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Playoffs

Aberglaube in den Playoffs: Die Rituale von Brose Bamberg

Brose Bamberg steht in den BBL-Playoffs - inFranken.de haben die Basketballer ihre Rituale in dieser heißen Phase verraten.
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Der Kuss auf dem Stirn von Athletiktrainer Sandro Bencardino. Das ist ein Ritual von Nicolo Melli. Foto: Katharina Förtsch
Der Kuss auf dem Stirn von Athletiktrainer Sandro Bencardino. Das ist ein Ritual von Nicolo Melli. Foto: Katharina Förtsch
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Lewis Hamiltons ständige Begleiterin im Formel-Eins-Zirkus ist eine Gitarre. Michael Phelps erscheint immer mit übergroßen Kopfhörern in der Schwimmhalle. Rafael Nadal stellt seine Trinkflaschen stets in einer Linie auf. Viele Sportler haben feste Rituale. Auch das Team von Brose Bamberg, das morgen in das Finale um die deutsche Meisterschaft startet. Nicht alle Rituale bleiben den Augen der Zuschauer verborgen.

Andrea Trinchieri
Erst kürzlich verriet Mediendirektor Thorsten Vogt, dass der Bamberger Trainer sehr auf Disziplin vor den Spielen setzt. So ist es für ihn wichtig, dass er exakt eine Stunde vor Spielbeginn von Vogt zum TV-Interview aus dem Trainerbüro geholt wird. Und da duldet der Italiener auch keine Abweichung von auch nur zehn Sekunden. Desweiteren achtet Trinchieri sehr auf sein Äußeres - vor allem an den Füßen. "Meine Socken sind sehr wichtig. Jedes Paar hat eine Siegesgeschichte oder eine Verliererhistorie. Und die muss dann zu dem passen, was ich sonst so trage. Das gleiche gilt für meine Brille. Da habe ich etwa 70 Stück - manche davon haben das erste Spiel nicht überstanden."

Rolf Beyer
Der obligatorische Espresso mit Sportdirektor und Athletikcoach ist ein Ritual, das der Geschäftsführer von Brose Bamberg, Rolf Beyer, vor Heimspielen pflegt. "Es ist dabei vor allem der Kaffee an sich. Wir besprechen keine Themen der anstehenden Partie." Geredet werde bei diesem Anlass zum Beispiel über die Kaderplanung. Fester Bestandteil der Spielvorbereitung ist für Beyer außerdem ein Treffen mit dem Headcoach. Auch hier werde nicht über die aktuelle Begegnung gesprochen. Nicht einmal über Basketball allgemein. "Andrea Trinchieri ist während dieser Phase in einem Tunnel." Deshalb beherrsche in der Regel Smalltalk diesen Austausch. - Klingt ziemlich entspannt? - Keineswegs: Natürlich sei die Anspannung vor jedem Spiel da.

Nicolo Melli
Der Mann mit der Nummer vier hat nach seiner Aussage nicht wirklich viele Rituale. Dennoch ist eines davon das wohl Auffälligste für die Fans auf den Rängen: Der Kuss auf dem Stirn von Athletiktrainer Sandro Bencardino. "Der Kuss auf Sandros Stirn hat keine spezielle Bedeutung. Ich kann nicht einmal sagen, wie wir dazu gekommen sind. Aber es ist schon so: Wenn du gewinnst und deine Rituale zuvor gemacht hast, dann machst du diese einfach weiter. Aber ich werde jetzt nicht verrückt, wenn ich einmal etwas nicht tue." Bencardino hingegen kann sich da doch etwas genauer erinnern. "Wir machen das seit zwei Jahren, es kam einfach so", so der Athletik-Coach. Und er sieht auch eine Bedeutung in diesem Ritual. "Wir tun das, um uns gegenseitig Energie zu geben."

Daniel Theis
Das Aufwärmen ist vorbei, die Mannschaftsvorstellung auch. Nun läuft Bambergs Starting Five aufs Feld. Da der deutsche Center meist von der Bank kommt, hat er es für sich zum Ritual gemacht, als Letzter seinen Mannschaftskameraden noch einmal alles Gute für das Spiel zu wünschen. Bevor die Spieler aufs Spielfeld laufen, müssen sie an Daniel Theis vorbei und abklatschen. Warum er das macht, weiß er selbst nicht. Auch nicht, wann das Ganze begonnen hat. "Das kam einfach so und jetzt ziehe ich es eben bei jedem Heim- und Auswärtsspiel durch."

Fabien Causeur
Auf die Frage, ob er abergläubisch sei, antwortet der Franzose: "Auf jeden Fall. Ich würde sogar sagen, dass ich schon fast krankhaft abergläubisch bin." Vor jedem Spiel geht Causeur immer als Erster aufs Feld und geht an immer derselben Position in die Hocke. "Ich bete dann für mein Team und für mich. Das mache ich schon seit Beginn meiner Profi-Karriere. Aber ich kann nicht sagen, warum ich das angefangen habe." Causeur sei es einfach wichtig, immer dieselben Rituale abzuspulen - bis hin zum Aufwärmen. "Auch da mache ich immer die gleichen Bewegungen, klatsche immer gleich mit meinen Mannschaftskameraden ab. Wie gesagt, ich bin eben ein bisschen krank ..."

Nikos Zisis
Der 33-jährige Grieche dürfte mit die meisten Rituale vor einem Spiel haben. "An jedem Spieltag habe ich seit Jahren eine Routine, die eigentlich schon morgens beginnt. Ich komme immer zwei Stunden vor dem Spiel in die Halle und habe bereits die Sachen an, die ich zum Warm Up anziehen werde. Dann wird immer der eine Socken zuerst angezogen, der gleiche Fuß wird auch immer zuerst getaped. Ich stelle auch meine Wasserflasche immer an den gleichen Ort", erklärt Zisis. Allerdings macht der Guard seinen Tagesablauf nicht von guten oder schlechten Spielen abhängig. "Ich bin einfach sehr abergläubisch, ich tue das seit Jahren. Ich denke nicht einmal mehr darüber nach, es gehört einfach zu meinem Tag. Da macht es keinen Unterschied ob ich schlecht oder gut spiele, ich höre dann nicht mit den Ritualen auf, weil sie einfach mechanisch passieren."

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