Bamberg
Rückruf

Spezi-Bier aus Bamberg hatte zu viel Nitrosamin

Wegen eines technischen Defektes bei der Malzproduktion ruft die Brauerei Spezial aus Bamberg einige ihrer Biersorten zurück. Eine akute Gefahr für die Gesundheit bestehe aber nicht, betont Brauereichef Christian Merz.
Artikel drucken Artikel einbetten
Christian Merz im Sudhaus. Die Produktion läuft inzwischen wieder auf Hochtouren. Foto: RiegerPress
Christian Merz im Sudhaus. Die Produktion läuft inzwischen wieder auf Hochtouren. Foto: RiegerPress
Die letzten Stunden waren für die Familie Merz, Inhaber der Bamberger Brauerei Spezial, alles andere als leicht und wohl der reinste Albtraum. Denn durch einen vermutlich technischen Defekt bei der Malzherstellung ist es bei der Produktion einer Biercharge zu einer Überschreitung des Richtwertes des Stoffes Nitrosamin gekommen. "Diese Nitrosamine finden sich nicht nur im Bier, sondern in vielen Lebensmitteln, ja sogar in Babyschnullern", schildert Brauereichef Christian Merz.

Allerdings gibt es im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln einzig beim Bier einen Richtwert. Und der darf laut dem deutschem Reinheitsgebot bei maximal 0,5 Mikrogramm pro Liter liegen. Im Vergleich dazu ist der Höchstwert an Nitrosaminen beim klassischen Grillsteak oder bei der Bratwurst um ein Hundertfaches höher als beim Bier.

"Da wir aber verantwortungsbewusst und im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes handeln, haben wir uns entschlossen, die betroffene Produktion
sofort aus dem Handel zu nehmen", berichtet der Brauereichef. Gleich nach Bekanntwerden der Richtwertüberschreitung, die bei einer Routinekontrolle zutage kam, hätten er und seine Familie keine Sekunde gezögert und alles daran gesetzt, das Bier aus den Regalen der Supermärkte zurückzuholen bzw. sperren zu lassen.

Das meiste sei inzwischen aus dem Verkehr gezogen und vernichtet. "Natürlich sind schon einige Kästen in Umlauf. Diese bitten wir am Einkaufsort zurückgegeben. Der Kaufpreis wird selbstverständlich vollständig erstattet", sagt Merz. Betroffen von der Rückrufaktion sind das Spezial Lagerbier sowie das Spezial Märzen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 29.04.2014 bis 12.08.2014. Alle späteren Abfüllungen sind davon nicht betroffen.


In höherer Konzentration krebserregend

Zwar gelten Nitrosamine in höheren Konzentrationen als krebserregend. Allerdings bestünde laut Merz keine akute Gesundheitsgefahr, sollte jemand ein "belastetes Bier" verzehrt haben. Man müsste schon mehrere Hektoliter davon trinken, um sich einer Gesundheitsgefährdung auszusetzen. "Dennoch" so erklärt der Brauereichef sein Handeln, "legen wir bei unserer Bierproduktion höchsten Wert auf Qualität und daher haben wir uns entschlossen diesen schweren Weg zu gehen."

Auch bestünden keine Bedenken beim Bier, welches in der Brauereigaststätte oder auf dem Keller ausgeschenkt wird. Dieses sei davon nicht betroffen. Allerdings rechnet der Brauer die nächsten Wochen mit einem Engpass in der Bierversorgung. Vor allem in den Supermärkten dürften die nächsten ein, zwei Wochen die Regale vorerst leer bleiben. Inzwischen ist die Produktion wieder voll im Gange.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren