Bamberg
Fußball-Bilanz

Der Tabellenletzte will nach der Winterpause eine Aufholjagd starten

Für den FC Eintracht Bamberg 2010 geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Die Insolvenz und den Bayernliga-Abstieg galt es zu verkraften.
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Johannes Trautmann (r.) blieb auch nach dem Bayernliga-Abstieg dem FC Eintracht Bamberg 2010 treu. In dieser Saison stand der Mittelfeldspieler in allen 20 Landesliga-Spielen auf dem Platz. Foto: sportpress
Johannes Trautmann (r.) blieb auch nach dem Bayernliga-Abstieg dem FC Eintracht Bamberg 2010 treu. In dieser Saison stand der Mittelfeldspieler in allen 20 Landesliga-Spielen auf dem Platz. Foto: sportpress
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"Abenteuer Landesliga" - unter diesem Motto war der FC Eintracht Bamberg 2010 nach dem Abstieg bedingt durch das Insolvenzverfahren in die Saison der Fußball-Landesliga Nordwest gestartet. Jenes Insolvenzverfahren soll nun seinen Abschluss finden. Hierzu fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, denn: Ein Verein im Insolvenzverfahren muss beschließen, dass der Verein nach Beendigung des Verfahrens fortgeführt wird - und das taten die Mitglieder einstimmig.

Der Vereinsvorsitzende Jörg Schmalfuß ist erleichtert: "Ein letzter formeller Akt, wir stehen vor dem Abschluss. Der 31. Dezember ist angepeilt, aber wir bemühen uns, das vorher abzuschließen, um zwischen Weihnachten und Neujahr frei handeln zu können. Wir schauen in die Zukunft und sind froh, das Kapitel hinter uns lassen zu können."

Hinter sich lassen wollen die Bamberger aus sportlicher Sicht mindestens einen Konkurrenten in der Tabelle. Hier belegen sie nach 20 absolvierten Begegnungen den letzten Platz. Drei Siege, sechs Remis und elf Niederlage stehen zu Buche. Den Tiefpunkt dabei bildete das 1:8 beim TSV Abtswind.

"Sportlich haben wir uns letzte Woche mit Trainer und Co-Trainer zusammengesetzt, um zu analysieren, was gut war und was nicht so geklappt hat", so Schmalfuß. "Unser Ziel war es, innerhalb kürzester Zeit eine Mannschaft zu formen, die so lange wie möglich um den Klassenerhalt mitspielt. Und da sind noch alle Möglichkeiten offen. Uns trennt nur ein Zähler von einem Relegationsplatz. Der Ligaverbleib ist daher nach wie vor drin, auch wenn die Vorzeichen mehr als schlecht standen vor der Saison."

Trainer Georg Lunz unterteilt die bisherige Spielzeit seinerseits in drei Abschnitte: "Für mich sind das drei Steps mit je sieben Spielen. Im ersten Step gab es fünf Niederlagen, im zweiten Step vier und im dritten drei . In jedem dieser Steps haben wir einen Sieg geholt, haben uns dann gesteigert. Kompensiert haben wir die Niederlagen jedoch überwiegend durch Unentschieden und leider nicht durch mehr Siege." Das Ziel sei somit nicht komplett erfüllt. Doch erinnert der Trainer: "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir 15 neue Spieler aus unterschiedlichen Spielklassen und mit unterschiedlichem Niveau geholt haben, die mit den vier übrig gebliebenen Akteuren der letzten Saison zusammengefügt werden mussten. Diese Mannschaft sollte dann ja auch landesligatauglich sein."


48 Gegentore

Lunz attestiert seiner Elf ein hohes Maß an Engagement und ist diesbezüglich stolz auf seine Truppe. "Wir haben gesehen, dass sie sich stets mit kleinen Schritten verbessert. So hat sie im Laufe der Runde nach vorne etwas strukturierter und bedachter gespielt." Doch auch er weiß, wo es noch hapert. Mit 48 Gegentoren kassierte seine Mannschaft nach Bayern Kitzingen (49) die meisten der Spielklasse, mit 21 erzielten Treffern ebenfalls nach Kitzingen (17) die wenigsten. "Im Defensivbereich hatten wir oft eine schlampige Grundordnung samt Rückwärtsbewegung. Dadurch haben wir den Gegnern zu viele Torchancen eingeräumt, die besser ausgenutzt wurden, als wir das getan haben", sagt der Coach.

Auch aus diesen Gründen will der FCE noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden. "Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten nach Verstärkungen Ausschau halten, aber keine wilden Experimente machen. Es geht um punktuelle Verstärkungen. Kontakte sind bereits vorhanden", erklärt Schmalfuß und schiebt nach: "Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt Man sieht ein klares System, und mit den Verstärkungen können wir einen Schritt machen, um die Relegation zu erreichen."

Ein dickes Lob findet der Vorsitzende für die Arbeit im Jugendbereich: "Sowohl unsere U19 als auch die U17 sind in der Landesliga Tabellenzweiter mit Anschluss zum Ersten, die U15 hat sich in der Bayernliga etabliert. Zudem wurde unsere U19 am vergangenen Wochenende Hallenkreismeister - und das alles trotz der Schwierigkeiten und der ungewöhnlichen Situation. Unser Ziel ist es, drei, vier Talenten aus der Jugend den Sprung in den Landesligakader zu ermöglichen. Der FC war im Prinzip immer für eine gute Jugendarbeit bekannt, der letzte Schritt aber hat gefehlt. Genau das wollen wir anders machen. Wir wollen von unserem starken Nachwuchs profitieren. So etwas schafft auch Identifikation und ist ein logischer Weg. Generell ist es unser Ziel, jedes Jahr Spieler zu integrieren." Hinsichtlich des Saisonziels macht er deutlich: " Nach der Winterpause stehen noch zwölf Spiele an. Wenn wir sieben gewinnen, dann dürfte es für den Klassenerhalt reichen."

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