Bamberg

Brose Baskets warten auf Halbfinal-Gegner

Die Bamberger machen auch im dritten Viertelfinal-Duell mit den Würzburgern kurzen Prozess.
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Freak City fiebert nach dem "sweep" gegen Würzburg jetzt dem Halbfinale entgegen. Foto: sportpress
Freak City fiebert nach dem "sweep" gegen Würzburg jetzt dem Halbfinale entgegen. Foto: sportpress
Nach der dritten Packung gegen die Brose Baskets outete sich Doug Spradley als Fan der Bamberger Basketballer: "Sie haben eine Klasse-Mannschaft, bewegen den Ball in der Offensive und begehen nie einen Fehler ein zweites Mal. Ich habe meinen Spielern in dieser Saison ein paar Mal Szenen der Bamberger auf Video gezeigt, weil sie einen sehr unterhaltsamen Basketball zeigen", meinte der Trainer der s.Oliver Baskets Würzburg nach der 58:93-Niederlage seines Teams am Pfingstsonntag.

Auch im dritten Viertelfinal-Duell erhielt Spradley Anschauungsunterrricht, da der deutsche Meister abermals eine Galavorstellung ablieferte. Rekordverdächtige 113 Punkte Differenz lagen in der Summe nach den drei einseitigen Vergleichen zwischen Ober- und Unterfranken. Während für den Aufsteiger aus Würzburg die Saison beendet ist, warten die Bamberger nun auf ihren Halbfinalgegner. Dieser steht frühestens am Dienstagabend fest. In der Serie zwischen dem FC Bayern München und den Riesen Ludwigsburg führen die Bayern mit 2:1. Gleichen die Schwaben morgen aus, steigt ein entscheidendes fünftes Spiel am Donnerstag in München. Das erste Halbfinalspiel der "best-of-five"-Serie findet am Sonntag zur ungewohnten Uhrzeit von 13.20 Uhr in der Brose Arena statt.


Elias Harris glänzt

"Ich glaube, der Heimsieg am Samstag hat den Bayern einen Schub gegeben. Ludwigsburg steht jetzt unter Druck. Aber egal, gegen wen es geht, es wird sehr schwer", meinte Andrea Trinchieri. Der Bamberger Trainer tippt zu "51 Prozent" auf die Bayern als nächsten Gegner, und auch Elias Harris sieht in dieser Serie keinen klaren Favoriten. "Beide Mannschaften spielen guten Basketball. Es sind immer enge Partien. Ich lasse mich da überraschen", meinte der Nationalspieler, der gegen die Würzburger mit 21 Punkten einen neuen persönlichen Bundesliga-Bestwert aufstellt. Sieben seiner acht Würfe fanden ihr Zielt, die gleiche Quote wies Harris an der Freiwurflinie auf und sammelte auch noch fünf Rebounds ein. Diese imposante Bilanz gelangen dem 26-Jährigen in nur 16 Minuten Einsatzzeit.

In der Brose Arena sahen die 6800 Zuschauer am Pfingstsonntag den gleichen Film wie in den ersten beiden fränkischen Duellen. Die Würzburger liefen von Beginn an einem Rückstand hinterher, der ständig größer wurde. Nach 15 Minuten betrug der Vorsprung der Gastgeber bereits 30 Punkte (47:17). Mit guter Ballbewegung (23 Assists) und sehenswerten Offensivaktionen wirbelten die Bamberger ihren abermals hoffnungslos unterlegenen Gegner, der sich schnell in sein Schicksal fügte, durcheinander.


Zweiten Rekord verpasst

Nachdem sie am Donnerstag in Würzburg noch einen neuen Rekord für den höchsten Play-off-Auswärtssieg der Bundesliga-Geschichte aufgestellt hatten, waren die Brose Baskets am Sonntag nahe dran, auch den für den höchsten Playoff-Heimsieg (45 Punkte Differenz) zu knacken. Diese Bestmarke hat aber weiterhin Bestand, weil Trinchieri im letzten Viertel seine Leistungsträger Brad Wanamaker, Nikos Zisis und Nicolo Melli nicht mehr einsetzte. Daher betrug der Abstand zwischen beiden fränkischen Rivalen bei der Schlusssirene "nur" 35 Punkte.


Stimmen zum Spiel

Rolf Beyer (Geschäftsführer der Brose Baskets): "Würzburg hat in dieser Saison schon mehr auf Augenhöhe mit uns gespielt als jetzt in dieser Serie. Wir haben schon härtere Spiele gegen sie erlebt. Wenn man schon vor der Pause mit 30 Punkten Vorsprung führt, ist das ein Statement. Mir wäre es lieber gewesen, wir hätten heute einen echten Wettkampf gehabt als Vorbereitung für das nächste Spiel, denn genau das ist das Problem. Wir haben jetzt eine Woche Pause und hatten es mit einem Gegner zu tun, der kein Gradmesser war für das, was jetzt vor uns steht, egal, ob es jetzt Ludwigsburg oder München wird. Für das Halbfinale habe ich persönlich keine Präferenz. Für die Öffentlichkeit ist das elektrisierendere Duell natürlich das gegen die Bayern. Da wartet Basketball-Deutschland darauf. Aber ihre bisherige Serie hat gezeigt, dass da noch gar nichts eingetütet ist. Die Bayern machen nicht so einen stabilen Eindruck, dass sie in dieser Serie so locker durchlaufen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es über fünf Spiele geht, und dann ist alles möglich. Einige Fans haben zu mir gesagt, wir machen eine Burgentour - Würzburg, Ludwigsburg und dann Oldenburg. Aber ich glaube, diese Tour wird nicht zustande kommen."

Sebastian Betz (Würzburger Flügelspieler): "Es ist bitter, wenn man in jedem Spiel alles gibt und es am Ende trotzdem immer über 30 Punkte Unterschied sind. Wir haben uns einen Sieg ausgerechnet, aber davon waren wir Lichtjahre entfernt. Es ist frustrierend, wir haben uns mehr erhofft, aber wir müssen es akzeptieren. Seitdem wir den Klassenerhalt geschafft haben, haben wir uns als Team nicht mehr weiterentwickelt. Vielleicht waren manche schon satt. Klar haben wir es irgendwie in die Play-offs geschafft, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass nicht alle mitgezogen haben. Und Bamberg ist nun mal ein undankbarer Gegner. Wenn man sieht, wie die Brose Baskets auftreten, sind sie schon Top-Favorit auf die Meisterschaft."

Brad Wanamaker (Kapitän der Brose Baskets). "Unser Gegner im Halbfinale ist noch völlig offen. Bayern hat beide Heimspiele gewonnen, Ludwigsburg eines. Die Serie gegen Würzburg ist viel einfacher verlaufen, als wir es erwartet hatten. Aber wir haben großartig verteidigt und in der Offensive gut zusammengespielt. Wenn wir so spielen, ist es schwer, uns zu stoppen. Die nächste Runde wird viel schwerer, aber wir haben alle ein Ziel vor Augen."

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