Bamberg
Basketball-Play-offs

Brose Baskets: Das Beste kommt zum Schluss

Die Brose Baskets drehen in München eine verloren geglaubte Partie, gewinnen mit 90:76 und können am Sonntag den Finaleinzug perfekt machen.
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Nikos Zisis (l.) zieht an Anton Gavel vorbei, weil der Ex-Bamberger im Block von Daniel Theis (2. v. r) hängen bleibt. vorne rechts Bayern-Center Vitalis Chikoko. Fotos: Daniel Löb
Nikos Zisis (l.) zieht an Anton Gavel vorbei, weil der Ex-Bamberger im Block von Daniel Theis (2. v. r) hängen bleibt. vorne rechts Bayern-Center Vitalis Chikoko. Fotos: Daniel Löb
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Fünfter Play-off-Auftritt - fünfter Sieg: Die Brose Baskets dominieren die Basketball-Bundesliga in dieser Saison nach Belieben. Bereits am Sonntag (19.30 Uhr) kann die Mannschaft von Erfolgstrainer Andrea Trinchieri in der heimischen Frankenhölle, in der in dieser Saison noch keine deutsche Mannschaft als Sieger vom Parkett ging, den Einzug in die Finalserie perfekt machen. Der amtierende Meister feierte nach dem deutlichen Heimsieg auch im Münchner Audi Dome einen 90:76 (34:43)-Erfolg gegen den FC Bayern und liegt in der Halbfinalserie nach dem Modus "best-of-five" mit 2:0 in Front.

Auch in Spiel 2 mussten die Münchner auf Dusko Savanovic (Fingerverletzung) und Deon Thompson (Bluterguss in der Wade) verzichten. Trotz dieses Handicaps machten die Hausherren von der ersten Sekunde an klar, dass für sie nur der Ausgleich zählte. Es war genau das komplett andere Spiel, das Bambergs Trainer Andrea Trinchieri prognostiziert hatte. Vor allem Maxi Kleber sprühte vor Energie und blockte die Bamberger Center in der ersten Halbzeit gleich fünfmal.

Auf der anderen Seite des Feldes drehte Paul Zipser mit zehn Punkten im ersten Viertel auf. Nach vier Führungswechseln zogen die Bayern am Ende der ersten zehn Minuten auf 18:12 davon. Die mäßige Trefferquote von 32 Prozent aus dem Feld belegen die aggressive Verteidigung der Gastgeber, aber auch das mangelnde Durchsetzungsvermögen der Brose Baskets.

Zu Beginn des zweiten Viertels leisten sich die Gäste einige leichtsinnige Ballverluste, die Zipser, Kleber und Alex Renfroe eiskalt bestraften (33:24). Dank der überzeugenden Nikos Zisis (11 seiner 13 Punkte in Viertel 2) und Brad Wanamaker, der zur Pause elf Zähler auf dem Konto hatte, kamen die Bamberger zwar bis auf 34:37 heran, doch Anton Gavel sorgte mit zwei Dreiern in der Schlussminute der ersten Halbzeit wieder für eine klare Bayern-Führung (43:34).

Nach der Pause kamen die Bamberger mit einer ganz anderen Einstellung aufs Parkett, klauten den Bayern gleich zweimal den Ball. Doch nach zwei Fouls bei Drei-Punkte-Würfen baute der Vizemeister den Vorsprung sogar auf zehn Punkte aus. Jetzt entwickelte sich ein rassiges Duell. Vor allem Wanamaker drehte auf und erhielt nun auch von Patrick Heckmann und Darius Miller Unterstützung. Unter den Anfeuerungsrufen der 250 Bamberger Fans kämpften sich die Brose Baskets vor dem Schlussviertel bis auf 60:62 heran.


30:14 im Schlussviertel

Die Bamberger legten nach und gingen dank eines 10:1-Laufs erstmals seit der 7. Spielminute wieder in Front (70:63). Jetzt stand endlich die Bamberger Mannschaft auf dem Parkett, die in dieser Saison für so viel Furore gesorgt hatte. Großen Anteil am Umschwung hatte in dieser Phase auch Lucca Staiger. Nach einem Gavel-Foul gegen Wanamaker und einem Technischen gegen Trainer Svetislav Pesic verwandelte der Bundesliga-MVP nervenstark sechs Freiwürfe in Folge um 81:70. Drei Minuten war Freak City in der Höhle des Löwen im Freudentaumel. Nach dem mit 30:14 gewonnen Schlussviertels sangen die Bamberger Fans: "Hier regieren die Bamberger."


Die Statistik

FC Bayern München -
Brose Baskets 76:90

(18:14, 25:20, 19:26, 14:30)
München Gavel (16 Punkte/2 Dreier), Zipser (14/3), Taylor (14/1), Cobbs (9), Renfroe (8), Kleber (5/1), Chikoko (5), Djedovic (2), Bryant (3)
Bamberg Wanamaker (28/1), Zisis (22/2), Theis (15), Miller (7/1), Melli (4), Staiger (4), Strelnieks (3/1), Heckmann (3/1), Radosevic (2) , Harris (2)
SR Lottermoser, Panther, Krause
Zuschauer 6500
Gesamtwurfquote München 50 Prozent (27 Treffer/ 54 Versuche), Bamberg 40 (26/65)
Dreierquote München 33 Prozent (7/21), Bamberg 26 (6/23)
Freiwurfquote München 68 Prozent (15/22), Bamberg 94 (32/34)
Rebounds München 28 (24 defensiv/4 offensiv), Bamberg 41 (26/15)
Ballgewinne/-verluste München 2/14, Bamberg 7/9
Assists München 11 / Bamberg 13
Fouls München 27 / Bamberg 19

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