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BBL-Playoffs: Brose Bamberg stürmt mit "Sweep" ins Finale

Brose Bamberg und der FC Bayern begegneten sich lange auf Augenhöhe, doch am Ende gewinnt der Meister 76:67 und schafft es ins Finale.
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Partystimmung auf der Süd-Tribüne: Die Mannschaft und die Fans, die auch alles gegeben haben, lassen ihrer Freude freien Lauf. Fotos: Daniel Löb
Partystimmung auf der Süd-Tribüne: Die Mannschaft und die Fans, die auch alles gegeben haben, lassen ihrer Freude freien Lauf. Fotos: Daniel Löb
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Die Brose-Basketballer aus Bamberg fegen den Erzrivalen aus München schon wieder aus der Halle: Der "Sweep" - wie die Amerikaner eine makellose Serie nennen - fiel zwar nicht so deutlich aus wie in der letzten Saison.

Doch auch am Sonntag hatte die Mannschaft von Erfolgstrainer Andrea Trinchieri nach einem tollen Kampf den längeren Atem und ging mit einem etwas zu deutlichem 76:67 (40:45)-Sieg vom Feld. Freak City feierte wie im Vorjahr in der Halbfinalserie nach dem Modus "best-of-five" einen 3:0-Triumph gegen den Hauptrunden-Dritten: Patrick Heckmann stimmte die Humba an, Nikos Zisis, der in der Schlussphase einen ganz wichtigen Dreier versenkte hatte, tanzte auf dem Tisch.

Die fränkischen Basketballer greifen nach dem neunten Titel

Damit steht Deutschlands Basketball-Hauptstadt seit 2003 zum elften Mal im Finale und greift nach dem neunten Titel. Wer der Gegner sein wird, entscheidet sich frühestens am Dienstag in Oldenburg. Die EWE Baskets können dann nach dem überraschenden 68:61-Sieg am Samstag beim Hauptrundenprimus in Ulm (siehe Bericht rechts) alles klar machen.


Bamberg am Ende stärker

Nach dem Bamberger Kantersieg in Spiel 1 begegneten sich die beiden Schwergewichte ebenso wie im Krimi am Donnerstag lange auf Augenhöhe. Nach der Pause hatten aber die Euroleague-erfahrenen Oberfranken mehr Sprit im Tank, legten in der Verteidigung eine Schippe drauf und gestatteten dem Herausforderer, der nie aufsteckte, in Viertel 3 und 4 jeweils nur elf Punkte.

Während die Bayern zu Beginn immer wieder in der Zone zu teilweise leichten Punkten kamen, trafen Fabien Causeur und seine Mitstreiter aus der Distanz. Keine Mannschaft konnte sich in dieser Schlacht, in der die Schiedsrichter vom Bamberger Anhang etliche Male mit einem gellenden Pfeifkonzert bedacht wurden, absetzen.


Auch die Schiris fingen sich

Zum Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Viertels etablierte vor allem Daniel Theis nach starken Pässen von Nikos Zisis das Spiel der Hausherren am Brett. Die zweiten zehn Minuten zogen sich lange hin, weil die Protagonisten immer wieder an der Freiwurflinie standen. Vor allem auf die Schauspieleinlagen von Vladimir Lucic fielen die Unparteiischen einige Male herein, machten aber in der Folgezeit einen guten Job.
Vor allem die Langen der Hausherren sammelten Foul um Foul. So zogen die Gäste erstmals auf 36:30 davon und konterten auch die Bamberger Aufholjagd (35:36) mit guten Anspielen auf Devin Booker, so dass der deutsche Meister mit einem 40:45-Rückstand in die Kabine ging. Die Trefferquote (45/61 Prozent) aus dem Feld sprach bis dahin für München.

Nach dem Seitenwechsel ging der Abnutzungskampf mit vielen Fouls auf beiden Seiten weiter. Die Hausherren glichen aus (49:49), doch die Münchner gingen dank des starken Lucic (19 Punkte) mit einem 56:54-Vorsprung ins Schlussviertel.

Bambergs Lebensversicherung in diesen Tagen, Fabien Causeur, holte die Führung zurück. Das Momentum kippte, die Freaks machten deutlich, dass das Basketballherz in Bamberg schlägt, und Nicolo Melli erhöhte auf 64:58 (34.).

Redding, Booker & Co. wollten noch nicht in den Urlaub. Als aber Routinier Zisis mit Ablauf der Wurfuhr 89 Sekunden vor Schluss einen Dreier mit Brett zum 71:66 versenkte, kochte die Frankenhölle. Und 60 Sekunden später machte "Killer"-Miller aus der Distanz den Sieg perfekt. "Finale, oho, oho", tobten die Fans.


Andrea Trinchieri: Defensive nach der Pause Schlüssel zum Sieg

Andrea Trinchieri (Brose-Trainer): "Das war heute ein unglaubliches Spiel. Die Zuschauer haben zwei Mannschaften gesehen, die bis zum Ende gekämpft haben. Bayern hat das Letzte aus uns rausgeholt und einen großartigen Kampf geliefert. Zur Pause hätten wir auch höher zurückliegen können. In der zweiten Halbzeit konnten wir unsere Verteidigungsleistung steigern. Bayern hat im dritten und vierten Viertel jeweils nur elf Punkte erzielt. Das war der Schlüssel. Es war sehr schwierig gegen diese harte Verteidigung von München zu bestehen. Die Mannschaft, die bereit ist und niemals aufgibt und zusammensteht, gewinnt Spiele wie diese."

Sasa Djordjevic
(Bayern-Trainer): "Glückwunsch an Coach Trincheri und die Bamberger Mannschaft. Wir haben unsere offenen Würfe nicht getroffen. Die Bamberger haben am Ende die Nerven behalten und das Spiel durch ihre Erfahrung gewonnen. Ich bin stolz auf mein Team und die Leistung, die wir über die Saison gezeigt haben. Große Spiele werden von großen Spielern entschieden. Zisis hat dies am Ende mit einem wichtigen Wurf bewiesen."

Daniel Theis
(Bamberger Center): "In München haben wir nicht gut gespielt, waren aber am Ende da, genau wie heute. Wir waren nicht überragend, haben aber gut verteidigt. Der Dreier von Nikos mit Brett war der K.o. für München. In Halbzeit 1 haben wir zu viele Punkte durch Korbleger kassiert, das haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Wir haben uns gegenseitig geholfen und die Bayern damit gezwungen, mehr Dreier zu nehmen. Oldenburg wäre uns im Finale lieber, weil wir da das Heimrecht hätten. Aber das ist immer noch eine offene Serie. Ulm ist ein starkes Team, das kann den 1:2-Rückstand durchaus noch drehen."

Fabien Causeur (Bamberger Topwerfer): "Das war ein Teamerfolg. In der ersten Halbzeit waren wir etwas nervös. Es ist immer schwierig, den Job zu Hause zu Ende zu bringen. Wir haben den Druck gespürt. Zur Pause haben wir in der Kabine besprochen, locker zu bleiben und uns auf die Defensive zu konzentrieren. Dann klappt es auch vorne, und so ist es gekommen. Wir wollten München unter 70 Punkte halten, das haben wir geschafft. Der Gegner im Finale ist mir egal, wir müssen uns auf uns konzentrieren. Niemand, weiß, was in der anderen Serie noch passieren wird. Das werden wir sehen. Ich kann es aber kaum erwarten, dass die Finalserie losgeht."

Danilo Barthel
(Bayern-Center): "Ich denke, in der Serie hat die Erfahrung den Ausschlag gegeben. Die Bamberger haben in den entscheidenden Situationen die wichtigen Würfe getroffen - manchmal auch mit ein bisschen Glück - aber das gehört auch dazu, wenn sich zwei Mannschaften wie in den letzten beiden Spielen auf Augenhöhe begegnen. Wir haben trotz des 0:2-Rückstands alles gegeben und gekämpft. Jetzt wünsche ich den Bambergern viel Glück für das Finale."


Die Statistik

Brose Bamberg - Bayern München 76:67
(17:17, 23:28, 14:11, 22:11)

Bamberg Causeur (17 Punkte/3 Dreier), Zisis (14/2), Strelnieks (13/2), Miller (11/2), Theis (10), Melli (8), Harris (2), Staiger (1), Radosevic, Lo, Heckmann
München Lucic (19/2), Booker (13), Redding (12/1), Joyce (6), Barthel (6), Kleber (5), Taylor (4), Djedovic (2), Gavel, Zirbes
SR Panther, Fritz, Simonow
Zuschauer 6150 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 43 Prozent (20 Treffer/47 Versuche), München 43 (25/58)
Dreier Bamberg 41 Prozent (9/22), München 14 (3/21)
Freiwurfquote Bamberg 93 Prozent (27/29), München 70 (14/20),
Rebounds Bamberg 32 (29 defensiv/3 offensiv), München 30 (24/6)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 3/11, München 5/8
Assists Bamberg 15 / München 17
Fouls Bamberg 26 / München 28
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