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Basketball

DJK-Damen drehen das Derby noch

Die Bambergerinnen liegen in der Bundesliga gegen Nördlingen klar zurück, siegen in einer packenden Endphase aber noch mit 61:59.
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In Erwartung des Balles: die Bamberger Jung-Nationalspielerin Alina Hartmann (r.) und das Gesicht der Nördlinger Mannschaft schlechthin, Morgan Henderson Fotos: sportpress
In Erwartung des Balles: die Bamberger Jung-Nationalspielerin Alina Hartmann (r.) und das Gesicht der Nördlinger Mannschaft schlechthin, Morgan Henderson Fotos: sportpress
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Als am Samstag Mitte des zweiten Viertels das Zwischenresultat von 18:34 aus Sicht der DJK Brose Bamberg von der Anzeigetafel leuchtete, deutete wenig darauf hin, dass die Negativserie in eigener Halle im Duell mit den Friendsfactory Baskets aus Nördlingen enden würde. Doch es kam anders: Nach einer fesselnden zweiten Halbzeit, einer Galavorstellung von Daniela Vogel und einem wahren Herzschlagfinale war im siebten Anlauf der erste Heimsieg der Saison perfekt - 61:59 (23:38).
"Ich wollte nicht, dass das Spiel in die Verlängerung geht, deshalb habe ich ausgeblendet, dass ich zuletzt schlecht geschossen habe, und einfach geworfen", fasste Taleya Mayberry in Worte, was ihr im entscheidenden Moment durch den Kopf gegangen war. 1,4 Sekunden vor dem Ende stand die Brose-Spielmacherin an der Freiwurflinie. Dort, wo sie zuletzt nicht immer das sicherste Händchen bewiesen hatte.
Doch diesmal verwandelte sie zweimal sicher und traf damit die Nördlingerinnen, die weiter auf den ersten Auswärtserfolg in der laufenden Spielzeit warten müssen, mitten ins Herz.
60 Sekunden zuvor schienen die Rieserinnen noch auf der Siegerstraße. Nach einer wenig zielgerichteten Offensivaktion hatten die Gastgeberinnen die Chance zum Ausgleich verpasst, stattdessen im Gegenzug das 55:59 kassiert. Im darauf folgenden Angriff verlor Daniela Vogel den Ball - trotz bärenstarker zweiter Hälfte drohte ihr die Rolle der tragischen Heldin. Die junge Berlinerin in Diensten der DJK bestimmte ihr Schicksal jedoch selbst und forcierte gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen zwei Ballverluste des Gegners.
Den ersten nutzte Vogel 22 Sekunden vor Schluss zum 57:59, nach dem zweiten konnte sie von Gäste-Centerin Juliane Höhne nur noch mit einem absichtlichen Foul gestoppt werden. Die 21-Jährige zeigte keine Nerven, traf die fälligen Freiwürfe traumwandlerisch sicher und glich erstmals seit dem 9:9 in der 6. Min. wieder aus. Mit dem anschließenden Einwurf ging der Ball in die Hände von Mayberry, die das nächste Foul zog und unter dem Jubel der gut 450 Bamberger Fans mit bekanntem Ausgang an die Linie ging.
Für möglich gehalten hatten dieses nervenaufreibende Finale wohl die wenigsten, nachdem die Mannschaft von Trainer Ulf Schabacker nach guter Anfangsphase komplett aus dem Tritt gekommen war. Den Friendsfactory Baskets hingegen ebnete ein viertelübergreifender 14:2-Lauf den Weg zu einem 16-Punkte-Polster Mitte des zweiten Viertels. "Wir haben in dieser Phase offensiv zu unkontrolliert gespielt. Taleya Mayberry und Raddy Bachvarova wollten es zu sehr individuell lösen. Nördlingen hat seine Reboundüberlegenheit ausgespielt und so vier oder fünf einfache Korbleger bekommen", nannte Schabacker die Gründe für den klaren 23:38-Rückstand zur Halbzeitpause.
In seiner Ansprache hatte der 57-Jährige aber offenbar die richtigen Worte gefunden, denn die Bambergerinnen kamen mit deutlich mehr Temperament und Engagement aus der Kabine. Gerade einmal acht Zähler gestattete die DJK dem Gast im dritten Durchgang und brachte die Differenz so vor dem Schlussviertel in den einstelligen Bereich (37:46). Die Weißrussin Aliaksandra Tarasava baute den Vorsprung der Rieserinnen zwar noch einmal auf 13 Punkte aus, die letzten sechs Minuten dieses Derbys entschied die DJK Brose Bamberg aber mit 21:6 zu ihren Gunsten.
"Am Ende war es eine Sache des Willens und des Teamgeistes, dass wir das Spiel noch gedreht haben", resümierte Schabacker nach dem zweiten Sieg im dritten Spiel unter seiner Führung. "Die beiden Erfolge waren sehr wichtig, weil die Mannschaft ja schon unter großem Druck stand. Eine Entwicklung ist da, wir sind wieder in Schlagdistanz, aber immer noch Tabellenletzter, dessen müssen wir uns bewusst sein."
Mit nur noch einem Sieg Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz können die Bambergerinnen jedoch zumindest etwas entspannter zum unangefochtenen Ligaprimus nach Wasserburg fahren, wo am Samstag um 18.30 Uhr der zweite Teil des Derby-Doppelpacks wartet. Das nächste Heimspiel steht am Samstag, 15. Februar, um 17 Uhr in der Graf-Stauffenberg-Halle gegen die SV Halle Lions auf dem Programm.
DJK Brose Bamberg: Vogel (18), Bachvarova (14), Hartmann (11), Mayberry (10), Benzio (3), Miller (3), Münder (2), Beck, T. Lohneiß, Sokman / Friendsfactory Baskets: Henderson (11), Georgieva (10), Tarasava (10), Höhne (8), Lehtoranta (6), Gut (5), Szittya (5), Högg (4) / SR: Bleicher, Knapp / Zuschauer: 500
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