Bamberg
Basketball

Brose Bamberg beschert sich selbst

Im letzten Spiel vor Weihnachten glänzt der deutsche Meister beim 82:68-Kantersieg über Olympiakos Piräus. Am Montag geht's nach Bayreuth.
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Nicolo Melli feiert mit den begeisterten Fans den Sieg über Olympiakos Piräus. Foto: Daniel Löb
Nicolo Melli feiert mit den begeisterten Fans den Sieg über Olympiakos Piräus. Foto: Daniel Löb
Zwei Tage vor Heiligabend war für die Fans von Brose Bamberg schon vorzeitige Bescherung: Nach dem 82:68-Sieg über Olympiakos Piräus strahlten Spieler und Anhänger um die Wette. Nur zwei Tage nach der bitteren 75:92-Niederlage in Madrid meldete sich der deutsche Meister in der Basketball-Euroleague eindrucksvoll zurück und bleibt im Kampf um die Play-offs im Rennen.

"Nach dem Spiel bei Real waren wir richtig angefressen. Da haben wir nicht unser wahres Gesicht gezeigt, und das wollten wir nicht auf uns sitzen lassen. Und heute hat man gesehen: In der Euroleague ist alles möglich", meinte Darius Miller. Ebenso wie seine Teamkameraden hatte der US-Amerikaner im Bamberger Trikot etwas gutzumachen, und er tat das in beeindruckender Manier. Während der Ex-NBA-Spieler in Spanien noch mit null Punkten vom Feld gegangen war, drehte er gegen die Griechen auf. 15 seiner 20 Punkte, davon fünf Dreier, erzielte Miller im letzten Viertel und sorgte mit seiner starken Leistung dafür, dass Olympiakos nicht mehr in Reichweite des entfesselt aufspielenden deutschen Meisters kam. In der ersten Halbzeit war es noch Fabien Causeur gewesen, der die Richtung vorgeben hatte. Der Franzose, der in Madrid wegen eines Magen-Darm-Virus fehlte, erzielte 17 Punkte in den ersten beiden Vierteln und war maßgeblich daran beteiligt, dass sein Team mit einem komfortablen 18-Punkte-Vorsprung (48:30) in die Pause ging. "Gegen gute Teams musst du stark spielen. Sie pushen dich ans Limit", meinte Causeur.


Stark verteidigt

Die Grenzen aufgezeigt bekam aber Piräus. Nach zuvor vier Siegen in Folge ging die Mannschaft um Vassilis Spanoulis erstmals wieder als Verlierer vom Parkett. Der griechische Star zeigte mit 15 Punkten und vier Assists zwar eine starke Leistung, erhielt von seinen Teamkameraden aber zu wenig Unterstützung, was auch der starken Verteidigung des Gegners geschuldet war. "Die Bamberger spielten viel besser als wir und haben sich den Sieg verdient. Sie hatten es heute leicht", ging Olympiakos-Coach Ioannis Sfairopoulos mit seinem Team hart ins Gericht.

Dagegen war sein Bamberger Kollege voll des Lobes für seine Spieler. "Wir haben heute eine erstaunliche erste Hälfte gespielt. Das war nahe an der Perfektion", meinte Andrea Trinchieri. Während der Italiener nach der Pleite bei den "Königlichen" noch von einer schwarzen Nacht sprach, bezeichnete er den Donnerstagabend als "großartige Nacht" und den Prestigesieg über den zweifachen Euroleague-Champion als "großartiges Weihnachtsgeschenk".

Vor zwei Tagen schwammen den Bambergern in Madrid nach einem 0:11-Fehlstart schnell die Felle davon. Gegen Olympiakos legten sie dagegen eine 11:0-Führung vor, die sie bis kurz vor der Pause gar auf 21 Punkte ausbauten (48:27). "Aus unserem Start haben wir viel Energie gezogen. Danach haben wir das Spiel kontrolliert", sagte Nicolo Melli (13 Punkte/9 Rebounds/4 Assists) - und schob erleichtert nach: "Jetzt können wir das Weihnachtsfest feiern."


Oberfrankenderby ist diesmal ein Spitzenspiel

Medi Bayreuth sehnt den ersten Sieg über den oberfränkischen Rivalen seit dem Wiederaufstieg in die Bundesliga 2010 herbei. Wenn Brose Bamberg am zweiten Weihnachtsfeiertag (15.30 Uhr) in der Oberfrankenhalle antritt, darf sich der Meister auf einen heißen Tanz gefasst machen, denn die Gastgeber sind als Tabellenvierter die Überraschungsmannschaft dieser Bundesligasaison. Sie mussten sich bislang nur den Spitzenteams aus Ulm und München geschlagen geben.

"Wir sehen das Spiel gegen Bamberg als eine Art Belohnung für unsere bisherige Saisonleistung", sagte  Trainer Raoul Korner, Vater des Bayreuther Höhenflugs. Denn der Nachfolger von Michael Koch bewies im Sommer beim Neuaufbau des Medi-Teams ein gutes Händchen. Fünf Akteure punkten im Schnitt zweistellig, allen voran Aufbauspieler Tray Lewis (14,7), Power Forward De'Mon Brooks (12,4) und Flügel Kyan Anderson (11,9). Mit über 40 Prozent Trefferquote sind die Bayreuther das erfolgreichste Team von der Dreierlinie.

Die Bamberger mussten unter der Woche die Tabellenführung an Ulm abgeben, haben aber am Montag die Chance, zu den Schwaben wieder aufzuschließen. Denn den Ulmern droht am gleichen Tag in einem weiteren Spitzenspiel bei den Münchner Bayern die erste Saisonniederlage. "Hoffentlich spielen wir gegen Bayreuth genau wie heute", meinte Brose-Center Daniel Theis nach der Glanzleistung gegen Piräus. Während für den Meister das Derby die dritte Partie binnen acht Tagen ist, hatte Medi zehn Tage Zeit, sich auf das oberfränkische Duell vorzubereiten.

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