Bamberg

Brose Bamberg will die Euphorie in den Kracher gegen die Bayern mitnehmen

Beim deutschen Meister Brose Bamberg herrscht nach dem 106:102-Erfolg in der Euroleague gegen Armani Mailand eitel Sonnenschein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Darius Miller war mit 27 Punkten Bambergs Matchwinner gegen Mailand. Foto: Daniel Löb
Darius Miller war mit 27 Punkten Bambergs Matchwinner gegen Mailand. Foto: Daniel Löb
Vor einer Woche hatte Darius Miller noch die Schuld für die 83:84-Heimniederlage gegen Panathinaikos Athen auf sich genommen, weil er den letzten Wurf nicht getroffen hat. Auch wenn diese Aktion keineswegs alleine den Ausschlag dafür gab, dass Brose Bamberg eine weitere Euroleague-Partie in der letzten Sekunde verloren hat, machte der Scharfschütze am Donnerstagabend seinen "Fehler" mit einer Topleistung wett.


Miller mit Galavorstellung

27 Punkte steuerte der geniale Flügelspieler zum 106:102-Erfolg gegen Emporio Armani Mailand bei - neun davon allein in der Verlängerung. Der 26-Jährige durfte sich getrost als der Matchwinner einer denkwürdigen Partie feiern lassen.
Und dieser Erfolg macht bei ihm und seinen Mitstreitern auch Kräfte frei für den Bundesliga-Schlager am Sonntag (20.30 Uhr) in der Frankenhölle gegen den ausgeruhten Erzrivalen aus München.
Bambergs Erfolgstrainer Andrea Trinchieri war nach dem Erfolg in diesem Krimi überglücklich: "Meine großartigen Spieler haben diese Partie dreimal gewonnen. Eigentlich hätten wir das Spiel schon in der regulären Spielzeit für uns entscheiden müssen. Dass Mailand drei Freiwürfe bekommen hat, nach einem Wurfversuch aus gefühlt 25 Metern, war bitter. Aber wir haben Charakter gezeigt. Oftmals, wenn du so in die Verlängerung gezwungen wirst, fehlt dir die mentale Stärke diese zu spielen. Mailand hat diese Extra-Chance bekommen, aber wir haben einen großartigen Job gemacht und gegen einen starken Gegner die Oberhand behalten. Und wir haben das mit Team-Basketball gelöst, das macht mich glücklich."
Dabei sahen die Hausherren nach einer schwachen ersten Halbzeit und einem 17-Punkte-Rückstand (29:46) schon wie der Verlierer aus. Der selbstkritische Routinier Nikos Zisis, der sich drei der zwölf Ballverluste in den ersten 18 Minuten geleistet hatte, übernahm die Verantwortung für diese Schwächephase und betonte: "Es war sehr wichtig, dass wir bis zur Pause auf acht Punkte herangekommen sind. In der zweiten Halbzeit zeigten wir mit viel Leidenschaft dann ein sehr gutes Spiel."
Miller, Nicolo Melli, Leon Radosevic und auch Zisis, der seine neun Freiwürfe auch in kritischen Situationen eiskalt verwandelte, sorgten dafür, dass die Bamberger Mitte des dritten Viertels das Blatt wenden konnten und nach Fabien Causeurs Dreier zum 83:77 zwei Minuten vor dem Ende wie der Sieger aussahen. Der Franzose verhalf mit einer ungeschickten Aktion 8,5 Sekunden vor dem Ende aber Ricky Hickman zu drei Freiwürfen, die dieser alle zum 91:91 versenkte.
"Wir hatten in der ersten Halbzeit zwölf Ballverluste, das ist normalerweise unser Schnitt in einem kompletten Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir gut auf den Ball aufgepasst und Darius ins Spiel gebracht. Er war kaum zu verteidigen und schuf auch Räume für die anderen. Mit viel Kampf haben wir uns den Sieg verdient", freute sich Daniel Theis, der mit seiner Präsenz unter den Brettern den Mailändern das Leben schwer machte, über den Erfolg.
Ein Ex-Bamberger hätte mit seiner Treffsicherheit beinahe dafür gesorgt, dass Armani Mailand gejubelt hätte. In der Verlängerung versenkte Rakim Sanders (25 Punkte) seinen dritten Dreier. "Für mich hat den Ausschlag gegeben, dass wir uns in der Verteidigung am Ende einige Fehler zu viel geleistet haben. Die Bamberger verfügen über einen sehr guten Coach, fanden ins Spiel und haben ihr System bis zum Ende durchgezogen", analysierte Sanders, der in der Saison 2013/14 für die Brose Baskets auf Korbjagd gegangen war.
Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, bleibt dem deutschen Meister aber keine, denn am Sonntagabend wartet mit den Münchnern die nächste Herausforderung. "Bayern ist ein komplett anderes Team, das nicht mit dem aus der letzten Saison zu vergleichen ist. Coach Sasa Djordjevic ist selbst ein großer Spieler gewesen, der weiß, wie er seine Streitkräfte einsetzen muss. Ich fokussiere mich aber auf meine großartigen Spieler", blickte Trinchieri auf den Kracher voraus.


Marko Pesic gießt Öl ins Feuer

Schon unter der Woche hatte Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic bei telekombasketball.de gegen die Bamberger Spielweise gestichelt: "Sie haben mit Vere-meenko einen Spieler, der sehr physisch spielt, zusammen mit Melli. Ich will nicht sagen, dass sie schmutzig spielen. Sie spielen an der Grenze des Erlaubten." Trinchieri lassen solche Aussagen kalt: "Er ist erwachsen. Wenn du solche Sachen sagst und über 18 Jahre alt bist, dann musst du auch die Konsequenzen tragen."
Die in der Bundesliga ebenfalls noch ungeschlagenen "Roten" bringen einen neuen Spielmacher mit nach Bamberg. Der 23-jährige Nick Johnson hat in Orlando den Sprung ins NBA-Team verpasst und will nun in München durchstarten. Das gilt es zu verhindern. "Sicher kommen sie ausgeruht und gut vorbereitet hierher, aber wir bekommen viel Energie von der Roten Wand, das hilft uns sicher wieder", betont Darius Miller.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren