reichte noch zu Abschlüssen. Die DJK Brose führte nach den ersten zehn Minuten verheißungsvoll mit 16:12. Da hatte die talentierte Nachwuchs-Centerin Nadjeschda Ilmberger bereits acht ihrer 15 Punkte erzielt.
Mehr noch: Viertelübergreifend gelang den DJK-Basketballerinnen ein 10:0-Lauf zum 20:12. Das ließ das Spiel des Gastgebers jedoch nicht sicherer werden, stattdessen waren die Kelterner Korbjägerinnen jetzt endgültig aufgewacht. In der 16. Min. war der 22:22-Gleichstand hergestellt. 27:34 hieß es zur Pause.
Die Parallelen zu Spiel 1 wurden deutlich: Die Damen aus der Nähe von Pforzheim angelten sich in den entscheidenden Phasen immer wieder den Offensivrebound, kamen so zu zweiten Chancen und trafen wichtige Dreier durch Ana-Maria Kammer (4 bei 9 Versuchen), Marina Steidl (3/8) und Leonie Elbert (1/1), die zudem Jessica Miller offensiv nicht zur Entfaltung kommen ließ. Acht von 26 Dreier-Versuchen saßen bei Keltern, bei 13 Bamberger Versuchen war dagegen nur Liisi Sokman (1/7) ein Treffer vergönnt.
4:34 Min. waren im dritten Viertel gespielt, ehe der DJK nach der Pause die ersten Punkte durch "Nani" Ilmberger zum 29:38 gelangen. Es wirkte sich aus, als Coach Schabacker nun die Abwehr in der Zone eng zusammenrücken ließ, die Bambergerinnen blieben, ohne selbst jedoch wieder in Führung zu gehen, bis zum 39:43 im Spiel. Dann agierte nur noch der Gast, die Bambergerinnen verloren sich in Einzelaktionen und wagten nicht einmal mehr freie Würfe. Beim 45:60 nach 36:29 Min. stand der Bundesliga-Aufsteiger fest. Trotzdem entließen die Fans bei der Siegerehrung nach der Partie ihr Team, das sich per Transparent für die Unterstützung bedankte, mit viel Beifall in die Saisonabschlussfeier in Bambergs Innenstadt.
Jessica Miller blickte auf 40 Minuten zurück, in denen es der Gegner geschafft habe, sie "mit Doppeln aus dem Spiel zu nehmen. Wir haben dann den Ball nicht mehr gut bewegt und uns nicht getraut, selbst freie Würfe zu nehmen." Für Svenja Zeis "waren es definitiv die Nerven, die uns haben scheitern lassen. Wir haben es nicht geschafft, die Leistung vom 65:56 in Keltern zu wiederholen, die Intensität von da mitzunehmen. Wir hatten nach der Pause keine Linie mehr. Keltern dagegen hat noch einmal einen Zahn zugelegt und die Würfe von außen getroffen. Schade, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir Hauptrundenmeister sind und in dieser Saison insgesamt viel mehr erreicht haben als erwartet."
Im ersten Viertel sei sein Team noch gut dabei gewesen, analysiert DJK-Trainer Schabacker. "Dann hat Keltern umgestellt, mehr auf die großen Spielerinnen gesetzt. Zudem hat Marina Steidl wohl das Spiel ihres Lebens gemacht, sie war kaum zu halten. Bei uns hat in der Verteidigung immer weniger funktioniert, Keltern dagegen wurde in der Abwehr immer stärker. Dem Gast gelang es, Jessie Miller aus dem Spiel zu nehmen, offensiv ging nichts mehr, auch wenn wir mit einer Match-up-Zone nochmals herangekommen sind." Das Saisonfazit fällt auch bei Schabacker sehr positiv aus. "Die Zielvorgabe Play-offs sah ich zunächst als etwas zu hoch angesetzt an, zumal wir die komplette Starting Five verloren hatten. Aber dann hat das Team zusammengefunden und sich enorm gut entwickelt."
DJK Brose Bamberg: Ilmberger (15), Zeis (13), Thorman (8), Miller (6), Sokman (5), A. Gut (2), Münder (2), Gröger, Lohneiß, Schrüfer / Grüner Stern Keltern: Mauldin (15), Kammer (14), Hjelle (12), Steidl (12), Prötzig (8), Elbert (3), Zornig / SR: Wipfler (Dielheim), Senkesen (Aalen) / Zuschauer: 820
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren