Bamberg
Basketball

600 Fans verabschieden das Team von Brose Bamberg

Bei der Saisonabschlussfeier fehlt zwar der wichtigste Entscheidungsträger. Aber Michael Stoschek meldet sich dennoch zu Wort.
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Knapp 600 Brose-Fans verabschiedeten die Bamberger Mannschaft in die Sommerpause. Foto: Daniel Löb
Knapp 600 Brose-Fans verabschiedeten die Bamberger Mannschaft in die Sommerpause. Foto: Daniel Löb
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Der Mann, auf dessen Rede wohl die meisten Anhänger von Brose Bamberg gespannt waren, ließ sich beim offiziellen Saison-Kehraus am Freitagnachmittag in der Strullendorfer Hauptsmoorhalle aus privaten Gründen entschuldigen. Doch Michael Stoschek, Aufsichtsratsvorsitzender beim neunfachen deutschen Basketball-Meister, hatte schon wenige Stunden zuvor ein persönliches Saisonfazit auf der Vereinshomepage gezogen. Darin kündigte er an, den vielzitierten Reset-Knopf nun endlich drücken zu wollen.

"Mit jungen, erfolgshungrigen Spielern wollen wir attraktiven und erfolgreichen Basketball zeigen, vor allem aber Begeisterung und Leidenschaft", sagte Stoschek, für den die Saison mit dem Viertelfinal-Aus gegen Rasta Vechta ein "plötzliches, aber nicht unerwartetes Ende" genommen hatte. Der Aufsteiger aus Niedersachsen habe "uns mit einem beispielhaften Teamgeist, mit Leidenschaft, Schnelligkeit und einem intelligenten Spielsystem bezwungen. Sie haben Eigenschaften gezeigt, die wir uns wünschen und die unser Maßstab für die Zukunft sind." Mit dem neuen sportlichen Leiter Leo de Rycke müssten nun in kürzester Zeit die sportlichen Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden.

Obwohl also ein personeller Umbruch bevor steht, wurde bei der Saisonabschlussfeier vor knapp 600 Fans in Strullendorf noch kein Spieler verabschiedet. Vom Team fehlte lediglich Ricky Hickman, der wegen der Taufe seines neugeborenen Sohnes bereits in die USA zurückgereist war.

Die Stimmung unter den Bamberger Basketball-Anhängern war nach dem unerwarteten Saisonende am Dienstagabend natürlich nicht überschwänglich, doch verabschiedeten sie die Brose-Mannschaft mit Applaus in den Sommerurlaub. "Keiner von uns ist glücklich darüber, wie die Saison zu Ende gegangen ist. Aber wir haben einen Titel gewonnen. Darauf sollten wir stolz sein, denn so etwas ist immer schwer", meinte Kapitän Nikos Zisis.

Während die Saison laut Vereinspräsident Norbert Sieben "von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt", alles geboten habe, sprach Arne Dirks von einem "turbulenten" ersten halben Jahr als Geschäftsführer. Im Januar kaum im Amt, entband er erst Trainer Ainars Bagatskis und wenig später Sportdirektor Ginas Rutkauskas von ihren Aufgaben. Stoschek würdigte in diesem Zusammenhang, wie der zum Chefcoach beförderten Federico Perego in diesen schweren Stunden das Schiff auf Kurs hielt: "Natürlich sind wir Federico Perego dafür dankbar, dass er nach dem unakzeptablen Saisonbeginn die Verantwortung übernommen und vor allen Dingen unsere Verteidigung so stabilisiert hat, dass wir, wenn auch mit Glück, zum sechsten Mal den Pokal nach Bamberg geholt haben und in das Final Four der Champions League eingezogen sind."

Als Jobgarantie für die neue Saison sollte der 34 Jahre alte Italiener diese Worte aber nicht verstehen. Bei Brose Bamberg kommt in diesen Tagen alles auf den Prüfstand.

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